Neutraler Monismus bei Bertrand Russell

Der Neutrale Monismus ist eine Alternative zu den Klassikern Dualismus, Idealismus und Materialismus. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde er von verschiedenen Autoren diskutiert, und findet sich in den aktuellen Überlegungen bei David Chalmers und Thomas Nagel wieder.

1921 schreibt Bertrand Russell in “The Analysis of Mind”, dass er der Auffassung von William James und den “Amerikanischen Realisten” teilweise zustimme, dass Geist und Materie aus einem neutralen Stoff (“stuff”) bestehen, der nicht geistig oder materiell sei.

“The Analysis of Mind” kann man bei Gutenberg.org und bei Archive.org lesen.

“Jenes schwere Problem”

The hard problem” ist in der aktuellen Philosophie ein geläufiges Schlagwort. Genauer handelt es sich um das – von David Chalmers so benannte – “schwierige Problem des Bewusstseins” (s. Wikipedia englisch und deutsch). Das schwierige, oder harte, Problem des Bewusstseins ist die klassische Qualiafrage, also die Frage, warum es überhaupt Erlebnisgehalte gibt. Wenn alles mit physikalischen Dingen zugeht und es Erlebnisse gibt, ist dies in der Tat ein erstaunliches Phänomen.

Ganz ähnlich – und dieser Beitrag ist letztlich nur ein Hinweis auf diese Textstelle – erwähnte Immanuel Kant in der ‘Kritik der praktischen Vernunft’ “jenes schwere Problem … an dessen Auflösung Jahrtausende vergeblich gearbeitet haben” (KpV Original 172, AA 96). Dabei geht es allerdings nicht um Qualia, also phänomenales Erleben, sondern – in Kants Worten – um Freiheit, Naturnotwendigkeit und Kausalität (s. z.B. Wikipedia oder besser noch Ansgar Beckermanns Übersicht zum Problem der Willensfreiheit).