Bach für Einsteiger

Johann Sebastian Bach hat ein wunderbares musikalisches Universum geschaffen. Anfänger erkennen dies bereits beim bloßen Hören einzelner besonders beeindruckender Stücke. Regelmäßige Bachhörer entdecken immer mehr faszinierende Strukturen in seiner Musik. Ein Grundverständnis des von Bach angewandten kompositorischen Handwerks hilft dabei, das Vergnügen des Bachkonsums auszuweiten.

Die Invention C-Dur BWV 772 wird gerne als Einstieg genommen, um mit Bachs Techniken und Figuren erste Bekanntschaft zu machen.

Dieses Video von David Bennett Thomas bietet solch einen Einstieg:

Bachs Porträt in Leipzig

In seiner BBC-Doku über Johann Sebastian Bach (hier bereits erwähnt) erzählt John Eliot Gardiner, dass er in seiner Kindheit quasi unter den Augen Bachs groß geworden sei. Ein Porträt Bachs emigrierte nämlich mit seinem Besitzer während der Nazi-Diktatur nach England und kam so ins Haus Gardiner. Nach verschiedenen anderen Aufenthalten kommt das Bild nun ins Bach-Archiv in Leipzig, berichtet die FAZ. Die New York Times schreibt ausführlich von der kleinen Zeremonie, mit der Gardiner das Bild in Princeton, der Heimat seines bisherigen Besitzers, abholt. Auch der Guardian, die Japan Times und viele andere Publikationen weltweit berichten.

Gardiner über Bachs Persönlichkeit

Jemand, der faszinierende Werke schafft, muss deshalb als Person nicht überhöht werden. Vollkommen, “heilig”, sind die Wenigsten, ohne dass dies notwendig ihre Aufrichtigkeit oder Leistung schmälern muss (ein Argument, das man auch bei Aristoteles und Seneca findet). Im Gegenteil, gerade diese Menschlichkeit kann die Wege und die Werke von Personen besonders interessant machen – sagt im Fall von Johann Sebastian Bach der britische Dirigent John Eliot Gardiner bei Big Think.

Gardiners BBC-Doku über Johann Sebastian Bach ist online

Die BBC hat die gelungene Bach-Doku des britischen Dirigenten auf YouTube veröffentlicht: John Eliot Gardiner hat sich auf den Spuren Johann Sebastian Bachs auf die Reise gemacht, um mehr über die Person und was sie bewegte zu erfahren. Gardiner zeichnet Bach als leidenschaftlichen Musiker mit einer komplexen Gefühlswelt. Und er zeigt Orte aus Bachs Leben, erläutert biografische Phasen und – vor allem – führt so in die Musik Bachs ein.

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YouTube-Link

Scruton über neuen Szientismus in Kunst und Geisteswissenschaften

In The New Atlantis hat Roger Scruton einen Artikel über die neueste Form von Szientismus geschrieben, die mit dem Anspruch antritt, Kunst und Geisteswissenschaften wissenschaftlich, zuverlässig und produktiv zu machen: “Scientism in the Arts and Humanities“.

In der Kunst sieht Scruton die “Neurorüpel” mit einer “Neuroästhetik” am Werk, denen ein fMRI des Kunstbetrachters genügt, um die Bedeutung eines Kunstwerks zu erfassen. In den Geisteswissenschaften sieht er die von Richard Dawkins und Daniel Dennett propagierte Memetik als ideologiekritische Illusion – sie sei selbst eine Magie -, durch die man nicht mehr zwischen Bachs Matthäuspassion und einem Hai in Formaldehyd unterscheiden könne.

Scruton verteidigt dagegen eine Subjektivität, die sich rational Sinngehalte erschließen kann. Dafür seien Hochkultur, Kunst und Geisteswissenschaften lebensnotwendig.

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