Post-Irgendwas … äh … -Internet-Art

Während Millionen von Menschen die Euphorie der Digitalisierung und sozialer Netzwerke gerade erst entdecken oder dies in den nächsten Jahren noch vor sich haben, sind Andere schon längst von Ermüdungserscheinungen geplagt – wie beispielsweise die Künstler der Post-Internet-Art, die zwischen alltäglicher Selbstverständlichkeit, gepflegter Langeweile und Kulturkritik durch den Datenstrom schippern, wie Kito Nedo in der ZEIT schreibt.

Alltägliches Trolling und Mobbing

Trolling und Mobbing sind alltäglicher Bestandteil unserer Interneterfahrung. Abgesehen davon, dass auf diese Weise die Skrupellosen die Kultur immer mehr prägen, gibt es täglich zahllose Opfer dieser Verhaltensweise. Lindy West, die 2013 den Women’s Media Center Social Media Award erhalten hat, schreibt im Guardian darüber, wie sie damit umgeht, täglich digital schickaniert zu werden und wie es ihr in einem Fall gelungen ist, mit einem ihrer Trolle ins Gespräch zu kommen.

Nun hat nicht jeder die Nerven, so aktiv mit den täglichen Verfolgern umzugehen, wie sie. Und das Spektrum an Vorfällen und Betroffenen ist sehr vielschichtig. Ich habe in den letzten Jahren einen täglichen Troll, dem es nicht genügt, seine Meinung ins Internet zu schreiben wie alle anderen auch, sondern der – trolltypisch – von seiner Mission besessen ist, dass er unbedingt gehört werden muss. (Wie alle Ratgeber empfehlen, habe ich die Kommunikation längst eingestellt und auch hier die Kommentare schon lange geschlossen, aber es gehört nicht viel Witz dazu, soziale Plattformen wie Twitter oder Facebook für Trollzwecke zu nutzen.) Warum er sich dazu ein Blog mit kaum 40 oder 50 Lesern aussucht (von denen die meisten über eine zufällige Googlesuche aus den verschiedensten Winkeln der Welt hier landen), wenn er doch die wahre Wahrheit zu verkünden hat, ist mir schleierhaft, aber dies ist eben ein Beispiel für die Vielschichtigkeit des Trollproblems, das nicht durch ein, zwei Stereotypen zu erfassen ist.

Der Guardian hat eine ganze Reihe über Cyberbullying. Und Bullying / Trolling / Mobbing werden sicher auch hierzulande immer mehr in den Mittelpunkt rücken, wenn wir über unsere Kommunikation im Internet nachdenken.

Trollfabrik: 135 Kommentare pro Schicht

Radio Free Europe / Radio Liberty hat ein Interview über eine Trollfabrik. Es geht um irgendein politisches Thema mit Blick auf irgendein bestimmtes Land. Auch der Guardian berichtet über zwei spezialisierte und bezahlte Trolle aus einem größeren organisierten Trollnetzwerk.

Dass im Internet systematisch getrollt wird ist seit langem bekannt, und man darf annehmen, dass die Knaller dieser Welt ihre Bemühungen im Medium der freien Kommunikation weiter massiv ausweiten werden. Das Internet ist für den Troll das Schlaraffenland.

Das sollten Leute, die noch zivilisiert kommunizieren können und die Qualität von Information schätzen, immer in Rechnung stellen.

Sachen, die Peter Thiel sagt

Peter Thiel ist unterhaltsam, weil er griffige Formulierungen benutzt und einfache Schemata liefert. David Holmes schreibt auf PandoDaily ganz witzig über Thiels Witzigkeit: “Today in “Peter Thiel says things.” Does society really hate tech?” (via Ralf Keuper)

Thiels kultartige Technologieanbetung ist David Holmes etwas zu schwarz-weiß-lastig – aber das kennt man ja auch bspw. von der deutschen “Netzintelligenz”. Der Blick aus der Distanz kann da ebenfalls unterhaltsam sein.

Technoliberale Neocons?

Die zentralen Ideen und Argumente, die man bei Peter Thiel (im vorigen Beitrag erwähnt) findet, sind natürlich allen denjenigen einigermaßen vertraut, die die Debatten um Libertäre und Neocons der letzten Jahrzehnte kennen. Ich bin zu faul derzeit mit vielen anderen Dingen beschäftigt, aber Ralf Keuper gibt einen Überblick über einige Aspekte dieser Thematik.