Nida-Rümelin im taz-Interview

In der taz gibt Julian Nida-Rümelin ein längeres Interview. Vorrangig geht es um Verantwortung in politischen Institutionen – aus Anlass der Geschichte mit Thomas de Maizière und dem gescheiterten Drohnenprojekt. Dabei gehe es auch um die Verantwortung des Tötens durch technische Systeme. Auch über das Rücktrittstheater im Allgemeinen und die Rolle der Medien wird gesprochen. Und schließlich kommt noch kurz das Thema Willensfreiheit zur Sprache.

Update: Das Interview steht jetzt auch als PDF auf der Homepage von Julian Nida-Rümelin.

Oldie but goldie – “… und die Behandlung von Krankheiten”

Man liest über einen neuen sozialen Roboter, ein aktuelles Resultat der Hirnforschung, die neueste Wunderkombination aus der Gentechnologie, eine sensationelle Maschinenprothese für Menschen – und das bedeutet, man liest mit ziemlicher Sicherheit auch, dass diese neuen Errungenschaften Anlass sind für vielversprechende Aussichten für die Behandlung von Krankheiten.

Der Neuroskeptiker berichtet von einer Episode der Wissenschaftsgeschichte: Der Neurowissenschaftler Angelo Mosso hat am Ende des 19. Jahrhunderts eine Apparatur zur Messung des Gewichts von Hirnaktivitäten entwickelt. Nette Geschichte, mit einem ironischen Nebenaspekt: eine französische Zeitung feierte 1908 Mossos Entwicklung enthusiastisch und glaubt, sie führe zu einer Verbesserung der Therapie von neurologischen und psychischen Erkrankungen.

“Die Behandlung von Krankheiten” ist der “amerikanische Wissenschaftler” der Wissenschafts-PR. Wenn Boulevardblätter berichten, “amerikanische Wissenschaftler” hätten festgestellt …, so verleiht das der Information die notwendige Autorität sowie eine herausgehobene Relevanz. Der Verweis auf die in Aussicht stehenden Therapiemöglichgkeiten erfüllt mediensoziologisch die gleiche Funktion.

Jalees Rehman hat im Guardian gerade einen Artikel veröffentlicht, in dem er dafür plädiert, dass Wissenschaftsjournalismus mehr sein sollte als bloßes Infotainment – er sollte ein kritischer Wissenschaftsjournalismus sein. Rehman schlägt einige Kriterien dafür vor.

Cloud Computing und die Philosophie des Vertrauens

Die Faculty of Philosophy der University of Cambridge hat am 4. und 5. April mit Unterstützung von Microsoft Research Cambridge zwei öffentliche Vorlesungen zum Thema The Philosophy of Trust and Cloud Computing veranstaltet (via). Referenten waren David D. Clark vom MIT und der Moralphilosoph Ian Kerr.
Kerr hat sich in den letzten Jahren mit den ethischen Aspekten von Überwachung, Privatsphäre und Robotik beschäftigt.