Wie viele Sterne gibt es?

Mit bloßem Auge sind am Nachthimmel unter günstigen Bedingungen (also jenseits der Städte) nicht ganz 10.000 Sterne zu sehen. Wie viele sind es wohl im ganzen Universum? 100 Milliarden? Das ist vermutlich eher die Anzahl an Galaxien im Universum. Also sind es doch ganz erheblich mehr Sterne. Erklärt uns auch dieses kleine, anschauliche Video:

1826 Tage Sonne

Die NASA hat ein Video erstellt aus Aufnahmen, die das Solar Dynamics Observatory in den 5 Jahren, die es nunmehr im All unterwegs ist, geliefert hat – mehr als ein Bild pro Sekunde. Wieder einmal ein beeindruckender Sonnenfilm! (Empfehlung natürlich Fullscreen und HD)

Welche sprachlichen Bilder hätten wohl die alten Griechen oder Inder gefunden, wenn ihnen diese Sicht bekannt gewesen wäre? Ob wir uns diese poetische Mühe wohl heute selbst machen werden?

Lichtgeschwindigkeit – Die Reise eines Photons

Die Lichtgeschwindigkeit ist eigentlich verblüffend langsam. Oder ist der Raum fantastisch groß? Alphonse Swinehart hat eine schöne Visualisierung der Reise eines Photons von der Sonne bis über den Jupiter hinaus erstellt. Empfehlung: unten rechts den Vollbildmodus auswählen.
(Tipp für ungeduldige Zeitreisende: oben rechts wird die Zeit bis zum nächsten Objekt angezeigt, so dass man vorspulen kann. Alle anderen genießen ein Tässchen Tee oder Wein und brummen ganz tief “Ommmm”.) [via]

Newtons Apfel, Hawking und die Philosophie

In einem ausführlichen Interview bei The Atlantic beschreibt Tim Maudlin, der zusammen mit Kollegen von Columbia, Yale und NYU das “neue Feld” (siehe dazu hier) der Philosophie der Kosmologie ins Leben gerufen hat, unter anderem worin die besondere Bedeutung von Newton liegt – was exemplarisch ja gern anhand des “Apfel-Ereignisses” veranschaulicht wird. Es sei nicht die Entdeckung der Tatsache, dass auf der Erde Schwerkraft herrsche – das habe natürlich jeder gewusst. “Es ist nicht so, dass er die Schwerkraft tatsächlich entdeckt hat.” Aber seit der Antike habe man in der Astronomie Himmelsobjekte anders behandelt als Objekte auf der Erde. “Dies waren total verschiedene Bereiche … Newton erkannte, dass es eine Kraft geben muss, die den Mond im Orbit um die Erde hält, die ihn hindert, davon zu wandern, und er wusste auch, dass es eine Kraft gibt, die den Apfel runter auf die Erde zieht. Was ihm also plötzlich aufging war, dass dies ein und dieselbe Sache sein könnte, dieselbe Kraft.” Dies sei eine enorm wichtige Entdeckung gewesen, sowohl physikalisch als auch philosophisch, denn zwei bislang getrennte Bereiche wurden nun in ein einheitliches Bild eingefügt.

Zu Hawkings Behauptung, dass die Philosophie tot ist (siehe dazu hier und hier), stellt Maudlin fest, dass Hawking brilliant sei, aber kein Experte für Philosophie. Philosophie der Physik sei seit 30 Jahren nahtlos in die Arbeit an Grundlagenfragen in der Physik integriert. “Tatsächlich ist die Situation das genaue Gegenteil von dem, was er beschreibt. Ich denke, er weiß einfach nicht, wovon er da redet.

Auch zur Feinabstimmung des Universums äußert sich Maudlin. “Keiner der Physiker, mit denen ich rede, möchte sich auf die Feinabstimmungsargumente stützen, um für eine Kosmologie zu argumentieren, die viele Welten hat.” Wenn man das theoretische Ziel der Physik anstrebt, tendiere das Feinabstimmungsproblem dazu, zu verschwinden.

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Templeton Foundation fördert Philosophie der Kosmologie

Die Templeton Foundation möchte die “Etablierung” des “neuen” Feldes des Philosophie der Kosmologie fördern. Simon Saunders, Joe Silk und David Wallace von der Oxford University sowie John Barrow and Jeremy Butterfield von der Cambridge University sollen durch die Förderung die Forschung in diesem Bereich voranbringen. Unter anderem geht es um Selektionswirkungen, wie sie in der Diskussion um das Anthropische Prinzip eine Rolle spielen.

Ganz neu ist dieses Sachgebiet allerdings nicht. Kosmologie ist ja eher ein klassisches Thema der Philosophie und spielt nicht zuletzt in der Gegenwart eine Rolle. Auch die Thesen von John Barrow und Frank Tipler zum Anthropischen Prinzip werden schon seit zwei Jahrzehnten kritisch diskutiert. In Deutschland sind mehrere Philosophen Fachleute auf dem Gebiet der Kosmologie, beispielsweise Bernulf Kanitscheider und Manfred Stöckler.

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