Posts Tagged John Stuart Mill

Ein Buch, das alle (Psychologen) lesen sollten

Ein Buch, das alle lesen sollten? Auf eine solche Frage wird man 4 Antworten bei 3 Befragten erwarten. Das scheint auch auf diese Linkliste für Psychologen zuzutreffen, mit Ausnahme einer Empfehlung – der einzigen nämlich, die mehrfach genannt wurde: William James‘ “Principles of Psychology” aus dem Jahr 1890.

Dieses Buch ist ein Klassiker und ein Meisterwerk der Wissenschaftsprosa. Er setzt sich darin unter anderem mit Positionen von David Hume, Immanuel Kant, John Stuart Mill, Wilhelm Wundt und Ernst Mach auseinander. James nimmt sowohl zum Materialismus als auch zum Dualismus eine differenzierte, pragmatische Haltung ein.

Digitalisierte Ausgaben der “Principles of Psychology” sind hier zu finden – leider nur auf englisch. Eine deutsche Übersetzung gibt es aktuell nicht.

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Martha Nussbaum über die Vervollkommnung menschlicher Fähigkeiten im Liberalismus

In der neuen Ausgabe von “Philosophy & Public Affairs” (vol. 39, no. 1, 2011) ist ein Aufsatz von Martha Nussbaum mit dem Titel “Perfectionist Liberalism and Political Liberalism” erschienen (kostenlose Registrierung erforderlich). Einen Auszug davon gibt es bei Political Theory, wo auch auf diese frühe Fassung von Nussbaums Artikel hingewiesen wird.

Perfektionistische Ethiken für den Liberalismus sind von vielen Autoren, etwa John Stuart Mill (in Anschluss an Wilhelm von Humboldt), Isaiah Berlin, John Rawls, Joseph Raz oder Charles Larmore, vorgeschlagen oder diskutiert worden. Sie vertreten eine umfassende Auffassung des menschlichen Lebens nicht nur für den politischen Bereich, sondern für das menschliche Verhalten generell. Nussbaum favorisiert gegen Joseph Raz eine Form des “Politischen Liberalismus”, wie er auch von Charles Larmore und John Rawls vorgestellt wurde. Andererseits haben Raz und Susan Moller Okin gegen Rawls darauf hingewiesen, dass es auch erforderlich sei, fundamentalistisch-religiöse, rassistische oder sexistische Auffassungen in der Gesellschaft loszuwerden. Deshalb wünscht sich Nussbaum, dass die Debatte zwischen politischem und umfassendem Liberalismus weitergehe.

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Philosophische Bücher online: Birnbacher, Beckermann, Mill

Bei Paper C, einer Plattform, auf der Fachbücher kostenlos online gelesen werden können (Herunterladen oder Drucken kostet 10 Cent pro Seite), gibt es auch eine kleine Auswahl aktueller philosophischer Titel. Hier einige besonders prominente Beispiele:

Dieter Birnbacher – Natürlichkeit (2006)

Ansgar Beckermann – Analytische Einführung in die Philosophie des Geistes (3. Auflage, 2008)

John Stuart Mill – Über die Freiheit (Meiner-Ausgabe, 2009)

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Ekel und Menschlichkeit in der Politik – ein Interview mit Martha Nussbaum

Bei The Nation ist ein Interview mit Martha Nussbaum über ihr neues Buch “From Disgust to Humanity: Sexual Orientation and Constitutional Law” erschienen. Darin geht es darum, dass Aversionen gegen Fremdartiges nicht als moralische Rechtfertigung politischer Regelungen taugen.

I don’t think any emotion should be trusted on its own without being constantly in dialogue with moral principles. At every point, whether it’s anger or fear or any emotion–even compassion, which can, of course, lead you to favor your family against other people–you should always be asking, Is this consistent with the idea of a society of people who are free and equal?“.

Vor diesem Hintergrund seien Argumente gegen homosexuelle Ehen nicht haltbar, weil inkonsistent. “We don’t think that heterosexuals who are flaky, silly or awful, Britney Spears marrying on a whim and then divorcing almost immediately, we don’t think that that taints the institution of heterosexual marriage.“.

Nussbaum plädiert für eine Politik der Menschlichkeit, die auf der Fähigkeit beruht, andere Personen als uns ähnlich wahrzunehmen und sie zu respektieren. Unterschiedliche sexuelle Orientierungen rechtfertigen keine unterschiedliche Behandlung vor dem Gesetz. John Stuart Mill hat besonders sorgfältig die Frage gesellschaftlicher Regulierung privaten Verhaltens untersucht – daran möchte Nussbaum anknüpfen und hofft, dass seine Einsichten sich in diesen Fragen weiter verbreiten.

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John Stuart Mill: Utilitarismus ohne Konsequenzialismus

Daniel Jacobsons Artikel in der Philosophical Review 117-2, pp. 159-191, “Utilitarianism without Consequentialism: The Case of John Stuart Mill” ist bei Philosopher’s Annual als einer der zehn besten Artikel des Jahres 2008 aufgeführt und dort als PDF-Datei erhältlich. [via]
Obwohl in der üblichen Definition der Konsequenzialismus ein Bestandteil des Utilitarismus ist, will Jacobson zeigen, dass Utilitarismus ohne Konsequenzialismus logisch möglich ist und dass genau dies die Position von Mill gewesen sei. In der gängigen Interpretation sei ein wichtiger Aspekt von Mills Theorie übergangen worden, der seinen unorthodoxen Utilitarismus gerade besonders interessant mache.

“I refer here to Mill’s sentimentalist metaethics, which proves crucial for understanding his view of morality as comprising just one distinct sphere within what he called “the Art of Life, in its three departments. Morality, Prudence or Policy, and Aesthetics; the Right, the Expedient, and the Beautiful or Noble, in human conduct and works”.

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Frei zugängliche Texte (englisch)

Die Bibliothek der Universität Adelaide hat eine Webseite mit einen umfangreichen Angebot frei zugänglicher Texte in englischer Sprache, darunter sehr viele philosophische Klassiker wie Aristoteles, Francis Bacon, Cicero, Epikur, Erasmus, David Hume, John Stuart Mill, Arthur Schopenhauer, Voltaire sowie von zahlreichen Schriftstellern und Ökonomen.

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Rawls, Liberalismus und Libertäre

David Gordon, Mitglied des Ludwig von Mises Institute, beschreibt im American Conservative in einem ausführlichen Artikel, wie Libertarians die “leftist” Positionen von John Rawls aufgenommen haben: “Going Off the Rawls“. [via]

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Brian Leiter kritisiert Alan Wolfes Artikel über Mill

Der neulich verlinkte Artikel von Alan Wolfe über John Stuart Mill stößt auf Kritik. Brian Leiter schreibt, Wolfe habe sich nicht ausreichend über die gegenwärtige Philosophie und Mills Beiträge zu verschiedenen philosophischen Problemfeldern informiert. “‘Tis a shame that Professor Wolfe didn’t do any research at all into “contemporary academic philosophy”–or Mill for that matter–before writing about it.

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Alan Wolfe über John Stuart Mill

Alan Wolfe schreibt im Chronicle über John Stuart Mill und die aktuelle Mill-Biografie von Richard Reeves (s.a. hier und hier): dass Mill quer zu den heutigen philosophischen Richtungen steht und aufgrund der üblichen akademischen Spezialisierung schon beinahe ein vergessener Autor sei.

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Reeves on Mill: Was sind die Grenzen individueller Freiheit?

Richard Reeves spricht im neuen Podcast von Philosophy Bites über John Stuart Mills Klassiker “On liberty”.

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Mill (“dead white male”): es gibt keine relativen Wahrheiten

Tessa Mayes rezensiert Richard Reeves aktuelle Mill-Biografie “John Stuart Mill: Victorian Firebrand”:
“Just for the record, he didn’t mean, in a pre-PC relativistic fashion, that ‘all truths are equal’, but rather that truth is arrived at through the clash of ideas, the changing and tempering of views through open debate, rather than being set in authoritarian stone.”

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