Studier nicht Geisteswissenschaften!

Thomas H. Benton hat im Chronicle of Higher Education einen Artikel veröffentlicht, in dem er eindringlich davor warnt, ein geisteswissenschaftliches Studium an einer Graduate School aufzunehmen: “The Big Lie About the ‘Life of the Mind’“. Offenbar beobachtet und kommentiert Benton seit Jahren die berufliche Situation von Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer in den USA. Die Situation dort ist sicher anders, und in Manchem vielleicht extremer als in Deutschland. Doch so ganz unvertraut kommen einem seine Beschreibungen von frustrierender Jobsuche und falschen Versprechungen und Erwartungen nicht vor.
Schon in früheren Artikeln war sein Fazit: “Lass es einfach!” Die Berufsaussichten für Geisteswissenschaftler seien schlecht, die finanzielle und psychische Belastung für Graduierte auf der in den meisten Fällen jahrelangen Jobsuche extrem. Im Prinzip sei ein höherer Abschluss in einem geisteswissenschaftlichen Fach nur für Leute geeignet, die keine finanziellen Sorgen haben – also Kinder wohlhabender Eltern oder Partner von etablierten Berufstätigen. Ein PH.D. sei ein zu großes berufliches Risiko, die Professoren würden diese Realität kaum ausreichend ihren Studenten vermitteln, und der leisen Hoffnung, gut genug für eine der wenigen Anstellungen im akademischen Bereich zu sein, stünde die Inflation an Absolventen gegenüber.

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