Kant und die Indianer

In seinen Gedanken hat Kant Königsberg ja oft verlassen. “Japoneser”, “Indianer” und andere ihm kaum bekannte Völker spielen immer wieder eine Rolle in seinen Überlegungen. Wenn auch für ihn die “Indianer” Inder und Völker im Pazifik waren, so ist es ein reizvoller Gedanke, sich Kant vorzustellen, wie er mit Thoreau durch die Wälder Nordamerikas zieht. Aber wenn Kant bei den Indianern ist, dann ist er im asiatisch-pazifischen Raum:

Alle Sprache ist Bezeichnung der Gedanken, und umgekehrt die vorzüglichste Art der Gedankenbezeichnung ist die durch Sprache, dieses größte Mittel, sich selbst und andere zu verstehen. Denken ist Reden mit sich selbst (die Indianer auf Otaheite nennen das Denken: die Sprache im Bauch).” (Kant, Anthroplogie in pragmatischer Hinsicht)

“Otaheite” ist eine alte Bezeichnung für Tahiti, das 1773 von Johann Reinhold und Georg Forster auf einer der Expeditionen James Cooks besucht wurde.

Stephen Frys Sprache (animiert)

Vor ca. zwei Jahren hat Stephen Fry auf seiner Webseite einen wunderbaren Podcast über Sprache veröffentlicht. Matthew Rogers hat aus einem Ausschnitt daraus eine kinetische Typografie gemacht, die es vielleicht gerade dem Nicht-Muttersprachler noch einfacher macht, dem ohnehin schon klaren Vortrag Frys zu folgen. Der Inhalt ist inspirierend: es ist ein Aufruf zum genussvollen, schöpferischen Umgang mit Sprache.

Stephen Fry Kinetic Typography – Language from Matthew Rogers on Vimeo.

Literatur, Kultur, Politik, Internet

Drei Artikel:

Die Provinz, die Schweden ist: Schwedische Kommentatoren sind mit der Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Mario Vargas Llosa nicht einverstanden – weil er auf der falschen politischen Seite stehe. Johan Norberg wundert sich über seine Kollegen: disqualifiziert sich ein Schriftsteller, weil er einen Liberalismus in der Tradition von John Locke und Adam Smith befürwortet? Weil er sich vom Kommunismus abgewendet hat, weil er entsetzt ist über das Leid, das sozialistische Machthaber verursacht haben? “He moved on not because he was no longer able to sympathise with the poor and oppressed, but because he still did when others began to identify more with the revolutionaries than with the people in whose name they made the revolution. He saw that Castro persecuted homosexuals and imprisoned dissenters. While other socialists kept quiet and thought that the dream justified the means, Vargas Llosa began to ask himself the difficult questions about why his ideals looked more like prison camps than socialist utopias when realised.

James Buchan rezensiert beim Guardian Peter Watsons Buch “The German Genius”

Braucht Poesie Papier? Gefährdet die Veränderung der Medien den Reichtum und die Vielfalt künstlerischen Schaffens? Schrumpft der Kontext und veräbdert dadurch die Sprache, wie Don DeLillo meint?