Tierische Rituale beim Tod eines Artgenossen

Bilder von “trauernden” Elefanten oder Menschenaffen kann man gelegntlich in den Medien sehen. Dabei ist es ein noch nicht ganz aufgelöstes Problem, hier von “Trauer” zu sprechen, also den Tieren strukturell ähnliche emotionale und kognitive Prozesse zuzusprechen, wie wir sie von uns selbst kennen.

Die Tatsache allerdings, dass man bei Tieren spezifische Verhaltensweisen als Reaktion auf den Tod von Artgenossen beobachtet, ist gut erhärtet. Barbara J. King berichtet bei NPR in “Do Birds hold funerals” darüber, und kündigt ihr Buch “How Animals Grieve” für April 2013 an.

Das Phänomen der “Trauerrituale” bei Tieren ist nicht einfach nur eine zoologische Kuriosität. Als eine Instanz des emotionalen, kognitiven und sozialen Verhaltens von Lebewesen ist es im Rahmen eines naturalistischen Verständnisses des Lebens von besonderem Interesse.

Oikeiosis: Vernunft oder Natur?

Robert Bees hat 2004 den ersten Band seiner Untersuchungen zur Oikeiosis-Lehre der Stoa, die in den letzten Jahren zunehmendes Interesse findet, veröffentlicht: “Die Oikeiosislehre der Stoa I: Rekonstruktion ihres Inhaltes“. Bees schlägt aufgrund seiner korrigierenden philologischen Studie eine Neuinterpretation vor: oikeiosis sei nicht wie in der bislang gängigen Interpretation ein vernunftgesteuerter sondern vielmehr ein naturgesteuerter Prozess. Und diesbezüglich sieht Bees zudem Parallelen zur modernen Soziobiologie.
Bei “sehepunkte” hat Claudia Horst dieses Buch rezensiert. Sie begrüßt die erste, und kritisiert die zweite These.
In seinem Buch “The Stoic Life” widmet Tad Brennan das 10. Kapitel dieser Theorie: “Oikeiosis and Others.”

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