Interview mit Michael Ruse

Michael Ruse, Wissenschaftsphilosoph und Wissenschaftshistoriker, ist hierzulande der breiteren Öffentlichkeit vielleicht noch am ehesten durch seine Auseinandersetzungen mit dem Kreationismus bekannt. Clifford Sosis hat ein ausführliches Interview mit ihm geführt, das interessante biografische, wissenschaftshistorische und zeitgeschichtliche Aspekte berührt.

Buddhistische Philosophie – Die Madhyamaka-Schule

Eine der bekanntesten Schulrichtungen der buddhistischen Philosophie ist die Madhyamaka-Schule. Sie geht auf den indischen Philosophen Nagarjuna zurück und stellt einen der zwei Hauptzweige des Mahayana-Buddhismus dar. Zu ihr zählen weitere bedeutende Philosophen wie Candrakirti und Santideva. Ab dem 9. Jahrhundert prägte die Madhyamakarichtung insbesondere den Tibetischen Buddhismus.

Nun ist der Artikel zu Madhyamaka in der Stanford Encyclopedia of Philosophy gründlich überarbeitet worden.

Deutsche Philosophie des 18. Jahrhunderts vor Kant

In der Stanford Encyclopedia of Philosophy ist Brigitte Sassens Eintrag “18th Century German Philosophy Prior to Kant” gründlich überarbeitet worden. Der Artikel bietet einen guten ersten Überblick über dieses interessante Thema.

Die Aufklärungsphilosophie hat in Deutschland in Christian Thomasius einen wichtigen frühen Vertreter, wobei der Pietismus den Hintergrund der intellektuellen Auseinandersetzungen abgibt. Christian Wolff ist der nächste größere Meilenstein, und etwa gegen Mitte des 18. Jahrhunderts waren immer mehr Übersetzungen der englischen, schottischen und französischen Aufklärungsphilosphie in Deutschland verfügbar, so dass der Eintrag feststellt: “after 1750 and before 1781 was a period not of any one dominant school“.

Philosophie der normalen Sprache – Ein Rückblick

T. P. Uschanov schreibt in “The Strange Death of Ordinary Language Philosophy” über die Attacken von Ernest Gellner auf die Philosophie der normalen Sprache in seinem Buch ‘Words and Things’ (1959). Das Buch erregte viel Aufsehen und eine Kontroverse. Bald darauf wurde es still um die Philosophie der normalen Sprache (Wittgenstein, Ryle, Austin u.a.). ‘Words and Things’ sei ein schlechtes Buch, das für viele falsche Auffassungen in der nachfolgenden Literatur verantwortlich sei.

Uschanovs Artikel ist recht umfangreich – er selbst nennt ihn einen “Leviathan”. Zahllose Thesen und Details werden aufgeführt. Darunter auch humorige, wie die von Mary Warnock wiedergegebene Beobachtung, es sei in Oxford ein running joke gewesen, dass Ryle nur deshalb die Idee eines “inneren Lebens” in Frage stellen konnte, weil er selbst keines gehabt habe.

Auszeichnung für Ursula Renz

Ursula Renz hat für ihr Buch “Die Erklärbarkeit von Erfahrung: Realismus und Subjektivität in Spinozas Theorie des menschlichen Geistes”, erschienen bei Klostermann, den Preis des Journal of the History of Philosophy für die beste Veröffentlichung zur Philosophiegeschichte im Jahr 2010 erhalten.

Eine Rezension des Buches hat Martin Saar im September bei NDPR veröffentlicht.

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Blackburn rezensiert Collingwood-Biografie

Simon Blackburn rezensiert Fred Inglis’ Biografie “History Man: The Life of R.G. Collingwood”. Collingwood war ein brillianter Philosoph und Historiker, so Blackburn. Neben seinen bekannten historischen und philosophiegeschichtlichen Arbeiten sind seine philosophy of mind und seine philosophy of art bemerkenswert modern. Allerdings findet Collingwood in der heutigen Philosophie meist nur in Fußnoten Beachtung, was möglicherweise auch, so vermutet Blackburn, an seiner ostentativen Unbescheidenheit liegt (wie er im Vergleich zu Wittgenstein verdeutlicht).