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Online-Journalismus ist Journalismus

Leider wird ja immer noch über “Online-Journalismus” versus “Print-Journalismus” diskutiert – in einer Weise, die eher künstliche Gräben zementiert als sachgerecht und produktiv zu sein, und nach Lage der Dinge wird uns diese Diskussion sicher noch eine ganze Weile erhalten bleiben.

Stefan Niggemeier hat in seiner Auseinandersetzung mit Ausführungen des Kulturstaatsministers Bernd Neumann und des scheidenden Chefredakteurs der „Süddeutschen Zeitung”, Hans Werner Kilz, die Schieflage der Argumente, die die eine oder die andere Form von Journalismus abwerten, auf den Punkt gebracht:

Ich habe nicht Print-Journalismus gelernt, sondern Journalismus. Was soll das überhaupt sein, „Print-Journalismus”? Und was würde eine Ausbildung zum „Onlinejournalisten”, falls es das gibt, minderwertig machen? Dass die Texte nicht auf Papier gedruckt werden?

und weiter:

Eines ist, um die Formulierung von Kilz aufzugreifen, eben nicht klar: Warum Journalismus in digitaler Form nicht genauso, nein: viel mehr in die Tiefe gehen können soll wie auf Papier gedruckt.

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Cinematischer Journalismus

Bei Marcus Bösch habe ich den Hinweis auf eine Debatte um eine neue journalistische Darstellungsweise gefunden: Cinematic Journalism. Was das genau ist, ist Gegenstand der Debatte, aber Marcus Bösch zitiert ein paar Kriterien: “no interviews, no voiceovers, no commentary, and no context.” Ausgangspunkt ist dieses Video von den Zerstörungen in Haiti nach dem Erdbeben:

Haiti Earthquake Aftermath Montage from Khalid Mohtaseb on Vimeo.

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Marshall McLuhan über das globale Dorf

Marshall McLuhan hat schon in den 1960ern behauptet, dass die Welt mit den elektronischen Medien zum globalen Dorf wird, und viele kommunikationssoziologischen Implikationen daraus benannt. Bei seinen Erläuterungen in dem folgenden Video habe ich aber auch den Eindruck, dass er einige Seifenblasen produziert, mit denen wir uns auch in der Internetdebatte herumschlagen.

[via Open Culture]

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Habermas über die Rolle der Intellektuellen im Internetzeitalter

Jürgen Habermas’ Preisrede “Ein avantgardistischer Spürsinn für Relevanzen. Was den Intellektuellen auszeichnet” (zur Verleihung des Kreisky-Preises 2005 an ihn) war schon 2006 im Internet zu lesen (Teil1 und Teil 2 beim Standard) und wurde in einigen Weblogs diskutiert. So wurde Habermas’ Pessimismus bezüglich des öffentlichen Diskurses im Internet kritisiert.
In den letzten Tagen hat der Text im Netz wieder die Runde gemacht – ich nehme an, weil am Dienstag bei Transformations of the Public Sphere eine kondensierte Version des Textes, der 2009 in dem Band “Europe: The Faltering Project” (Polity Press, 2009) abgedruckt wurde, erschien: “An Avantgardistic Instinct for Relevances: Intellectuals and their Public“. Das PDF der vollständigen deutschen Version, die in der Essaysammlung “Ach, Europa” (2008) abgedruckt wurde, findet sich beim Renner-Institut. [via Political Theory - Habermas and Rawls]

In seiner Preisrede stellt Habermas fest, dass die Sphäre des Öffentlichen informeller werde und die gewohnten Rollen darin verschwämmen. Aufgrund der dezentralen, informellen Struktur des Öffentlichen im Internet und dem Mangel eines gefilterten Pools an Nachrichten stünden die Beiträge der Intellektuellen nicht mehr im Fokus. Diese Form der Öffentlichkeit basiere mehr auf Popularität als auf guten Argumenten. Intellektuelle sollten es als Privileg betrachten, nicht um Popularität zu buhlen und stattdessen ein Gespür für relevante Themen haben.

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Charlie Brookers Mediensatire

Psychologisch, ästhetisch oder politisch – letzten Endes hängt viel davon ab, sich die Realität passend zurechtzuschneiden, wie Charlie Brooker anhand der Medien schön gezeigt hat. Dessen Analyse der amerikanischen TV-News war ja schon klasse. Und sein Beitrag über die Methode, einen Nachrichtenclip zu machen wird ja gerade so legendär, dass es auch im selbstgefälligen, behäbigen Deutschland angekommen ist – wenn nicht in den klassischen Medien, dann eben im Internet bei Sixtus vs. Lobo.

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Die öffentliche Rolle der Philosophie

Auf Eurozine ist ein Interview mit Martha Nussbaum erschienen: Philosophy and public life (auch als PDF).
Darin beklagt sie beispielsweise:

“The New York Times op-ed page is very dumbed down and I no longer even bother trying to get something published there because they don’t like anything that has a complicated argument.”

Allerdings haben “komplizierte Argumente” auch hierzulande keine Anhänger, bedauerlicherweise auch nicht bei Bloggern. Dieser Kommentar drückt es allerdings drastisch aus.

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