Existenzialismus im Weltraum

Existenzialismus ist, wenn du den Antrag im Mailanhang nicht öffnen kannst, weil seit dem automatischen Update das Runterscrollen durch ein Overlay blockiert wird, dessen Exitknopf außerhalb des sichtbaren Bildschirms ist. Ganz normaler Alltag eben. Technik potenziert die Sinnlosigkeit drastisch.

Daran wird sich auch im Weltraum nichts ändern, wie diese Comicepisoden über Chief O’Brien zeigen. [via]

La surveillance précèdes l’essence

Das FBI hat sich ab 1945 für Camus und Sartre als potenzielle Bedrohung interessiert – berichtet Andy Martin im Prospect Magazine. Leider mäandert Martin von Information zu Reflexion und Spekulation, so dass wenig von der interessanten Geschichte bleibt.

Martin hat im letzten Jahr ein Buch über Sartre und Camus geschrieben, wie ich hier berichtete, in dem er unter anderem die philosophischen Ideen der beiden Protagonisten auf sexuelle Hintergrundmotive zurückführte. Zu dieser großzügigen Art der Darstellung passt denn auch der Artikel im Prospect Magazine, was auch einige Kommentatoren so sehen – einer spekuliert, dass Andy Martin ein Alias von Woody Allen sei.

Sartre und Camus – keine einfache Freundschaft

Tim Black rezensiert bei “Spiked” Andy Martins neues Buch “The Boxer and the Goalkeeper: Sartre Vs Camus“. So lesenwert wie die Rezension scheint auch das Buch über die beiden antagonistischen Existenzialisten zu sein.

Sartres Unterstützung des Kommunismus war in Camus’ Augen Verrat der menschlichen Freiheit, während Sartre Camus den Verlust des Sinns für notwendiges Engagement vorwarf. Wie sich die beiden lasen, rezensierten und begegneten scheint der Rezension zufolge in Martins Biografie detailreich und informativ beschrieben zu sein. Lediglich eine gelegentliche Tendenz zur Reduktion der philosophischen Ideen von Camus und Sartre auf beispielsweise sexuelle Hintergundmotive bemängelt, aber verzeiht der Rezensent.

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Neue Vermutungen zum Tod von Albert Camus

Der Guardian berichtet, dass der italienische Corriere della Sera darüber spekuliert habe, dass der tödliche Autounfall von Albert Camus vom sowjetischen KGB verursacht worden sei. Der tschechische Schriftsteller Jan Zábrana habe berichtet, dass Camus’ Kritik am sowjetischen Vorgehen in Ungarn zu dem KGB-Befehl geführt habe, einen Reifen des Wagens, mit dem Camus verunglückte, zu manipulieren.
Dem Guardian zufolge hält der Camus-Experte Olivier Todd diese Geschichte für unglaubwürdig.

Nachtrag: Spiegel Online berichtet jetzt auch darüber.