Posts Tagged Psychologie

Jesse Prinz malt Bilder von Köpfen

Jesse Prinz ist durch seine Veröffentlichungen zur Philosophie der Psychologie bekannt. Gerade eben ist sein Buch “Beyond Human Nature: How Culture and Experience Shape Our Lives” erschienen, mit dem er zu einer realistischeren und ausgewogenen Debatte um Natur/Kultur beitragen will. 2007 veröffentlichte er “The Emotional Construction of Morals“, und 2004 “Gut Reactions: A Perceptual Theory of Emotion” (beide bei Oxford University Press). Demnächst erscheint von ihm “The Handbook of Philosophy of Psychology”, ebenfalls bei OUP.

Während Sitzungen malt Jesse Prinz Bilder von Köpfen. Köpfe mit Schubladen, mit Einblicken ins Gehirn, Köpfe mit Vögeln oder Köpfe mit Obst. Unzählige dieser Bilder hat er auf seiner persönlichen Website veröffentlicht. Da die Seite als Frameset programmiert ist – wie es vor 10 Jahren einmal üblich war – führt das Verfolgen des direkten Links zu den Zeichnungen leider dazu, dass man das Hauptmenü nicht sieht. Aber zum Navigieren innerhalb der Zeichnungskategorien reicht der Direktlink vollkommen aus.
Hier also der Direktlink zu den Zeichnungen, und hier der Link zur Hauptseite.

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Ein Buch, das alle (Psychologen) lesen sollten

Ein Buch, das alle lesen sollten? Auf eine solche Frage wird man 4 Antworten bei 3 Befragten erwarten. Das scheint auch auf diese Linkliste für Psychologen zuzutreffen, mit Ausnahme einer Empfehlung – der einzigen nämlich, die mehrfach genannt wurde: William James‘ “Principles of Psychology” aus dem Jahr 1890.

Dieses Buch ist ein Klassiker und ein Meisterwerk der Wissenschaftsprosa. Er setzt sich darin unter anderem mit Positionen von David Hume, Immanuel Kant, John Stuart Mill, Wilhelm Wundt und Ernst Mach auseinander. James nimmt sowohl zum Materialismus als auch zum Dualismus eine differenzierte, pragmatische Haltung ein.

Digitalisierte Ausgaben der “Principles of Psychology” sind hier zu finden – leider nur auf englisch. Eine deutsche Übersetzung gibt es aktuell nicht.

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Rudolf-Carnap-Lectures mit Ned Block und Susan Carey

Die Rudolf-Carnap-Lectures, die vom 31. Mai bis zum 2. Juni an der Ruhr-Universität Bochum stattfinden, haben diesmal einen psychologischen Schwerpunkt. Als Gäste sind der Professor für Philosophie und Psychologie Ned Block sowie die Psychologin Susan Carey eingeladen. Das Programm ist auf dieser Seite veröffentlicht.

Graduierte sind aufgerufen, Vorträge einzureichen, die mit den Themen der Gastvorträge von Block und Carey zu tun haben oder jedenfalls in den Bereich der Philosophie des Geistes und der Entwicklungspsychologie gehören.

Die von Albert Newen initiierten Carnap-Lectures werden im Jahr 2013 David Chalmers zu Gast haben, der sich in seinem neuen Buch “Constructing the world” mit Carnaps “Logischem Aufbau der Welt” auseinandersetzt (siehe meinen Beitrag zum “Aufbau”hier). Zu seinem Buch hatte Chalmers 2010 die John-Locke-Lectures in Oxford gehalten, von denen Handouts, Tonmitschnitt und Folien hier heruntergeladen werden können. Ein Manuskript von Chalmers Buch ist auf dieser Seite erhältlich.

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Was wäre ein selbstbestimmtes Leben? Rezensionen zu Peter Bieris “Wie sollen wir leben?”

Nach seiner Reflexion über das “Handwerk der Freiheit“, in der Peter Bieri, statt philosophische Lehren und Positionen aufzuzählen, sich in einer literarisch-philosophischen Weise einem lebensrelevanten Begriff von Freiheit nähert, ist nun mit seinem neuen Buch “Wie sollen wir leben?” ein weiterer solcher Versuch erschienen, in dem es um Selbstbestimmung und Selbsterkenntnis geht.

Bieri entfaltet explizit ein Verständnis von Philosophie, dass sie nicht auf reine “begriffliche Turnübungen” beschränkt, sondern sie bei der Klärung lebenspraktischer Fragen an die Seite der Psychologie stellt.

Rezensionen zu “Wie sollen wir leben?” haben Christian Geyer in der FAZ und Manfred Geier in der Süddeutschen geschrieben.

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Neurowissenschaft und Philosophie – Colin McGinn rezensiert V.S. Ramachandran

Colin McGinn hatte im März bei der New York Review of Books das Buch “The Tell-Tale Brain” von V.S. Ramachandran rezensiert, und im Juni erschien dort eine Antwort von Ramachandran sowie McGinns Antwort auf die Antwort (wie es üblich ist). Die Rezension und Diskussion bieten einen guten Eindruck vom Stand der Neurowissenschaft und der Beantwortung von Fragen aus der Philosophie des Geistes. Der neurowissenschaftliche Enthusiasmus, Funktionen des Gehirns und psychologische Vorgänge generell erklärt zu haben, wird von Philosophen in den letzten Jahren häufiger skeptisch beurteilt. Dies ist keine Generalskepsis bezüglich der Relevanz dieser Forschung als solcher, sondern richtet sich auf zu weitreichende Thesen, die beanspruchen, klassische Probleme der Psychologie und Philosophie des Geistes gelöst zu haben.

Zunächst stellt Colin McGinn fest: “This is the best book of its kind that I have come across for scientific rigor, general interest, and clarity.” Dann diskutiert er mehrere Annahmen Ramachandrans kritisch, denn “the relationship between mental function and brain anatomy is nowhere near as transparent as in the case of the body [and physiology] —we can’t just look and see what does what.” Er schildert die von Ramachandran besprochenen Phänomene, wie Phantomvorstellungen von Körperteilen, Spiegelneurone und Sprache, die faszinierend seien, bei denen aber die philosophischen Fragestellungen falsch dargestellt seien und deshalb nicht befriedigend beantwortet werden. Ob Spiegelneurone wirklich ausreichen, um Empathie und Imitation zu erklären, bezweifelt McGinn – wie dies ja auch schon Patricia McChurchland getan habe.
Neurowissenschaft sei faszinierend, sei aber noch nicht über das Anfangsstadium der elementarsten Beschreibungen hinausgekommen.

In seiner Antwort begrüßt Ramachandran die Rezension McGinns, bestreitet aber, dass die philosophischen Fragen geklärt sein müssten, bevor man mit der Forschung beginnt. Daraufhin bekräftigt McGinn seinen “point … that the brain does not wear its functions on its face in the way the gross anatomy of the body does.” Die Fragen nach Willensfreiheit und Qualia können nicht durch Neurologie gelöst werden: “these questions are not going to be resolved by discovering the neural correlates of such things. Here I suggest that he consult an introductory text in philosophy of mind“. Dies, so schließt McGinn “might lead to a neuroscientist with philosophical sophistication — which would be something of real value in today’s intellectual culture.”

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Philosophie und Psychiatrie – Jaspers-Kongress in Heidelberg

Zur Zeit (15. – 16.9. 2011) findet in Heidelberg der Jaspers-Kongress statt. Titel der Veranstaltung ist ’100 Years of Karl Jaspers’ “General Psychopathology”‘.

Dabei geht es unter anderem um “Fragen, die Patienten in ihrem Selbsterleben existentiell betreffen, wie die nach der eigenen Identität, der Wirklichkeit oder der Seele. Ein philosophisch geschulter Psychiater kann mit diesen Themen umgehen und den Patienten geeignete Impulse geben.

Organisator des Kongresses ist Thomas Fuchs, Karl Jaspers-Professor für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Heidelberg.

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Im Netz gelesen

1. Deutsche Wirtschafts- und Bildungspolitik aus amerikanischer Sicht: The German Example

2. Twitter-Searchtools

3. Debunking people’s belief in free will takes the intention out of their movements

4. Über die NSDAP-Mitgliedschaft bundesrepublikanischer Größen von denen jüngst Malte Herwig berichtete.

5. Mit Pop statt Theorie für die Wiederbelebung von Marx – natürlich mit Zizek: Der Philosoph als Standup-Comedian und Dauerperformer

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Wird die Hirnforschung Psychologie und Philosophie überflüssig machen?

In Amsterdam findet vom 1. bis 3. April 2011 die Konferenz “Imaging the mind” statt. Sie soll, so Stephan Schleim, einer der Organisatoren, den aktuellen Stand der Hirnforschung ermitteln und einen Ausblick auf die Entwicklung von Psychologie, Philosophie und Hirnforschung werfen.
Die bildgebende Hirnforschung hat manche in dem Optimismus bestärkt, die letzten Fragen des menschlichen Bewusstseins klären zu können – und eventuell sogar Psychologie und Philosophie überflüssig zu machen. “Doch es häufen sich auch kritische Stimmen, welche die Erklärungskraft dieser Methoden für das Verständnis des menschlichen Geistes infrage stellen”, wie Stephan Schleim in seinem Blogeintrag berichtet.

Starke Zweifel haben beispielsweise Philosophen wie Julian-Nida Rümelin oder Ansgar Beckermann in ihren Büchern formuliert. (Links zu Amazon)

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Rezension des “Oxford Handbook of Philosophy and Neuroscience”

Gary Hatfield hat bei Notre Dame Philosophical Reviews eine ausführliche Rezension des von John Bickle herausgegebenen “Oxford Handbook of Philosophy and Neuroscience” (OUP 2009, 635 Seiten) veröffentlicht. Das Buch enthält 23 Beiträge, die in sieben Teilen organisiert sind:

Part I: Explanation, Reduction, and Methodology in Neuroscientific Practice
Part II: Learning and Memory
Part III: Sensation and Perception
Part IV: Neurocomputation and Neuroanatomy
Part V: Neuroscience of Motivation, Decision Making, and Neuroethics
Part VI: Neurophilosophy and Psychiatry
Part VII: Neurophilosophy

Hatfield stellt fest, dass es sich nicht um ein Handbuch handelt, das seine Aufgabe darin sieht, einen fortgeschrittenen Überblick eines Sachbereiches zu bieten. Dazu fehle es an einer systematischen Darbietung von Einzelfragen und einer Diskussion aller relevanten methodologischen Fragen. Der Herausgeber erklärt dies damit, dass Philosophie und Neurowissenschaften noch ein junges, sich entwickelndes Feld sei.

Insofern ist der Band, so Hatfield, eher eine Sammlung von Forschungsüberblicken bestimmter Autoren, was sich auch darin manifestiere, dass kaum andere Philosophen, die sich mit den neurologischen Aspekten der Geist-Gehirn-Beziehung beschäftigen, zitiert würden. Auch ein Kapitel zur historischen Entwicklung des Sachbereiches fehle; allerdings steuere William Bechtel in seinem Beitrag einen Teil dazu bei. (In einer Fußnote kritisiert Hatfield außerdem Patricia Churchlands Buch “Neurophilosophy” als “noteworthy for its lack of attention to actual theories in scientific (as opposed to a mythical “folk”) psychology and for its mischaracterization of the theories on memory that it does discuss“.)

Folglich empfiehlt Hatfield das Buch offenbar weniger als Handbuch als vielmehr als Sammelband verschiedener Beiträge zu unterschiedlichen Fragestellungen in diesem Arbeitsgebiet:

The volume is to be commended for collecting chapters that address issues of reduction, intentional eliminativism, enactivism, and the extended mind, as well as several nuts-and-bolts case studies in the practice of neuroscience. Depending on one’s specific interests, there is more or less to find. It is a good starting place especially for those interested in current controversies in the neuroscientific reduction of memory consolidation. (NDPR)

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Neue Einträge in der Stanford Encyclopedia of Philosophy

In der Stanford Encyclopedia of Philosophy tut sich so viel, dass man allein hier genug Lesestoff für lange Herbstabende findet. Unter anderem zu folgenden Personen und Themen gibt es neue (oder revidierte) Artikel, die ich besonders interessant finde:

Jean Jacques Rousseau (neu)

Carl Hempel (neu)

Charlie Dunbar Broad (neu)

Hume’s Moral Philosophy (revidiert)

Leukipp (revidiert)

Demokrit (revidiert)

Aristoteles’ Psychologie (revidiert)

Aufklärung (neu)

Simone de Beauvoir (revidiert)

Otto Neurath (neu)

Folk Psychology als Theorie (revidiert)

Philosophie der Psychiatrie (neu)

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Sucht und Selbstkontrolle – Patricia Churchland über Entscheidungen

Auf einer Konferenz des Oxford Centre for Neuroethics unter dem Titel “Mechanisms of Self-Control: The lessons from Addiction” referiert Patricia Churchland und diskutiert mit George Ainslie. (Das Embedding des Videos funktioniert leider nicht wie angegeben, aber es kann auf der Webseite angesehen werden.)

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Was ist Lacansche Psychoanalyse?

Das Wall Street Journal berichtete vor einem Monat, dass Argentinien relativ zur Einwohnerzahl die meisten Psychologen aufweist. Vaughan Bell bietet auf Mind Hacks eine Erklärung zu diesem Phänomen. Die Argentinier hätten eine kulturell verwurzelte Faszination für die Psychoanalyse nach Freud. Ebenso sei Argentinien ein Zentrum der Lacanschen Psychoanalyse, die er wie folgt beschreibt:

If you can, imagine a French post-modern take on Freud. If you can’t, reading Lacan is unlikely to help because it’s an almost impenetrable reinterpretation of what was already a set of theories that was fairly loopy in places.

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