Wie effektiv war der Neoliberalismus?

“Neoliberalismus” ist eigentlich eine schwierige Vokabel. Anhänger und Gegner meinen damit durchaus nicht das Gleiche, und es scheint so, dass heute damit im Wesentlichen ein “Marktradikalismus” gemeint ist.

Daniel Stedman Jones hat bei Princeton University Press sein Buch “Masters of the Universe: Hayek, Friedman, and the Birth of Neoliberal Politics” veröffentlicht. Dies rezensiert Scott Summner bei reason.com. Der Rezensent kann dem Neoliberalismus mehr abgewinnen als der Buchautor. Allerdings hält er den Einfluss des Neoliberalismus auf den Konservativismus für überbewertet. In den letzten Jahren vertrete der Konservativsimus tatsächlich zunehmend eine dogmatische Form des Marktradikalismus, die sich vom Neoliberalismus unterscheide. Während seiner Ausbildung in der “Chicago School”, so Summner, sei der übliche Kommentar zum Wohlfahrtsstaat gewesen, dass es vermutlich am besten sei “to just give money to the poor”.

In der öffentlichen und politischen Wirkung ist es aber nun mal so, dass die Argumente von Friedman, Hayek und den offiziellen Bank- und Finanzexperten durcheinander gehen, und die Feinheiten, ob dies nun von dieser oder jener Schule gesagt wurde, keine Rolle mehr spielen.

Hayek vs. Keynes Rap, v.2

Anfang des Jahres begeisterte die Webseite EconStories mit dem Hayek-vs.-Keynes-Rap. Der Economist veranstaltete nun am 25. Oktober ein Forum mit Finanzmanagern, Politikern, Bankern und Ökonomie-Nobelpreisträgern, auf dem der Song live aufgeführt wurde. In einer anschließenden Diskussion schilderten die Produzenten und Darsteller ihre Ideen und Pläne. Hier der bericht dazu bei EconStories [via]

Hayek vs. Keynes – als Rap

Die Seite econstories.tv von John Papola und Russ Roberts will über ökonomisches Denken aufklären. Dort ist jetzt ein Musikvideo erschienen, in dem John Maynard Keynes und F. A. Hayek in Form eines Rap-Songs ihre Ansichten zu Ökonomie und Wirtschaftspolitik zum Besten geben. Der Text ist auf der Seite ebenfalls zu lesen. Das Alles ist ziemlich gut gemacht und auch inhaltlich erstaunlich gut – mit einer Ausnahme, die bei weissgarnix erwähnt wird, die das Video aber auch als “genial” bezeichnen. Dort findet sich in den Kommentaren auch eine deutsche Übersetzung.
Der Song ist bei econstories.tv kostenlos erhältlich.

Update: Jetzt gibt es auch eine neue Version davon.

. .

Hayeks “Road to Serfdom”

Quasi das Gegenstück zum im vorigen Beitrag erwähnten Buch von Russell ist Hayeks “Road to Serfdom” (1944), in dem Hayek einen prinzipiellen Defekt aller kollektivistischen Systeme konstatiert. Informationen über Ressourcen und Bedürfnisse können in solchen Systemen nicht bewältigt werden, Planung ist notwendig unvollkommen und Zwang zur Erhaltung eines sonst nicht funktionierenden Systems die unvermeidbare Folge, die Installation eines starken Mannes an der Zentralgewalt naheliegend. Insofern gleichen sich Stalinismus und Nationalsozialismus strukturell.

Eine gekürzte englische Version gibt es hier. 1950 erschien eine stark verkürzte Cartoon-Version. Diese ist als 5-Minuten-Film hier zu sehen.