Posts Tagged Second Life

Die Zukunft virtueller Welten

Nachdem Philip Rosedale, der Gründer von Second Life, das dahinter stehende Unternehmen Linden Lab verlassen wird (weiterer Link), um sich seiner Neugründung LoveMachine zu widmen, stellt sich für die Nutzer die Frage, wie die Zukunft virtueller Welten für sie aussehen wird. John Lester, ehemals in der Second-Life-Community als Pathfinder Linden bekannt, resümiert die positiven Aspekte kreativer Kollaboration und erinnert daran, dass “there is no fate but what we make“:
Take a long hard look at those words, and think about all the things you can control. Think about the communities you belong to that can help you. Think about how you can help others. Then stand up, crack your knuckles, and get to work making your own future.

In den Kommentaren dazu fand ich eine Aussage bemerkenswert:
virtual worlds will keep on being “reinvented” and resold as new and shiny…and each time, they will be used to make us, more like them, coded. unless we value them less than their users.
In diesem Punkt – dem Wert, oder man kann genauso gut sagen: der Würde der Benutzer sind sich der Optimist John Lester und sein Kritiker jedenfalls einig.

Über Lesters Ausführungen hinausreichend in Richtung Enhancement ist Jaron Laniers Artikel im Wall Street Journal: “On the Threshold of the Avatar Era” – eine Zukunft, die auch in Anbetracht des Enthusiasmus ihrer Protagonisten wohl Grund zur Sorge ist.

, ,

No Comments

Psychologie: Forschung und Therapie in virtuellen Welten

Bislang stößt man hierzulande im Wesentlichen auf Unverständnis, wenn man von den kollaborativen Chancen virtueller Welten spricht, für die Second Life wohl das prominenteste Beispiel ist. Seit einigen Jahren kenne ich englischsprachige Projekte in Second Life zu psychologischen Themen – sei es als Bildungs-, Beratungs- oder Selbsthilfeangebot. Mein Eindruck ist, dass sie recht gut funktionieren und einige Möglichkeiten eröffnen, die in der physischen Welt nicht bestehen. Die jeweiligen Betreiber wissen, welche Probleme dagegen das Internet mit sich bringt, und berücksichtigen dies in der Konzeption ihrer Projekte.
Nun berichtet Christian Jarrett in der aktuellen Ausgabe des Psychologist (Volume 22, Part 6, June 2009), dem Flaggschiff der British Psychological Society, von Vorzügen und Gefahren virtueller Welten für die psychologische Forschung, Therapie und Lehre.

Und ganz zeitgemäß kann der Psychologist auch digital online gelesen werden, als Online-Magazin, das sich durchblättern lässt. Der Artikel “Get a second life” lässt sich direkt anspringen, in dem man direkt über der Präsentationsfläche die Seitenzahl “27″ (von 52) eingibt. Oder indem man den unten eingebetteten Reader anklickt.

(Lesemodus öffnet sich durch Anklicken des Magazins)

Jarrett berichtet in seinem Artikel von konkreten Erfahrungen in psychologischer Forschung, Therapie und Lehre in Second Life.

, , , , ,

No Comments

Webcam from Mars / Lichtverschmutzung

Eine besondere Webcam: vermutlich nicht so massentauglich, da keine Verkehrsunfälle, Spannersituationen oder dergleichen aufgenommen werden, sondern … “nur” der Mars, und zwar vom ESA-Mars-Orbiter Mars Express, der brav in einiger Entfernung an unserem Nachbarplaneten hängt. Hier geht es zur Mars-Webcam, für weitere Bilder klicken sie dort auf “Access gallery here”. [via Go for Launch]

Den Link habe ich vom Fischlog. Dort auch der Hinweis auf die Online-Petition gegen Lichtverschmutzung, die voraussichtlich im Oktober vor einen Ausschuss des Deutschen Bundestags zu Umweltfragen kommt. Da derzeit aber Stadtväter- und mütter, Architekten, Discotheken- und Kneipenbesitzer stolz den Nachthimmel mit langweiligen Laserstrahlen zuballern, sehe ich keine Stimmung dafür, uns den Blick auf die Sterne zu erhalten.
Die Übertragung des 8th European Symposium for the Protection of the Night Sky nach Second Life habe ich leider verpasst.

, , , , ,

No Comments

Aristoteles, E-Mails, Second Life und Freundschaft

Tim Madigan glaubt, dass E-Mail ganz im Sinne von Aristoteles hilft, Freundschaften zu pflegen.
Ich behaupte meinen Freunden gegenüber, dass dies auch für SMS, Weblogs und ganz besonders sogar für Second Life gilt. Normalerweise glaubt mir aber niemand Letzteres, obwohl die meisten von ihnen ohne Telefon und SMS in der Freundschaft nicht auskommen.

, ,

No Comments

IBM engagiert sich weiter in 3D-Welten wie Second Life

IBM konzentriert sich auch weiterhein “auf die Anwendung virtueller Welten in der Wirtschaft und Gesellschaft”. Das Unternehmen setzt auf diese Form der Interaktion, die, verglichen mit dem zweidimensionalen Web, noch in den Anfängen steckt, und hofft auf offene Standards. “Angesichts der Zukunft dieser Industrie glaubt IBM nicht an eine bestimmte Plattform. Second Life war ein Katalysator.” [Interview mit Ian Hughes, IBM, auf Technology Review]

Der Schriftsteller Neil Stevenson hat übrigens Vorzüge des 2D-Web gegenüber dem 3D-Web herausgestellt, die es auch weiterhin unverzichtbar machen werden:

“In vielen Fällen ist 3-D nicht sinnvoll. Die meisten Inhalte des Internets basieren auf Dokumenten wie Texten, Fotos, Videos und Audio. Die sind extrem benutzerfreundlich, so wie sie sind. Die Frage ist: Was kann eine 3-D-Landschaft anbieten, das den hohen Aufwand rechtfertigen würde? Zwei Antworten sind: Eine naturalistische soziale Interaktion und die Möglichkeit, die Warenwelt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Andere Lösungen werden mit der Zeit sicher kommen. Aber Text, Fotos, Video und Audio werden daneben bleiben.”
[Interview mit Stevenson in der Netzeitung

No Comments

Philosophie und Virtuelle Realität – die 90er Jahre

1997 hat Jörg Wurzer ein Buch mit dem Titel “Realität und virtuelle Welten – Philosophie für eine High-Tech-Gesellschaft” veröffentlicht, das offenbar auf seine Promotion an der Uni Bonn zurückgeht.(*)

In der gleichen Zeit war ich Mitarbeiter einer interdisziplinären Forschergruppe zur Modellierung und Simulation von Dynamiken mit vielen interagierenden Akteuren, und habe mich mit den wissenschaftstheoretischen Aspekten von Simulation und Emergenz beschäftigt. Eine Kommilitonin aus der Zeit schrieb gerade ihre Magisterarbeit über “Virtuelle Realität”. Damals konnte niemand so richtig etwas mit unseren Themen anfangen. Heute nun, wo derartige Anwendungen in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit finden, besteht wieder Bedarf an derartigen theoretischen Klärungen. Vieles steckte damals noch in den Kinderschuhen, was zum Einen technisch bedingt war (außerhalb der Forschung gab es kaum praktische Beispiele, und meine Hardware- und Softwareausstattung war selbst für damalige Verhältnisse kümmerlich (warum sollte ein junger Philosoph auch so etwas haben?)), zum anderen auch daran lag, dass man sich auf Neuland bewegte, kaum Vorläufer hatte, wenig Rückhall außerhalb des Spezialistenkreises fand.
Ich bin gespannt wie es jetzt, unter geänderten Vorzeichen, weitergeht. Markt und Medien werden sicherlich Schrittgeschwindigkeit, Ziele und Begriffe diktieren.

(*)Natürlich haben auch die anderen üblichen Verdächtigen, wie Klaus Mainzer sich schon vor einigen Jahren mit dem Thema beschäftigt.

1 Comment

Gibt es nur ein Leben oder nicht vielmehr noch ein zweites?

Es gibt ein zweites Leben, derzeit prominent in Form der virtuellen Online-Realität “Second Life“. In den letzten Wochen überschlägt sich die Medienaufmerksamkeit zu dieser 3D-Internet-Pattform, Firmen ziehen in die Spielewelt mit ganz realen Geschäftsinteressen ein, die Nutzerzahlen steigen rasant, vor wenigen Tagen wurde die Marke von einer Millionen registrierter Teilnehmer geknackt, heute sind es schon 1,2 Millionen. Das zweite Leben nimmt Formen an.
Doch es ist nicht alles Gold was glänzt. Die Nörgeleien über Second Life sind ebenso Legende wie die euphorischen Berichte. Aber, das haben auch schon andere gesagt: es geht gar nicht um Second Life, sondern um neue Techniken der globalen Interaktion, ums neue Web, um eine neue Art von Betriebssystem. Und letzten Endes wird es einmal kein zweites Leben mehr sein, sondern zum ersten dazugehören, wie das Telefon oder das Handy. Man wird sein “zweites Leben” auf einem Mobilgerät mit sich herumtragen, die Grenzen werden verschwimmen und oft auch aus dem Bewusstsein verschwinden.
Zielvorgaben, die SL (Second Life) so nie erreichen wird. Man darf gespannt sein, welche Muskelprotze einen Konkurrenten auf den Markt werfen werden. Google? Wohlmöglich. Microsoft? Auch, aber wer würde denen eine Chance geben? T-Online, 1&1, RTL/SAT1? Hallo, wir sind in Deutschland! Das Internet ist jedoch eine offene Technologie. Das neue Internet, “Web 3.0″ vielleicht – wird es von einem Monopol betrieben werden? Oder werden verschiedene große Anbieter zwar ihr Ding machen (ihre eigene Plattform anbieten), aber mit offenen Schnittstellen? Dann käme es genau auf diese Schnittstellen an. Und dem Zwang, sich ihnen nicht zu verschließen.

For the time being – der heißeste Scheiß ist Second Life. Hier noch ein bisschen mehr Zusammenschau dessen, was da los ist.

Der Travel-Guide von Wired reißt alles an, was man für den Anfang wissen muss: “Taking a trip to the coolest destination on the Web? Our guide tells you where to go, what to do – and how to buy sex organs.“. Eine deutsche Einführung gibt es bei der Netzwelt.

Dieser Artikel gibt eine Übersicht über einige der jüngeren Berichte über Second Life in größeren Medien.

Ok, Second Life ist also cool und angesagt. Unter Umständen kann man auch viel Geld verdienen. Wie bspw. der größte Grundstücksmakler in SL: Anshechung. Anshe Chung (eine Chinesin in Hessen) war 2005 der Avatar mit dem größten Impact auf die Ökonomie in SL.

Die Shortcomings (aktuell):
Der Second Life Herald grantelt
Zur aktuellen Business-Seifenblase: A Gallery of Lies

Bericht aus der Zukunft: Second Life jetzt glattgebügelt (interessante Screenshots früher/heute !) A propos, so etwas hat man schon 2004 da gebaut (mit Cheffe Philip Linden in schickem Outfit)

PR-Angriff aus der Meat-World: Hates on PR Fucktards

Teurer, schöner, größer – der SL-Plebs klagt an: Betrug!

Aber – reden die Lindens überhaupt noch mit dem Volk?

Andere Real-Life-Metaversen
Es gibt auch Alternativen, bislang hat aber noch keine das Potenzial von SL entwickelt.
Entropia (in der Wikipedia dt., engl.). Da geht’s um Geld, bei dem der Spaß irgendwann aufhört.
Und schließlich noch There.

Tipp: Wer die Chats im “Metaversum”, den virtuellen Online-Realitäten, nicht nur ertragen, sondern auch überleben will, kann gelegentlich diese Kommunikationskrücke zu Rate ziehen: MMORPG-Jargon.

3 Comments

Elektrisch leben im Second Life

Mario Sixtus, der Elektrische Reporter, hat schon vor ein paar Tagen ein Interview mit Markus Breuer zum Thema “Second Life” ins Netz gestellt: zu sehen bei GoogleVideo oder bei Sevenload. Markus Breuer äußert sich als bekennender virtueller Zeitverschwender zu technischen, sozialen und im weitesten Sinne kulturphilosophischen Aspekten des Lebens in der Virtuellen Realität.

1 Comment

Heute Webmontag in Second Life

Der nächste Webmontag an dem ich teilnehmen werde (zumindest mal reinschauen werde) findet heute um 20 Uhr in Second Life im Corecon Convention Center statt. (Der Teleport ist nicht immer so genau. Gehen sie zu Plush Phi und steuern sie die Koordinaten 112/14 an.)

Nachtrag: Einen Bericht dazu aus Veranstaltersicht gibt es bei Sebastian Küpers (Pixelsebi).
Weitere Links, Stichworte und ein bisschen Rumgeraune zu Second Life in meinem Kritzelblog.

3 Comments