Über den ontologischen Gottesbeweis

John Haldane (St Andrews), Peter Millican (Oxford) und Clare Carlisle (Religionsphilosoph, London) diskutieren morgen auf BBC4 über den Ontologischen Gottesbeweis. Vermutlich wird die Sendung danach auf der Webseite des Programms abrufbar sein.

Anselm von Canterbury hat im Jahr 1077 die erste Version des Ontologischen Gottesbeweises formuliert. Es ist ein rein logisch-begriffliches Argument, das darauf hinausläuft, dass aus dem Begriff Gottes logisch auch seine Existenz bewiesen werden kann. Bekannte Varianten stammen von Descartes und Leibniz.
Als Kritker haben Thomas von Aquin, David Hume, Kant, Gottlob Frege, Bertrand Russell und Norbert Hoerster die logischen Mängel dieses Arguments aufgezeigt.

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Carnap-Video auf YouTube

Auf YouTube und anderen Videoplattformen gibt es nur wenige deutschsprachige Videos zur Philosophie. Noch weniger Philosophievideos gibt es dort, die nicht der Postmoderne, Heidegger oder Frankfurter Schule gewidmet sind.

Der blinde Hund hat erfreulicherweise bemerkt, dass vor kurzem ein dreiteiliges Video eines Interviews, das Willy Hochkeppel 1964 mit Rudolf Carnap geführt hat, gepostet wurde. So hatte ich zum ersten Mal Gelegenheit, Carnap im Originalton zu hören und zu sehen. Dem Urteil des blinden Hundes kann ich mich anschließen: “sympathisch zurückhaltend”. Unter anderem betont Carnap, dass Wissenschaftlichkeit Kooperation möglich macht, im Unterschied zu einer “monologischen” Philosophie. Weitere Themen sind Fortschritt in der Philosophie, Bedeutung und Entwicklung der Logik, insbesondere der induktiven Logik, und am Ende des letzten Teils gibt es ein paar interessante Bemerkungen zu Tatsachen- und Wertfragen.

Der erste Teil scheint unvollständig zu sein – er läuft nur 36 Sekunden und enthält offenbar nur das Intro. Der zweite und dritte Teil scheinen vollständig zu sein.

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Mehr zu Carnap.

Über Pynchon über Gödel

Ole Thomassen Hjortland bloggt darüber, dass in Thomas Pynchons Buch “Gravity’s Rainbow” (dt. “Die Enden der Parabeln“, übersetzt von Elfriede Jelinek und Thomas Piltz) Kurt Gödels Unvollständigkeitstheorem eine Rolle spielt, und dass Steven C. Weisenburger in seinem Companion zu Gravity’s Rainbow eine Erläuterung des Unvollständigkeitstheorems gibt.

Araucaria – Tool zur Argumentanalyse

Argunet von Gregor Betz – eine Software zur Rekonstruktion und Visualisierung der Struktur von Argumentationen – habe ich schon erwähnt (hier und hier). Ein weiteres Argumentanalysetool ist Araucaria, dass ebenfalls zur Rekonstruktion dient und Argumente in Diagrammform stellt. Es wurde von Chris Reed and Glenn Rowe an der Universität von Dundee entwickelt.