Klaus Binders Übersetzung von Lukrez unter den Finalisten des Leipziger Buchpreises

Die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse hat die jeweils fünf Finalisten in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung bekanntgegeben. Klaus Binders schon im Feuilleton gelobte Übersetzung von Lukrez’ “Über die Natur der Dinge” ist auch dabei.

Hier ein Interview mit Binder zum Buch bei der FR
Eine Rezension im Kulturradio.
Als Buchtipp im Video von Gert Scobel bei 3sat.
Micha Brumliks Rezension in der taz.

Weiterer Schritt zur Entzifferung der Schriftrollen von Herculaneum

Beim Ausbruch des Vesuv vor 2000 Jahren wurden bekanntlich Pompeji und Herculaneum von einer meterdicken Schuttschicht begraben. In der Villa dei Papirii hat man eine komplette Bibliothek mit verkohlten Papyrusrollen gefunden, die zum großen Teil epikureische Schriften des Philosophen Philodemus enthalten. Allerdings sind die meisten Rollen derart verkohlt, dass sie nicht zerstörungsfrei entrollt werden können. Nun hat ein Team mithilfe eines speziellen Tomografieverfahrens erfolgreich griechische Schriftzeichen lesen können ohne die Rollen zu öffnen. Anders als in manchen Berichten angegeben, ist man aber noch nicht soweit, zusammenhängende Textstellen im Ganzen entziffern zu können.

Berichte gibt es unter anderem beim Smithsonian und der NZZ. Der Originalartikel des Forscherteams erschien bei Nature.

Hier ein Video von Vito Mocella, dem Leiter des Teams

John Coopers Locke-Lectures über Philosophie als Lebensweise

Neben der anspruchsvollen akademischen Philosophie, die sich damit beschäftigt, was anspruchsvolle akademische Philosophie ist und welche Denkschulen nicht als richtige Philosophie akzeptiert werden können, hat es immer – prominent besonders in der antiken griechischen und römischen Philosophie – eine zweite, zusätzliche Auffassung von Philosophie als Lebensweise oder als Methode für einen gelingendes Leben gegeben. Diese Auffassung ist für Autoren wie Platon, Epikur, Chrysippos, Cicero oder Seneca integraler Bestandteil der Philosophie.

John M. Cooper (Harvard) hat 2011 die John Locke Lectures in Oxford gehalten – unter dem Titel “Ancient Greek Philosophies as a Way of Life“. Er spricht darüber, dass für antike griechische Philosophen die philosophisch gebildetete Vernunft, und nicht etwa Religion oder Tradition, die einzige Autorität in der Frage des richtigen Lebens und des richtigen Handelns ist. Diese pagane Konzeption verfolgt Cooper von Sokrates, Platon und Aristoteles, über die Stoiker, Epikur, die Pyrrhonische Skepsis bis zu Plotin und den spätantiken Platonismus.

Es hat den Anschein, dass diese Locke-Lectures die Grundlage für Coopers neues Buch “Pursuits of Wisdom: Six Ways of Life in Ancient Philosophy from Socrates to Plotinus” sind, das im April bei Princeton University Press erscheinen wird.

John Cooper ist Herausgeber einer vielbeachteten neueren Platongesamtausgabe (siehe dazu diesen informierten Kommentar eines Amazon-Users) und Übersetzer einiger Schriften Senecas. Einige seiner Aufsätze zur antiken Philosophie sind 1986 in “Reason and Human Good in Aristotle” und 1998 in “Reason and Emotion: Essays on Ancient Moral Psychology and Ethical Theory” erschienen.

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