Offene Bildungsdaten?

Transparenz klingt ja immer gut. Und wenn wir uns schon Gedanken über die (teilweise) Aufhebung der ärztlichen Schweigepflicht machen, während wir ohnehin damit beschäftigt sind, unsere Körperdaten ins Netz zu stellen, könnte man gleich mit überlegen, was man mit den Bildungsdaten von Schülern macht, die in Apps und Bildungseinrichtungen gewonnen werden. Das diskutiert man jedenfalls in den USA.

Erkenntnis von Subjekten im Dienste Ihrer Majestät, London 1772

Ein kleiner Beamter seiner Majestät in London hat Listen von Mitgliedschaften von 260 Personen, die sich in den Kolonien in der Region um Boston zu gewissen Aktivitäten verbünden, untersucht, wie in dieser Publikation vermeldet wird. Diese “Metadaten-Analyse” soll der Nachricht zufolge das Ergebnis zu Tage fördern, dass gewisse Subjekte als Urheber und Anführer aufrührerischer Handlungen eindeutig zu erkennen sind. Und zwar offenbart sich diese Ungeheuerlichkeit, ohne dass der genauere Inhalt irgendwelcher Konversationen bekannt ist. Der Schreiber jener Nachricht gibt der Hoffnung Ausdruck, dass mit neuen Rechenmaschinen in der Zukunft wunderbare Untersuchungen dieser Art auf herrliche Weise bemerkenswerte Ergebnisse zeitigen, so dass Vorgängen wie jenen in den britischen Kolonien, die die Freiheit und den Frieden bedrohen, rechtzeitig vorgeschützt werden kann.

Formale Ontologie für Informationssysteme

Die 7. Konferenz “Formal Ontologies in Information Systems” (FOIS 2012) wird vom 24. bis 27. Juli 2012 in Graz stattfinden. Sie beschäftigt sich mit den Repräsentationen in Informationssystemen wie Künstlicher Intelligenz, Software, Datenbanken, Bioinformatik, Wissensmanagementsystemen und Semantischem Web. Die Konferenz widmet sich sowohl theoretischen Fragen als auch konkreten Anwendungen.
Eine Übersicht über bisherige Konferenzen gibt es auf der Webseite formalontology.org.

Peter Singer über offene Diplomatie und WikiLeaks

Peter Singer reflektiert in einem kurzen Kommentar über den politischen Anspruch von WikiLeaks. Er bringt auf gewohnt klare Weise einige zentrale Argumente zusammen, die Befürworter und Gegner in ihrer aufgeregten Propaganda bislang selten angemessen würdigen. Seine Haltung zu WikiLeaks ist differenziert, gerade auch deshalb, weil Informationen differenziert gehandhabt werden müssen: “Suppose that US diplomats had discovered that democrats living under a brutal military dictatorship were negotiating with junior officers to stage a coup to restore democracy and the rule of law. I would hope that WikiLeaks would not publish a cable in which diplomats informed their superiors of the plot.

Offene Informationen sind für Demokratien einerseits, faire und friedliche Abläufe in der Weltpolitik andererseits unverzichtbar – WikiLeaks zielt auf einen eklatanten Mangel, den politische Regimes überall auf der Welt haben. Es bleibt zu hoffen, dass wir bekommen, was wir brauchen. “It is therefore regrettable that the most likely outcome of the recent revelations will be greater restrictions to prevent further leaks.