Rudolf-Carnap-Lectures mit Ned Block und Susan Carey

Die Rudolf-Carnap-Lectures, die vom 31. Mai bis zum 2. Juni an der Ruhr-Universität Bochum stattfinden, haben diesmal einen psychologischen Schwerpunkt. Als Gäste sind der Professor für Philosophie und Psychologie Ned Block sowie die Psychologin Susan Carey eingeladen. Das Programm ist auf dieser Seite veröffentlicht.

Graduierte sind aufgerufen, Vorträge einzureichen, die mit den Themen der Gastvorträge von Block und Carey zu tun haben oder jedenfalls in den Bereich der Philosophie des Geistes und der Entwicklungspsychologie gehören.

Die von Albert Newen initiierten Carnap-Lectures werden im Jahr 2013 David Chalmers zu Gast haben, der sich in seinem neuen Buch “Constructing the world” mit Carnaps “Logischem Aufbau der Welt” auseinandersetzt (siehe meinen Beitrag zum “Aufbau”hier). Zu seinem Buch hatte Chalmers 2010 die John-Locke-Lectures in Oxford gehalten, von denen Handouts, Tonmitschnitt und Folien hier heruntergeladen werden können. Ein Manuskript von Chalmers Buch ist auf dieser Seite erhältlich.

Philosophie und Psychiatrie – Jaspers-Kongress in Heidelberg

Zur Zeit (15. – 16.9. 2011) findet in Heidelberg der Jaspers-Kongress statt. Titel der Veranstaltung ist ‘100 Years of Karl Jaspers’ “General Psychopathology”‘.

Dabei geht es unter anderem um “Fragen, die Patienten in ihrem Selbsterleben existentiell betreffen, wie die nach der eigenen Identität, der Wirklichkeit oder der Seele. Ein philosophisch geschulter Psychiater kann mit diesen Themen umgehen und den Patienten geeignete Impulse geben.

Organisator des Kongresses ist Thomas Fuchs, Karl Jaspers-Professor für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Heidelberg.

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Rezension des “Oxford Handbook of Philosophy and Neuroscience”

Gary Hatfield hat bei Notre Dame Philosophical Reviews eine ausführliche Rezension des von John Bickle herausgegebenen “Oxford Handbook of Philosophy and Neuroscience” (OUP 2009, 635 Seiten) veröffentlicht. Das Buch enthält 23 Beiträge, die in sieben Teilen organisiert sind:

Part I: Explanation, Reduction, and Methodology in Neuroscientific Practice
Part II: Learning and Memory
Part III: Sensation and Perception
Part IV: Neurocomputation and Neuroanatomy
Part V: Neuroscience of Motivation, Decision Making, and Neuroethics
Part VI: Neurophilosophy and Psychiatry
Part VII: Neurophilosophy

Hatfield stellt fest, dass es sich nicht um ein Handbuch handelt, das seine Aufgabe darin sieht, einen fortgeschrittenen Überblick eines Sachbereiches zu bieten. Dazu fehle es an einer systematischen Darbietung von Einzelfragen und einer Diskussion aller relevanten methodologischen Fragen. Der Herausgeber erklärt dies damit, dass Philosophie und Neurowissenschaften noch ein junges, sich entwickelndes Feld sei.

Insofern ist der Band, so Hatfield, eher eine Sammlung von Forschungsüberblicken bestimmter Autoren, was sich auch darin manifestiere, dass kaum andere Philosophen, die sich mit den neurologischen Aspekten der Geist-Gehirn-Beziehung beschäftigen, zitiert würden. Auch ein Kapitel zur historischen Entwicklung des Sachbereiches fehle; allerdings steuere William Bechtel in seinem Beitrag einen Teil dazu bei. (In einer Fußnote kritisiert Hatfield außerdem Patricia Churchlands Buch “Neurophilosophy” als “noteworthy for its lack of attention to actual theories in scientific (as opposed to a mythical “folk”) psychology and for its mischaracterization of the theories on memory that it does discuss“.)

Folglich empfiehlt Hatfield das Buch offenbar weniger als Handbuch als vielmehr als Sammelband verschiedener Beiträge zu unterschiedlichen Fragestellungen in diesem Arbeitsgebiet:

The volume is to be commended for collecting chapters that address issues of reduction, intentional eliminativism, enactivism, and the extended mind, as well as several nuts-and-bolts case studies in the practice of neuroscience. Depending on one’s specific interests, there is more or less to find. It is a good starting place especially for those interested in current controversies in the neuroscientific reduction of memory consolidation. (NDPR)

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