Posts Tagged Musik

Diedrich Diederichsen über Glück

Im kürzlich erschienenen interdisziplinären Handbuch “Glück”, herausgegeben von Dieter Thomä, Christoph Henning und Olivia Mitscherlich-Schönherr, schreibt der Poptheoretiker Diedrich Diederichsen über “Figuren des Glücks in der frühen Pop-Musik“.

Es geht unter anderem um verfehltes Glück, falsches Glück, Glücklosigkeit, Glück unter Bedingungen der Entfremdung / Ausbeutung, Jefferson Airplane, Hippie-Musik, Beatles, Punk und die Kinks.

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Professionell und tough

Intelligent genug? Seriös genug? Erfolgreich genug? Zweifel dieser Art sind wohl nicht allein deutsche Tugenden, sondern globale Kennzeichen des allgemein verbreiteten verkrampften und verkniffenen Wahnsinns, demzufolge man eher weniger lächelt, weniger freundlich ist und weniger lässig.

Wie angenehm ist es da, den Neurowissenschaftler Joseph LeDoux mit seiner Musikcombo “The Amygdaloids” zu sehen, wie hier im neuesten Video “Map of Your Mind”. Professoren auf die Kleinkunstbühne! – das ist meine heutige Empfehlung zur Bildungsreform.

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Hayek vs. Keynes Rap, v.2

Anfang des Jahres begeisterte die Webseite EconStories mit dem Hayek-vs.-Keynes-Rap. Der Economist veranstaltete nun am 25. Oktober ein Forum mit Finanzmanagern, Politikern, Bankern und Ökonomie-Nobelpreisträgern, auf dem der Song live aufgeführt wurde. In einer anschließenden Diskussion schilderten die Produzenten und Darsteller ihre Ideen und Pläne. Hier der bericht dazu bei EconStories [via]

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Carrie Jenkins – Philosophie im Internet

Als wenn ich nicht schon genug Tabs geöffnet hätte!

Über ein Foto auf Twitpic bin ich auf die Philosophin Carrie Jenkins gestoßen – und bei ihr gibt es so viel im Internet zu sehen, dass ich hier erst einmal nur ein paar Links abladen kann:

Pappmaché-Figur von Rudolf Carnap auf einem Bücherregal

Ihr Youtube-Kanal, auf dem es beispielsweise einen Song über Willard Van Orman Quine und einen übers A priori gibt. Wirklich feine Musik.

Die Webseite der 21st Century Monads, eine Band von Philosophen mit Songtiteln wie “My paper was rejected again” oder “We can’t stop doing metaphysics”

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Interaktive Visualisierung von Musik

Jonas Friedemann Heuer hat als Studienprojekt an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd ein Instrument zur Visualisierung von Musik – am Klavier gespielt – entwickelt. Es heißt Clavilux2000 und wurde mit vvvv programmiert. Jede gespielte Note entspricht einem Streifen in der Visualisierung, wobei die Länge des Streifens die Geschwindigkeit und seine Breite die Länge der Note anzeigt. Da die Streifen in der Visualisierung nicht verschwinden, mit der Zeit also akkumulieren, ergibt sich ein interessanter visueller Eindruck des gespielten Stückes. Das Video zeigt diesen fantastischen Effekt.

Clavilux 2000 – Interactive instrument for generative music visualization from Jonas Heuer on Vimeo.

Fotos und ein weiteres Video finden sich auf der Projektseite.

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Hayek vs. Keynes – als Rap

Die Seite econstories.tv von John Papola und Russ Roberts will über ökonomisches Denken aufklären. Dort ist jetzt ein Musikvideo erschienen, in dem John Maynard Keynes und F. A. Hayek in Form eines Rap-Songs ihre Ansichten zu Ökonomie und Wirtschaftspolitik zum Besten geben. Der Text ist auf der Seite ebenfalls zu lesen. Das Alles ist ziemlich gut gemacht und auch inhaltlich erstaunlich gut – mit einer Ausnahme, die bei weissgarnix erwähnt wird, die das Video aber auch als “genial” bezeichnen. Dort findet sich in den Kommentaren auch eine deutsche Übersetzung.
Der Song ist bei econstories.tv kostenlos erhältlich.

Update: Jetzt gibt es auch eine neue Version davon.

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“Minima Moralia” als Punk Album

Anti-Anti-Anti-Anti- … ich weiß nicht, wie viele Negationen man dafür verwenden müsste, aber jedenfalls ist es ganz undialektisch amüsant, dass Brian Joseph Davis versucht hat, Theodor Adornos “Minima Moralia” als Punk-EP zu vertonen:

It’s just a bad idea … Greil Marcus … made a glib aside about Marxist theorist Theodore Adorno and his exhiled-in-1940s-America memoir, Minima Moralia. With its bleaker-than-black humour and dismantling of modern life, Marcus said it would have made an excellent punk album. Why not take this pop wish and make it come true?

Zu finden ist diese EP als Download bei UbuWeb, das Cover dazu ist bei Rhizome abgebildet.

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Familie Wittgenstein

Alexander Waugh hat eine Biografie der Familie Wittgenstein geschrieben, in der besonders Ludwigs Bruder Paul im Mittelpunkt steht. “The House of Wittgenstein: A Family at War” erscheint am Montag in Großbritannien, und ist für den 24. Februar 2009 in den USA angekündigt. Einen Auszug daraus kann man beim Telegraph lesen.

Es gibt bereits zahlreiche Rezensionen im englischsprachigen Web:
- von Ray Monk bei Standpoint.Online
- die von Kevin Jackson bei TimesOnline erscheint in der morgigen Druckausgabe,
- von Simon Heffer bei Literary Review
- eine von Noel Malcolm und eine weitere von Duncan Fallowell beim Telegraph
- von Susanna Rustin ein Gespräch mit dem Autor im Guardian

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I ♥ Adorno

Schöne Idee für ein poppiges T-Shirt: “I (heart) Adorno.

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Nietzsche und die Musik

“Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.” – Friedrich Nietzsche

Vielleicht zu Recht hat Rüdiger Safranski in seiner Nietzsche-Biografie Erläuterungen über das Verhältnis des Philosophen zur Musik an den Anfang gesetzt.

Nietzsche komponierte auch selbst Musik. Einige Beispiele sind bei “Nietzsche und die Musik” zu finden

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Musikindustrie: Missbrauch moralischer Konzepte und Angriff auf die Privatsphäre

Heise-Online berichtet, dass die Deutsche Musikwirtschaft (in Gestalt der deutschen Sektion der International Federation Of Producers Of Phonograms And Videograms (IFPI)) einen “besseren Schutz für Kreative und Verwerter fordert.” Sich für die eigenen Rechte einzusetzen, ist jedem unbenommen. Hier plakativ den eigenen Anspruch mit der Formulierung “Schutz der Kreativen” zu schmücken ist jedoch nur ein rhethorisch-strategischer Winkelzug. Die überwiegende Zahl der Kreativen in Deutschland dürfte sich wohl kaum durch die Musikwirtschaft repräsentiert, geschweige denn geschützt fühlen. Ein aktuelles Beispiel: Wenn künstlich gepushte Teenie-Bands in einer routinemäßig betriebenen Kampagne zu Mediensternchen werden und Prädikate wie “Beste deutsche Band” verliehen bekommen, obwohl das Gros der vielen frischen, kreativen und originellen Musiker überhaupt niemals eine Chance der Berücksichtigung in diesem Medienkartell haben wird, so lässt das zumindest Zweifel aufkommen, inwiefern sich hier “Künstler” repräsentiert fühlen dürfen. Und zwar nicht nur bei Musikern, sondern auch beim Publikum, das eben NICHT die beste deutsche Band präsentiert bekommt, sondern lediglich den aktuellen Liebling der Musikindustrie.

Die moralische Position des Anliegens der Deutschen Phonoverbände wird aber gänzlich in Misskredit gebracht durch die Forderung nach einem “Auskunftsanspruch gegen Internetserviceprovider über die Identität” von Internetnutzern. Dies untergräbt eines der Fundamente eines freiheitlichen Rechtsstaates, der seine Bürger vor unbotmäßigen Begehren und Missbrauch seiner schwachen Position schützt. In den letzten Jahren hat man schon verschiedene haarsträubende Positionen zur Aushöhlung des Schutzes der Privatsphäre zur Kenntnis nehmen dürfen. Die Auffassung, wirtschaftliche Organisationen sollten die Funktion von Institutionen des Rechtsstaates übernehmen ist eine der abenteuerlichsten.
Bemerkenswert daran ist auch die Vehemenz, mit der diese Forderung vorgetragen wird, und andererseits der kaum spürbare Widerspruch dagegen. Ist den Beteiligten und der Öffentlichkeit überhaupt gar nicht bewusst, um welch fundamentales Rechtsgut es hier geht?

Nachtrag: Johnny Haeusler vom Spreeblick, der Erfahrungen mit Musikern und Musikmedien hat, sieht das auch so und betont darüberhinaus, dass sich wohl Künstler und Produzenten von der Musikwirtschaft abwenden und ihre eigenen Medienstrukturen schaffen werden. Das wäre eine schöne, emanzipierte Perspektive.

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