ontosOpen – Einige kostenlose E-Books beim ontos-Verlag

Im Blog vom Blinden Hund habe ich den Hinweis gefunden, dass der ontos-Verlag eine Reihe von philosophischen Büchern als kostenlose E-Books abgibt: “ontosOpen offers Open Access publications of selected eBooks.” Für den Download ist ein ganz normaler Bestellvorgang, wie in Onlineshops üblich, erforderlich.

Die Reihe dürfte wohl vornehmlich für das Fachpublikum interessant sein. Die meisten Titel sind englischsprachig. Autoren sind unter anderem Nicholas Rescher, Herbert Hrachovec, Georg Meggle, Reiner Hedrich und Friedrich Stadler.

Google Bookstore im Android Market – nicht in Deutschland

Die neue Version des Android Market wurde von Google so überarbeitet, dass Bücher aus dem Google Bookstore leichter zu finden sind. Die 3 Millionen Titel, die bislang im Bookstore verfügbar sein sollen, sind allerdings nicht in Deutschland erhältlich. Der Link zur Books-Webseite im Android Market führt hierzulande lediglich zu dem Hinweis: “Leider ist das gewünschte Dokument nicht in Ihrem Land verfügbar.“. Informationen dazu, wann “Books” im Android Market auch aus Deutschland abrufbar sein werden, sind nicht zu finden.

Auch die Android-App “Google eBooks for Android” ist in Deutschland nicht im Android Market beziehbar: “Google eBooks for Android is currently not available in your country“.

Der seit Dezember 2010 bestehende Google eBookstore ist dagegen auch aus Deutschland aufrufbar, allerdings beschränkt auf Bücher in der Public-Domain: “The latest Google eBooks are not available for sale in your location, yet…

Der neue EPUB3-Standard – eine fatale Weichenstellung?

Strahinja Marković, der Entwickler von Sigil, regt sich über Inhalte der neuen EPUB-Spezifikation auf. Seine Anmerkungen sind interessant.
Die im neuen Standard nun hinzugekommene optionale Unterstützung von JavaScript ist ihm ein Dorn im Auge, weil dadurch die Portabilität von eBooks auf unterschiedliche Lesesysteme behindert wird. Zwar warne die IPDF vor der Nutzung von Scripting mit der Feststellung: “it greatly increases the likelihood that content will not be portable across all Reading Systems and creates barriers to accessibility and content reusability“, aber niemand werde darauf hören, so Marković. Die Tore zur Portabilitätshölle seien nun geöffnet. Man werde epub-Bücher herstellen, die alleine für iBooks gedacht sind, und zwar mit teilweise schlechtem, zusammengestoppelten Code, so dass Nutzer anderer Lesesysteme das Nachsehen haben.
Wer vermeintlich “brilliante” Designideen und die notorische Interaktivität in sein eBook bringen will, der solle eine App erstellen, und nicht ein EPUB. Bücher bräuchten zwar keine Kuhglocken; aber die, die sie dennoch haben sollen, seien Apps, keine epubs.

Eine Erweiterung im neuen EPUB3-Standard, die sich Marković erhofft hatte, die aber nicht implememtiert wurde, ist die mandatorische Abdeckung einer minimalen Anzahl von Schriftzeichen. Einige epubs, die nur auf dem iPad getestet wurden, zeigen auf Lesegräten, die Adobes RMSDK verwenden, nur einen Haufen von Fragezeichen. Dieses Problem sei viel dringender als das Anliegen, bunte Videos in epubs abzuspielen.

Außerdem erwähnt Marković, dass Adobes Lesesystem ADE zwar nicht großartig, aber das beste verfügbare sei. Das Schlechteste dagegen sei mit Sicherheit iBooks. Apple schere sich nicht um die EPUB-Spezifikationen, und dies füge sich in die Reihe von absichtlichen Standardverletzungen, die Apple praktiziere. Markovićs Ausführungen sind besonders in diesem Punkt nicht jugendfrei.

Nachtrag zu diesem Thema: Liza Daly hat ihre Präsentation “Cost-effective enhanced ebooks with EPUB3” bei Slideshare bereitgestellt.

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How to find a good self-published e-book

Laura Miller schreibt bei Salon.com über ein massives Problem, das Leser mit E-Books haben werden – nämlich das, gute Bücher zu finden. Und wie machen sich introvertierte Autoren in einem Ozean von Veröffentlichungen bemerkbar?

“Everybody acknowledges that there have to be a few gems out in the slush pile — one manuscript in 10,000, say — buried under all the dreck. The problem lies in finding it. …
In other words, it’s a dirty job, but someone’s got to do it, and if the prophecies of a post-publishing world come true, it looks, gentle readers, as if that dirty job will soon be yours. …
Writers who are charming in person and happy to promote themselves and interact with fans will prosper, while antisocial geniuses may fail. (It’s unsettling to wonder how the Salingers, Pynchons, Naipauls and David Foster Wallaces of tomorrow will fare in a world where social networking and glad-handing are de rigueur. Why should extroversion be required of a great novelist?)”

Aggregierte Charts vom Kindle

Paul Lamere hatte im März Whispersync, das in Amazons Kindle eingebaut ist, mit Audioscrobler verglichen (hier berichtet) und sich gewünscht:
I hope Amazon aggregates their Whispersync data and give us some Last.fm-style charts about how people are reading.

Amazon hat nun tatsächlich einen ersten Schritt in diese Richtung getan, und listet nun die Highlight-Charts auf.

Realistische Lesecharts mit Amazons Kindle

Musicmachinery hat einen interessanten Blogpost über die Whispersyncfunktion in Amazons Kindle: Spying on how we read. Mit Whispersync speichert Kindle die Stelle im Buch, an der man gerade liest, so dass man beispielsweise auf dem iPhone, iPod oder dem Computer dort weiterlesen kann. Auch Lesezeichen, Notizen etc. werden so gespeichert. Das ist praktisch für den Leser, und eine Datengoldmine für Amazon. Der Blogpost schlägt vor, diese Daten zu aggregieren, so wie das Musikfreunde von last.fm kennen. So könnte man beispielsweise Hitlisten der nicht zuende gelesenen Bücher finden. (Wird Richard David Precht oder Alain de Botton wirklich gelesen, oder nur verschenkt?) Welche Bücher werden mehr als einmal gelesen? Werden Bücher in englischer Sprache schneller durchgelesen als deutsche oder französische? Welche Bücher werden am häufigsten durchgelesen und kosten dabei am wenigsten?
Solche Hitlisten könnten das Kaufverhalten tatsächlich entscheidend ändern. Reine Buchtrophäen – gekauft, aber nie gelesen – hätten es dann vermutlich schwerer.

E-Books: die Situation in Deutschland

Cora Stephan schreibt in der NZZ über Vor- und Nachteile von E-Books (“Revolution in der Gutenberg-Galaxis“) und überlegt, was sie wohl ändern werden. Es sind nicht die Autoren, die sich vorm E-Book fürchten müssen, sagt sie, sondern der Buchhandel.

Zeit-Online berichtet von der Leipziger Buchmesse. An den E-Book-Ständen sei es seltsam leer gewesen, schreibt David Hugendick. Auch Christoph Schröder konstatiert “Die Ruhe nach dem Hype“: “Es dürfte außer Zweifel stehen, dass das Geschäft mit den E-Books und die damit zu erzielenden Profite noch in keinem Verhältnis zu dem medialen Wind stehen, der um sie gemacht wird.”

eBooks

Ich verstehe den Kulturkampf eBooks versus Buch nicht. Wer sagt denn, dass das Buch verschwindet? Dass es durch das eBook ersetzt wird? Was wird denn sein – in der Zukunft? Die kann man nicht voraussagen – nehmen sie Voltaire oder Schopenhauer oder Popper. Wem es hilft, der wird sich ein eBook auf sein Gerät ziehen. Wer will, nimmt ein Buch zur Hand. Ja, der Markt wird irgendeine Dynamik haben. Vielleicht wird es weniger Bücher geben. Was will man dagegen machen? Bücher kaufen, wenn man will. Und wenn ich im Café schreibe, habe ich neuerdings Schopenhauer, Russell, Mill und Platon auf meinem kleinen Android-Handy. Durchsuchbar und mit Lesezeichen. Die Vorteile von Büchern fehlen. Deswegen kaufe ich Bücher.