Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht?

Die derzeitigen öffentlichen Debatten über die Diagnose psychologischer Zustände und über Eingriffe in Persönlichkeitsrechte sind befremdlich. Wenn der öffentliche Diskurs sich zum Experten beispielsweise von Depressionen macht so ist das kein Fortschritt, da es – wie man ja täglich in dieser Debatte sieht – ganz erheblich an Differenzierungen fehlt.

Um das Problem undifferenzierter “Expertenmeinungen” anhand eines Apektes zu pointieren, könnte man beispielsweise auf andere “Risikoberufe” hinweisen, wo man ebenfalls kein kriminelles oder gefährliches psychopathologisches Verhalten erleben möchte – bei Ärzten, Lehrern, Busfahrern, Gemüsehändlern, Bäckern, Administratoren, Programmierern, Köchen, Erziehern, Dönerverkäufern, Polizisten usw. – will man da auch die ärztliche Schweigepflicht lockern?

Die Diagnose psychologischer Erkrankungen ist bei Medizinern wohl besser aufgehoben als bei Medien und Meinungsumfragen.
Und dass eine Änderung der ärztlichen Schweigepflicht die Sicherheit im Effekt beeinträchtigt, befürchtet u.a. Udo Vetter: