Posts Tagged Evolution
Michael Ruse kritisiert Alvin Plantingas neues Buch
Posted by Björn in Akademisches, Argumentation, Biologie, Buecher, Naturwissenschaft, Religion on 2011/12/15
Michael Ruse äußert sich im Chronicle of Higher Education zu Alvin Plantingas neuem Buch über Religion und Theismus. Plantinga, der in früheren Auseinandersetzungen mit Ruse behauptet hatte, kein Befürworter des Intelligent Design zu sein, akzeptiert diese Auffassung nun doch in seinem Buch, so Ruse. Außerdem kritisert Ruse, dass Plantinga und andere Vertreter religiöser Auffassungen immer wieder die Thesen ihrer Gegner verzerren, auf Einwände keine Antwort liefern und Abweichler drangsalieren: “because of their unsophisticated versions of these beliefs, they simply are not prepared to engage in mature, responsible scholarship. And they bully those who are.”
Plantingas Buch erhält viel Aufmerksamkeit, wie jüngst erst in der New York Times.
Vor zwei Jahren hatte Plantinga mit Daniel Dennett in Chicago diskutiert – ein offenkundig einseitig-parteilicher Bericht hatte in den Philosophieblogs die Runde gemacht. Darin heißt es, Dennett sei nicht auf die Argumente Plantingas eingegangen und habe eher eine spöttische Haltung an den Tag gelegt. Kommentare zu diesem Bericht (hier und hier) legen aber nahe, dass es Plantinga war, der Dennetts Einwand nicht zur Kenntnis nahm.
Skandal um die Zeitschrift SYNTHESE?
Posted by Björn in Biologie, Naturwissenschaft, Philosophie allgemein, Politik on 2011/04/27
Ein Special Issue der Zeitschrift Synthese wird derzeit heiß diskutiert, insbesondere deshalb, weil es die Herausgeber für notwendig erachteten, einen Disclaimer zu dieser Ausgabe zu veröffentlichen. Ein Aufsatz dieser Zeitschrift kritisierte die epistemologischen Grundlagen des Intelligent Design, und wurde durch eine persönliche Attacke eines Vertreters dieser politischen Bewegung beantwortet. Die Reaktionen darauf im Internet sind zahlreich und vielfältig. Einer der Hauptkritikpunkte besagt, dass die Herausgeber durch ihren Disclaimer eine sorgfältige philosophische Position zugunsten einer zweifelhaften, politisch motivierten Attacke diskrediert haben. Möglicherweise ist dieses Blogposting bei New APPS einer guter Ausgangspunkt mit weiteren Links zu dieser Debatte.
Hier ein informatives Update.
“There is grandeur in this view of life” – Ein Wettbewerb
Posted by Björn in Biologie, Kunst, Naturwissenschaft, Verschiedenes on 2009/11/27
“There is grandeur in this view of life, with its several powers, having been originally breathed into a few forms or into one; and that, whilst this planet has gone cycling on according to the fixed law of gravity, from so simple a beginning endless forms most beautiful and most wonderful have been, and are being, evolved.” (Charles Darwin)
Das CultureLab des New Scientists ruft auf, dieses Darwin-Zitat in einem neuen Kunstwerk wiederzugeben – Musik, Gedicht, Malerei, Video, Prosa … Es gibt keine Beschränkungen: “The sky’s the limit”.
Der Wettbewerb geht bis zum 21. Dezember. Die besten Beiträge werden bei CultureLab vorgestellt und fünf Gewinner erhalten eine Sonderausgabe von Darwins “Origins”.
Wie entstand Altruismus beim Menschen?
Posted by Björn in Biologie, Ethik, Moralphilosophie, Naturwissenschaft, Sozialphilosophie on 2009/06/19
In der evolutionären Altruismusdiskussion der letzten Jahrzehnte wurde es oft als ausgeschlossen angesehen, dass Altruismus durch natürliche Selektion erklärt werden kann. Eine Vermutung Darwins findet neuerdings Befürworter, wie der Independent berichtet: die Bedingungen kontinuierlicher Kriegführung in frühen Jäger- und Sammlergesellschaften könnten diejenigen Stammesverbände bevorteilt haben, deren Mitglieder in der Lage waren, altruistisches Verhalten auf eigene Kosten zu zeigen.
Philosophie der Neurowissenschaften
Posted by Björn in Biologie, Links, Naturwissenschaft, Philosophie des Geistes, Psychologie, Wissenschaftstheorie on 2009/05/26
Das “Oxford Handbook of Philosophy of Biology”, herausgegeben von Michael Ruse, ist 2008 bei Oxford University Press erschienen. Drei Kapitel daraus können vollständig bei Google Books nachgelesen werden, darunter
- “Philosophy of Neuroscience” von I. Gold & A. Roskies
- “Sociobiology, Evolutionary Psychology, and Cultural Evolution” von Matteo Mameli (Link zum Kapitel im Inhaltsverzeichnis)
Darwin und Psychologie
Posted by Björn in Biologie, Emotionen, Philosophie des Geistes, Psychologie on 2009/04/01
Die jüngste Ausgabe der Zeitschrift “American Psychologist” (2009 Volume 64, Issue 2 (Feb-Mar)) widmet sich dem Thema Darwin and Psychology. 16 Aufsätze beschäftigen sich unter anderem mit der Bedeutung von Darwins Theorie für Francis Galton, James Baldwin, die Psychologie der Gefühle und die Evolutionäre Psychologie. Die Beiträge sind online abrufbar.
Anthropologie – soziokulturell oder evolutionär?
Posted by Björn in Biologie, Ethik, Naturwissenschaft, Sozialphilosophie, Soziologie, Wissenschaft on 2008/12/01
Innerhalb der Anthropologie gibt es einen fundamentalen Graben zwischen soziokulturellen und evolutionären Erklärungsansätzen. Oft ist die Auseinandersetzung unversöhnlich, eine Integration ist in der Regel nicht in Sicht. Hannah Fearn fragt in Times Higher Education, ob eine Überwindung des Streits möglich ist: The great divide
Evolution in der Werbung
Guinness hat im Jahr 2005 einen aufwändig gemachten Werbeclip veröffentlicht, der den Firmenslogan “Good things come to those who wait” auf originelle Weise ins Bild setzt: Das Leben auf der Erde hat einige hundert Millionen Jahre gebraucht, um endlich dem Menschen zu ermöglichen, ein gutes Bier zu genießen. Diese Geschichte wird durch einen Schnelldruchlauf rückwärts durch die Evolution dargestellt. Die Botschaft: gut, dass wir nicht als urzeitliche Schlammbewohner brackiges Wasser trinken müssen.
AC Grayling nimmt Fullers “Intelligent Design” auseinander
Posted by Björn in Biologie, Naturwissenschaft, Religion, Wissenschaft, Wissenschaftstheorie, Worte on 2008/09/13
Im New Humanist hat A.C. Grayling unter dem herrlichen Titel “Origin of the Specious” ein Buch von Steven Fuller über das sogenannte “Intelligent Design” untersucht – das, so Graylings Fazit, nicht allein schlecht sei, sondern auch einen weiteren Nagel in den Sarg der Theorie des Intelligent Design schlage.
Graylings Beitrag bereitet großes Vergnügen, indem er einerseits die britische Klarheit in der Analyse verworrener Konstrukte exemplifiziert, andererseits mit polemischen Schmankerln garniert ist, die keinen Zweifel an seiner Position aufkommen lassen:
“It is sometimes hard to know whether books that strike one as silly and irresponsible, like Dissent over Descent, the latest book from Steve Fuller, are the product of a desire to strike a pose and appear outrageous (the John Gray syndrome), or really do represent that cancer of the contemporary intellect, post-modernism. I suppose putatively sincere extrusions of the post-modern sensibility might henceforth deserve to be known as “the Steve Fuller syndrome”.”
Wer Spaß an bester britischer Kritik eines klaren Kopfes hat, dem sei der Text sehr empfohlen.
Und – the fun continues: Fuller hat auf Graylings Beitrag geantwortet, Grayling schließlich wieder darauf.
[via Brian Leiter]
Die Relevanz von Wissenschaft und Aufklärung
Posted by Björn in Naturwissenschaft, Religion, Wissenschaft on 2008/07/28
Telepolis: Im August (2006) berichtete das Wissenschaftsmagazin “Science”, dass nur 40 Prozent der amerikanischen Bevölkerung an das Konzept der Evolution glauben.
George Smoot: Das finde ich beunruhigend, geradezu beängstigend. … Zu sagen, es hätte keinen Big Bang gegeben, entspricht der Behauptung, dass die Erde flach ist. Ich denke, dass es sehr wichtig für die Zukunft der Menschheit wäre, dass die Leute wieder aufgeklärter und rationaler werden.
Aus einem Interview mit dem Phyisker George Smoot, der 2006 den Nobelpreis für seine Untersuchung der kosmischen Hintergrundstrahlung, in der es auch um das Echo des Urknalls ging, erhielt. Es erschien in Telepolis special “Kosmologie” 2/2007. Online findet sich das Interview hier.
Rezension von Ruses “Darwinism and its Discontents”
Posted by Björn in Bioethik, Biologie, Buecher, Ethik, Geschichte, Moralphilosophie, Naturwissenschaft, Wissenschaft, Wissenschaftstheorie on 2008/01/08
Tim Lewins (Department of History and Philosophy of Science, University of Cambridge) rezensiert bei TPM Online Michael Ruses Buch “Darwinism and its Discontents”. In Ruses Buch geht es nicht hauptsächlich um die folkloristische Debatte um “Intelligent Design”:
“…the book has a far broader scope. Ruse takes on a variety of different thinkers, from a variety of different periods, all of whom have challenged Darwinism in some way or another.“
Ruse untersucht eine Reihe von wissenschaftlichen Beiträgen, die der natürlichen Selektion keine oder eine geringere Rolle in der Biologie einräumen. Auch die Relevanz von Darwins Theorie für die Philosophie wird überprüft. Dabei vertritt er eine mittlere Position, die davon ausgeht, dass sich die Philosophie mit Darwins Prinzipien auseinandersetzen muss, aber beispielsweise eine starke Formulierung der Evolutionären Ethik, die an den naturalistischen Fehlschluss erinnert, unhaltbar ist. Ruse setzt dem seine eigene “Darwinsche Ethik” entgegen. Tim Lewins gibt allerdings zu bedenken, ob es Ruse gelingt, einen Darwinismus zu skizzieren, dem auch andere Darwinisten zustimmen würden. Jedenfalls ist Ruse bemüht zu zeigen, dass es sich um eine richtige Darstellung von Darwins Ideen handelt – und diese Bemühungen machen das Buch so reichhaltig einerseits, aber auch schwer zu überschauen für Leser, die mit der Materie weniger vertraut sind.
In jedem Fall, so schließt Lewins seine Rezension, vermittelt das Buch einen guten Eindruck von den historischen, philosophischen und wissenschaftlichen Kontroversen, die um das Evolutionäre Denken entstanden sind.
Ian Hacking (und Philip Kitcher) gegen den Anti-Darwinismus
Posted by Björn in Biologie, Buecher, Naturwissenschaft, Politik on 2007/09/27
Ian Hacking kritisiert Anti-Darwinismus und Intelligent Design:
“Living With Darwin, Philip Kitcher’s brief and cogent manifesto, very rightly disagrees. Anti-Darwinism is, he says, dead science, recapitulating old stuff long abandoned. I prefer to call it degenerating.”
Philip Kitchers Buch “Living with Darwin” erschien im Dezember 2006 bei Oxford University Press. “Kitcher has just the combination of philosophical talent, biological insight, and wonderfully lucid writing needed to address the thorny problem of creationism. In Living With Darwin , he clearly shows that the persistent battle between evolution and creationism in America is part of a wider war–one between superstition and rationality.” (Jerry Coyne)