Deutsche Philosophie des 18. Jahrhunderts vor Kant

In der Stanford Encyclopedia of Philosophy ist Brigitte Sassens Eintrag “18th Century German Philosophy Prior to Kant” gründlich überarbeitet worden. Der Artikel bietet einen guten ersten Überblick über dieses interessante Thema.

Die Aufklärungsphilosophie hat in Deutschland in Christian Thomasius einen wichtigen frühen Vertreter, wobei der Pietismus den Hintergrund der intellektuellen Auseinandersetzungen abgibt. Christian Wolff ist der nächste größere Meilenstein, und etwa gegen Mitte des 18. Jahrhunderts waren immer mehr Übersetzungen der englischen, schottischen und französischen Aufklärungsphilosphie in Deutschland verfügbar, so dass der Eintrag feststellt: “after 1750 and before 1781 was a period not of any one dominant school“.

Als Habermas gegen die Wiedervereinigung war

Der scheidende Chefredakteur des Merkur, Karl-Heinz Bohrer, beschreibt in einem Rückblick auf seine Herausgeberschaft, wie es zum persönlichen Bruch mit Jürgen Habermas kam (die FR zitiert eine Passage daraus). Nach dem Fall der Mauer 1989 hätten Bohrer und Habermas unterschiedliche Auffassungen zu einer möglichen Wiedervereinigung Ost- und West-Deutschlands gehabt. Bohrer wollte ein Plädoyer für die Wiedervereinigung veröffentlichen, das er zuvor Habermas zugeschickt habe. Habermas habe in seiner Antwort an Bohrer appelliert, diesen Text nicht zu veröffentlichen. Es sei schließlich zum unvermeidlichen Zerwürfnis zwischen den beiden gekommen, das offenbar bis heute nicht überwunden wurde.

Literatur, Kultur, Politik, Internet

Drei Artikel:

Die Provinz, die Schweden ist: Schwedische Kommentatoren sind mit der Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Mario Vargas Llosa nicht einverstanden – weil er auf der falschen politischen Seite stehe. Johan Norberg wundert sich über seine Kollegen: disqualifiziert sich ein Schriftsteller, weil er einen Liberalismus in der Tradition von John Locke und Adam Smith befürwortet? Weil er sich vom Kommunismus abgewendet hat, weil er entsetzt ist über das Leid, das sozialistische Machthaber verursacht haben? “He moved on not because he was no longer able to sympathise with the poor and oppressed, but because he still did when others began to identify more with the revolutionaries than with the people in whose name they made the revolution. He saw that Castro persecuted homosexuals and imprisoned dissenters. While other socialists kept quiet and thought that the dream justified the means, Vargas Llosa began to ask himself the difficult questions about why his ideals looked more like prison camps than socialist utopias when realised.

James Buchan rezensiert beim Guardian Peter Watsons Buch “The German Genius”

Braucht Poesie Papier? Gefährdet die Veränderung der Medien den Reichtum und die Vielfalt künstlerischen Schaffens? Schrumpft der Kontext und veräbdert dadurch die Sprache, wie Don DeLillo meint?