Bach für Einsteiger

Johann Sebastian Bach hat ein wunderbares musikalisches Universum geschaffen. Anfänger erkennen dies bereits beim bloßen Hören einzelner besonders beeindruckender Stücke. Regelmäßige Bachhörer entdecken immer mehr faszinierende Strukturen in seiner Musik. Ein Grundverständnis des von Bach angewandten kompositorischen Handwerks hilft dabei, das Vergnügen des Bachkonsums auszuweiten.

Die Invention C-Dur BWV 772 wird gerne als Einstieg genommen, um mit Bachs Techniken und Figuren erste Bekanntschaft zu machen.

Dieses Video von David Bennett Thomas bietet solch einen Einstieg:

Klangkörpermoden

Der Perlentaucher berichtet, wie in den Feuilletons Nikolaus Harnoncourts “prophetische” Mission gegen den “Schönklang” als “Urknall” der “historischen Aufführungspraxis” gefeiert wird. In der Tat quietscht es auf Klassiksendern an allen Ecken und Enden schön historisch – die Gravitationswellen der “Ohrenputzer”-Mission haben sich lange schon flächendeckend ausgebreitet. Wenn sich die Kritiker darüber einmal beruhigt haben werden, wird das “Festliche”, “Karajaneske”, “Schöne” dann wieder in einem anderen Licht erscheinen? Oder ist diese “Antiterrormission” nur die erste Etappe einer weltverbessernden Dauerdekonstruktion? Oder fällt der Klassikbetrieb eh in sich zusammen – vielleicht weil man nicht Karajans Technikcredo, sondern Harnoncourts Antiquitätenmission gefolgt ist, oder weil das Publikum weg ist?

Verschwindet (das Interesse für) die klassische Musik?

Auf den ersten, unreflektierten Blick mag es ja so aussehen, als ob wir uns mit Riesenschritten zurück zur Steinzeit bewegen. Und tatsächlich ist es auch so, dass es beispielsweise für einen fantastischen, mitreißenden, erotischen Kulturschatz wie die klassische Musik düster aussieht. Nicht nur Kent Nagano kann das Desinteresse nicht fassen. Tatsächlich sind die Besucher- und Verkaufszahlen niederschmetternd – beispielsweise in den USA.

“Wie schön sie ist”

“Quanto è bella” aus Donizettis L’elisir d’amore (Nutthaporn Thammathi (Tenor), Thailand Philharmonic Orchestra)

Wir brauchen heute keinen Liebestrank, wir haben eine App dafür. Obwohl bei Donizetti der Liebestrank auch nicht gebraucht wird. Stattdessen singen sich die Protagonisten das Herz aus dem Leib.

Gardiners BBC-Doku über Johann Sebastian Bach ist online

Die BBC hat die gelungene Bach-Doku des britischen Dirigenten auf YouTube veröffentlicht: John Eliot Gardiner hat sich auf den Spuren Johann Sebastian Bachs auf die Reise gemacht, um mehr über die Person und was sie bewegte zu erfahren. Gardiner zeichnet Bach als leidenschaftlichen Musiker mit einer komplexen Gefühlswelt. Und er zeigt Orte aus Bachs Leben, erläutert biografische Phasen und – vor allem – führt so in die Musik Bachs ein.

.

YouTube-Link

Die besten Klassikalben 2014

Was waren die besten Klassikveröffentlichungen 2014? “Don’t ask me!- or any one person alone” sagt Barney Sherman vom Iowa Public Radio. Stattdessen hat er 36 internationale Empfehlungslisten für Klassikaufnahmen des Jahres 2014 ausgewertet und daraus eine eigene Metaliste erstellt. Ergebnis: eine wahre Fundgrube, in der leicht mehr als nur eine Perle nach subjektiven Standards zu finden ist. [via]