Posts Tagged Psychologie

Neuro-Enhancement und Neuroethik: Neil Levy

Neil Levy hat den Eureka Prize for Research in Ethics 2009 der Australian Catholic University erhalten. Der Webseite des Australian Museum zufolge ist Levy (University of Melbourne und Oxford University) ein Pionier der Neuroethik. Er vertritt die These, dass – informierte Einwilligung vorausgesetzt – psychopharmazeutische Behandlung der individuellen Authentizität keinen Abbruch tut. “Dr Levy also argues we need to stop seeing the brain as sacrosanct.
Seine Positionen hat Levy in dem Buch Neuroethics: Challenges for the 21st Century dargelegt. [via]

Update: Boing Boing hat einen Bericht zur Verwendung von chemischen Substanzen zu militärischen Zwecken. Er bezieht sich auf einen Artikel von Malcolm Dando in Nature: Biologists napping while work militarized. Um das Offenkundige explizit zu machen: Natürlich hat dieser Einsatzzweck nichts mit informierter Einwilligung zu tun. Ausführlicher äußert sich dazu Stephan Schleim: “Neuro-Waffen auf dem Vormarsch”.

, , , , , ,

No Comments

Generation Me: Eine narzisstische (selbstverliebte) Jugend

Jean Twenge und W. Keith Campbell analysieren Studien, die zeigen, dass es generationelle Unterschiede bezüglich des Narzissmus gibt: die jüngere Generation (“Generation Y”) sei erheblich individualistischer als die ihr vorausgehenden. Sie beschäftige sich stärker mit den eigenen Wünschen, sei selbstbewusster – aber auch unglücklicher als ältere Generationen. Das Befolgen von Pflichten und sozialen Regeln sei ihr weniger geläufig.

Aus der Kommunitarismusdebatte der 80er und 90er Jahre sind diese Diagnosen den Philosophen bereits vertraut. Sie hat uns darauf vorbereitet, über Umgangsformen mit diesem Phänomen nachzudenken. Eine Lösung haben wir noch nicht gefunden, was zu einem erheblichen Teil der ideologischen Unterfütterung geschuldet ist, mit der manche Positionen in dieser Debatte vertreten wurden. Wer vorgebliche Ursachen aus ideologischen Gründen überzeichnet, wer bei praktischen Alternativen das Kind mit dem Bade ausschüttet, der löst eben kein Problem. Dennoch ist die Debatte nach wie vor aktuell. Es gibt eine Vielzahl von wertvollen Beiträgen und umsichtigen Anaylsen. Die Bewahrung oder Wiederbelebung (oder Neuerschaffung) des Gemeinsinns in einer pluralistischen Gesellschaft (d.h. ohne Bezug auf orthodoxe oder okkulte Authoritäten) ist eine der wichtigsten sozialen Aufgaben unserer Zeit.

, , , , , , , , ,

2 Comments

Zweifel an der Existenz von Spiegelneuronen?

Spiegelneurone sind eine verheißungsvolle Entdeckung – wenn es sie denn wirklich gibt. Derzeit bestehen noch Zweifel:
- All smoke and mirror neurons?
- Can fMRI adaptation demonstrate (or refute) the existence of mirror neurons?

. .

, ,

No Comments

Psychologie: Forschung und Therapie in virtuellen Welten

Bislang stößt man hierzulande im Wesentlichen auf Unverständnis, wenn man von den kollaborativen Chancen virtueller Welten spricht, für die Second Life wohl das prominenteste Beispiel ist. Seit einigen Jahren kenne ich englischsprachige Projekte in Second Life zu psychologischen Themen – sei es als Bildungs-, Beratungs- oder Selbsthilfeangebot. Mein Eindruck ist, dass sie recht gut funktionieren und einige Möglichkeiten eröffnen, die in der physischen Welt nicht bestehen. Die jeweiligen Betreiber wissen, welche Probleme dagegen das Internet mit sich bringt, und berücksichtigen dies in der Konzeption ihrer Projekte.
Nun berichtet Christian Jarrett in der aktuellen Ausgabe des Psychologist (Volume 22, Part 6, June 2009), dem Flaggschiff der British Psychological Society, von Vorzügen und Gefahren virtueller Welten für die psychologische Forschung, Therapie und Lehre.

Und ganz zeitgemäß kann der Psychologist auch digital online gelesen werden, als Online-Magazin, das sich durchblättern lässt. Der Artikel “Get a second life” lässt sich direkt anspringen, in dem man direkt über der Präsentationsfläche die Seitenzahl “27″ (von 52) eingibt. Oder indem man den unten eingebetteten Reader anklickt.

(Lesemodus öffnet sich durch Anklicken des Magazins)

Jarrett berichtet in seinem Artikel von konkreten Erfahrungen in psychologischer Forschung, Therapie und Lehre in Second Life.

, , , , ,

No Comments

Moral und Gefühl bei Säugetieren?

Der Ökologe Marc Bekoff (University of Colorado, Boulder) glaubt, dass in den Gehirnen aller Säugetiere eine moralische Komponente hart verdrahtet sei. Bekoff, der zusammen mit Jane Godall ein Buch über die Verpflichtung zum Erhalt der Umwelt geschrieben hat, hat jetzt mit der Moralphilosophin Jessica Pierce “Wild Justice” veröffentlicht, worin argumentiert wird, dass es bei Säugetieren einen angeborenen Sinn für Gerechtigkeit und Empathie gebe, der helfe, in sozialen Gruppen Aggression einzudämmen und Kooperation zu fördern. Es gäbe immer mehr Belege dafür, heißt es in einem Artikel des Telegraph: “Recent neurology work has also revealed that distantly related mammals such as whales and dolphins have the same structures in their brains that are thought to be responsible for empathy in humans. Other findings have also suggested that some animals may even be capable of showing empathy with the suffering of other species.
Bekoffs Thesen stoßen auf Skepsis und Widerspruch bei anderen Wissenschaftlern. Der Telegraph zitiert Frans de Waal: “I don’t believe animals are moral in the sense we humans are – with well developed and reasoned sense of right and wrong – rather that human morality incorporates a set of psychological tendencies and capacities such as empathy, reciprocity, a desire for co-operation and harmony that are older than our species. Human morality was not formed from scratch, but grew out of our primate psychology. Primate psychology has ancient roots, and I agree that other animals show many of the same tendencies and have an intense sociality.” [via]

, , , , , , ,

No Comments

Philosophie der Neurowissenschaften

Das “Oxford Handbook of Philosophy of Biology”, herausgegeben von Michael Ruse, ist 2008 bei Oxford University Press erschienen. Drei Kapitel daraus können vollständig bei Google Books nachgelesen werden, darunter
- “Philosophy of Neuroscience” von I. Gold & A. Roskies
- “Sociobiology, Evolutionary Psychology, and Cultural Evolution” von Matteo Mameli (Link zum Kapitel im Inhaltsverzeichnis)

, , , , ,

No Comments

Moralpsychologie und Moralphilosophie

Walter Sinnott-Armstrong, der bei MIT Press drei Bände zum Thema “Moral Psychology” herausgegeben hat (das Philoblog berichtete im Dezember), diskutiert im aktuellen Podcast von Philosophy Bites über die Relevanz von psychologischer Forschung für die Moralphilosophie.

, , , ,

No Comments

Wittgensteins Bedeutung für die Psychologie

Band 27/2 (August 2009) der Zeitschrift “New Ideas in Psychology” ist dem Thema “Mind, Meaning, and Language: Wittgenstein’s Relevance for Psychology” gewidmet. Die Beiträge (u.a. von Rom Harré) handeln vom Regelbefolgen, von Normativität und Intention, Folk Psychology, der Analyse von Emotionen und weiteren Themen.

, ,

No Comments

Das moralische Thermostat: Die Guten verhalten sich schlecht

Not Exactly Rocket Science berichtet von einem moralphilosophisch interessanten Ergebnis psychologischer Studien von Sonya Sachdeva: “Through three psychological experiments, Sonya Sachdeva from Northwestern University found that people who are primed to think well of themselves behave less altruistically than those whose moral identity is threatened. They donate less to charity and they become less likely to make decisions for the good of the environment. … Having established our persona as a do-gooder, we feel less impetus to bear the costs of future moral actions.

,

No Comments

Darwin und Psychologie

Die jüngste Ausgabe der Zeitschrift “American Psychologist” (2009 Volume 64, Issue 2 (Feb-Mar)) widmet sich dem Thema Darwin and Psychology. 16 Aufsätze beschäftigen sich unter anderem mit der Bedeutung von Darwins Theorie für Francis Galton, James Baldwin, die Psychologie der Gefühle und die Evolutionäre Psychologie. Die Beiträge sind online abrufbar.

, , , ,

No Comments

Philosophie der Psychologie – ein e-Journal

Auf das e-Journal Philosophie der Psychologie habe ich vor einiger Zeit schon hingewiesen. Seitdem sind bereits 3 weitere Ausgaben erschienen, die nächste folgt im März.
Damit findet man auf der Webseite bereits eine beachtliche Zahl interessanter Beiträge aus dem Themenspektrum, das die Herausgeber folgendermaßen beschreiben:

Die hier versammelten Beiträge beziehen sich auf drei Problembereiche: Im Sinne einer Wissenschaftstheorie der Psychologie beschäftigen sie sich einerseits mit den begrifflichen Vorgaben und den Erklärungsformen der Psychologie. Eine weitere Gruppe von Aufsätzen untersucht die für gewöhnlich der Psychologie zugeordneten Themen und Phänomene aus philosophischer Sicht und setzt damit die Tradition einer philosophischen Psychologie fort. Und zum Dritten setzen sich einige Arbeiten mit den Ansprüchen von Psychologie und Philosophie auf Verstehen, Heilung oder Linderung psychischen Leidens auseinander.

Interessant ist auch die dort aufgeührte (Amazon-)Liste der Neuerscheinungen.

,

No Comments

HABE ich meinen Körper? Reflexionen zu Monismus versus Dualismus

Helmut Wicht hat einen Vortrag von Martine Nida-Rümelin zur Transpersonalen Identität gehört und reflektiert im Anschluss daran seine Intuitionen zu Dualismus / Monismus. Dieses Posting hat mir in seiner Direktheit gut gefallen.

, , , , , ,

No Comments