Das Ausbleiben (und das Verschwinden) der Konsumenten

Wenn ich Paul Krugman richtig verstanden habe, bekommt die chinesische Ökonomie ein Problem damit, dass die chinesischen Konsumenten nicht genug Geld haben, um zu konsumieren. Und das ist nicht gut für China. Und für den Rest der Welt.

A propos, wenn mein laienhafter Blick nicht täuscht, verschwinden in dem Rest der Welt, der konsumiert, zunehmend die Konsumenten. Und die bevorstehende massive Roboterisierung wirft diesbezüglich einige Fragen auf.

Jedenfalls bekommen wir mit der knappen Ressource Konsumenten ein Problem.

John Searle findet die meisten Auffassungen zum Bewusstsein fürchterlich

Die Tage, wie man im Ruhrpott so schön sagt, haben wir über gute, auf Video aufgezeichnete Vorträge gesprochen, und prompt meldet sich John Searle auf der TEDxCERN-Konferenz mit einem eindrucksvollen Viertelstunden-Vortrag “Consciousness & the Brain” zu Wort, in dem er kurz und bündig locker-flockig aus dem Effeff doziert, dass das Bewusstsein objektiv und keine Illusion sei (und bspw. der Behaviorismus eine peinliche Verirrung). Bewusstsein ist ein biologisches Phänomen wie all die anderen vertrauten biologischen Phänomene – und damit höchst real, so Searle.

Nicht viele Philosophen (oder Wissenschaftler) besitzen die Gabe, einem interessierten Laienpublikum aus dem Stehgreif und kurzweilig die zentralen Positionen ihres Fachgebietes darzustellen und sie pointiert zu bewerten. Voila:

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Oldie but goldie – “… und die Behandlung von Krankheiten”

Man liest über einen neuen sozialen Roboter, ein aktuelles Resultat der Hirnforschung, die neueste Wunderkombination aus der Gentechnologie, eine sensationelle Maschinenprothese für Menschen – und das bedeutet, man liest mit ziemlicher Sicherheit auch, dass diese neuen Errungenschaften Anlass sind für vielversprechende Aussichten für die Behandlung von Krankheiten.

Der Neuroskeptiker berichtet von einer Episode der Wissenschaftsgeschichte: Der Neurowissenschaftler Angelo Mosso hat am Ende des 19. Jahrhunderts eine Apparatur zur Messung des Gewichts von Hirnaktivitäten entwickelt. Nette Geschichte, mit einem ironischen Nebenaspekt: eine französische Zeitung feierte 1908 Mossos Entwicklung enthusiastisch und glaubt, sie führe zu einer Verbesserung der Therapie von neurologischen und psychischen Erkrankungen.

“Die Behandlung von Krankheiten” ist der “amerikanische Wissenschaftler” der Wissenschafts-PR. Wenn Boulevardblätter berichten, “amerikanische Wissenschaftler” hätten festgestellt …, so verleiht das der Information die notwendige Autorität sowie eine herausgehobene Relevanz. Der Verweis auf die in Aussicht stehenden Therapiemöglichgkeiten erfüllt mediensoziologisch die gleiche Funktion.

Jalees Rehman hat im Guardian gerade einen Artikel veröffentlicht, in dem er dafür plädiert, dass Wissenschaftsjournalismus mehr sein sollte als bloßes Infotainment – er sollte ein kritischer Wissenschaftsjournalismus sein. Rehman schlägt einige Kriterien dafür vor.

Roboter werden siegen – und langweilig sein

Schach spielen oder den Turing-Test bestehen, das kann bald jeder Staubsauger. Aber beim Ansehen des folgenden Videos habe ich mich gefragt, ob Maschinen je in der Lage sein werden, so sinnvoll aus Sinn Unsinn zu machen. Dazu muss man wohl – wie der Mensch – solche Fähigkeiten haben wie Pubertätsprobleme oder Zivilisationsneurosen auszubilden.

Oder hier, sowas – Plutarch, Chomsky und Wittgenstein in 5 Minuten:

Umverteilung galore

Der Bedarf und die Notwendigkeit für Umverteilung von Einkommen und Vermögen wird in naher Zukunft aufgrund massiver Roboterisierung drastisch ansteigen – schreibt der Economist. Dies erfordert (natürlich) institutionelle Rahmenbedingungen, die dies gewährleisten.

Technikträume

Während rund ums iPhone die Infantilisierung munter voranschreitet, hat Kalifornien ein Gesetz verabschiedet, das führerlose Autos, sogenannte Autonome Fahrzeuge, auf öffentlichen Straßen legalisieren soll. Ein Traum wird also bald Wirklichkeit, wie die Huffington Post schreibt – ist er ja eigentlich schon längst im Zeitalter autonomer Drohnengeschwader und von Robotern, die Menschen identifizieren und isolieren können.

Sicherlich wird alles immer besser und schöner, auch wenn Bertrand Russell vor 50 Jahren schon konstatierte: “Das ungeheure Wachstum der Macht der Technik machte das Leben viel komplizierter, als es zuvor war.” (Denker des Abendlandes)

Wer solche sinistren Grübeleien gleich wieder verscheuchen möchte, der kann im Web dank WebGL das Innere der Kathedrale Saint Jean betrachten und virtuell mittels Cursortasten durchlaufen. Das Laden der Seite dauert etwas länger, lohnt aber den Vergleich mit ähnlichen Bauten in Second Life (Kölner Dom, Mont Saint Michel, Chou Chou).