Posts Tagged Jürgen Habermas
Richard Rorty gestorben
Posted by Björn in Analytische Philosophie, Kulturphilosophie, Leute, Sprache, Verschiedenes on 2007/06/11
Der amerikanische Philosoph Richard Rorty ist am Freitag, 9. Juni, im Alter von 75 Jahren gestorben. Seine Bücher “Der Spiegel der Natur” und “Kontingenz, Ironie und Solidarität” haben mich sehr beeindruckt, und davon, dass dieser Eindruck nicht täuschte, konnte ich mich überzeugen, als ich den Menschen hinter diesen Büchern, Richard Rorty, bei der Verleihung des Karl-Jaspers-Preises in Oldenburg erlebt habe.
Rorty hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zuletzt die Thomas Jefferson Medal der American Philosophical Society. Zahlreiche Nachrufe sind in Internet und Zeitungen bereits erschienen, in der NYT, auf Marginal Revolution, Manfred Geier in der SZ, Jörg Lau in seinem Weblog, besonders informativ bei Marc von der Wissenswerkstatt, Christian Schlüter in der FR, die FAZ, Jürgen Habermas in der SZ oder auch Todd Gitlin auf TPM Cafe.
Habermas erwirkt Änderung der Biografie von Joachim Fest
Posted by Björn in Buecher, Leute, Verschiedenes on 2006/11/06
Jürgen Habermas hat gerichtlich erwirkt, dass in der aktuellen Autobiografie “Ich nicht” des kürzlich verstorbenen Historikers Joachim Fest eine Passage auf den Seiten 342 und 343 gestrichen werden muss, in der namentlich nicht genannte Personen in die Nähe des Nazi-Regimes gerückt werden. Die Zeitschrift “Cicero” hatte gefragt, ob es sich dabei um Habermas handeln könne. Der Historiker Hans-Ulrich Wehler erläuterte, dass die Passage auf eine Anekdote zurückgehe, die sich aber zu einem nicht belegbaren Gerücht gewandelt habe. Fests Darstellung sei eine “perfide Erfindung”. Als 12- und 14-Jährige waren Wehler und Habermas bei der Hitlerjugend (SpOn). Dass sich darum spinnende Gerücht verfolgt Uwe Justus Wenzel in der NZZ in seiner Entwicklung – und kritisiert den Gesinnungsjournalismus des besagten Cicero-Artikels. Auch Jürgen Habermas hatte in einem Brief zu dem Artikel Stellung bezogen. Darin heißt es unter anderem: “Fest hat mir offenbar die Kritik an jenen Vordenkern des NS-Regimes übel genommen, die er in seinem Blatt rehabilitieren ließ.” Rüdiger Safranski kritisierte diese Äußerung von Habermas wiederum als ungeheuerlich. Sie mache deutlich, “gegen welche Wunden sich Joachim Fest gewehrt hat”, weil er immer wieder “in eine solche Ecke hineingestellt worden ist”.
Der Rowohlt-Verlag liefert bereits eine Auflage ohne die Passage aus, will aber Einspruch gegen die gerichtliche Entscheidung einlegen, da Habermas im Text nicht erwähnt wird.
Preise für Føllesdal und Dworkin
Posted by Björn in Akademisches, Analytische Philosophie, Leute, Liberalismus, Logik, Sprachphilosophie on 2006/07/18
Ronald Dworkin erhält den Bielefelder Wissenschaftspreis 2006.

Die Laudatio wird Jürgen Habermas am 15. Dezember in der Bielefelder Stadthalle halten. “Mit Ronald Dworkin wird einer der einflussreichsten Rechtsphilosophen der Gegenwart geehrt”, heißt es in der Begründung der Jury. Bekannte Bücher von Dworkin sind “Taking Rights Seriously” von 1977 (deutsch: “Bürgerrechte ernst genommen”, 1984), “Law’s Empire” von 1986 oder “Freedom’s Law” von 1996. (Bericht bei Information Philosophie)
Der norwegische Philosoph Dagfinn Føllesdal erhält den diesjährigen Preis für Analytische Philosophie der “Lauener Stiftung” in Bern.

Bekannt ist Føllesdal durch seine Arbeiten in der Sprachphilosophie, Logik, Handlungstheorie, Wissenschaftstheorie und Ethik. Auf deutsch erhältlich ist von ihm beispielsweise “Rationale Argumentation. Ein Grundkurs in Argumentations- und Wissenschaftstheorie” (1988). Er ist Herausgeber des fünfbändigen Werkes “The Philosophy of W.V. Quine” und derzeit Clarence Irving Lewis Professor of Philosophy der Stanford University.