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Sibylle Lewitscharoff über ihren Roman “Blumenberg”
Posted by Björn in Buecher, Geschichte, Leute, Literatur on 2012/01/26
In ihrem Roman “Blumenberg” schreibt Sibylle Lewitscharoff über das Lebensgefühl und die intellektuelle Orientierung der Studenten der 1980er Jahre. Für das Buch erhielt sie 2011 den Wilhelm-Raabe-Preis. Es ist eine literarische Mentalitätsstudie einer Zeit, in der junge Erwachsene ihr Lebensgefühl in No-Future, Pop- und Punkmusik fanden – und in der Intellektuelle wie Hans Blumenberg und Jürgen Habermas das akademische geistige Milieu prägten.
In einem Interview mit dem Standard spricht Lewitscharoff über ihren Roman, dessen junge Protagonisten kein glückliches Ende finden. Die geistige Landschaft dieser Zeit war durch einen riesigen Überbau geprägt. Bei Habermas fand man sein Futter an realitätsbezogener Zeitdiagnose “in verdaulichen Portionen vor. Bei Blumenberg wurde man in Ausuferungen hineingetrieben: in die Antike, in die Scholastik, in die Musik. … Wohin soll so ein armer Student jetzt mit seiner Bewunderung?”
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Das Wall Street Journal schreibt über Pascal Mercier (Peter Bieri)
Posted by Björn in Buecher, Philosophie allgemein, rezensionen on 2012/01/09
“Nachtzug nach Lissabon” von Pascal Mercier (aka Peter Bieri) ist in zahlreiche Sprachen übersetzt worden und war auch international ein großer Erfolg. “This was a novel that changed you”, wie Sam Sacks im Wall Street Journal berichtet. Auch wenn man dem Buch an manchen Stellen den Akademiker im Autoren anmerke (“instructing without entertaining“), habe es seine feinen, belebenden Stellen, die die Leidenschaft des Publikums für das Buch erkläre.
Nun ist auch Merciers älterer Roman “Perlmanns Schweigen” in den USA erschienen. Doch es sei in Vielem das Gegenteil von “Night train to Lisbon“, so der Rezensent Sacks. Mercier allerdings sei gut darin, die Agonie des Wissenschaftlers Perlmann zu beschreiben, doch sei das mit 600 Seiten zu lange Buch über die Lebenskrise des Romanhelden schmerzhaft zu lesen.
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Auszeichnung für Ursula Renz
Posted by Björn in Akademisches, Buecher, Emotionen, Philosophiegeschichte on 2011/12/30
Ursula Renz hat für ihr Buch “Die Erklärbarkeit von Erfahrung: Realismus und Subjektivität in Spinozas Theorie des menschlichen Geistes”, erschienen bei Klostermann, den Preis des Journal of the History of Philosophy für die beste Veröffentlichung zur Philosophiegeschichte im Jahr 2010 erhalten.
Eine Rezension des Buches hat Martin Saar im September bei NDPR veröffentlicht.
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Michael Ruse kritisiert Alvin Plantingas neues Buch
Posted by Björn in Akademisches, Argumentation, Biologie, Buecher, Naturwissenschaft, Religion on 2011/12/15
Michael Ruse äußert sich im Chronicle of Higher Education zu Alvin Plantingas neuem Buch über Religion und Theismus. Plantinga, der in früheren Auseinandersetzungen mit Ruse behauptet hatte, kein Befürworter des Intelligent Design zu sein, akzeptiert diese Auffassung nun doch in seinem Buch, so Ruse. Außerdem kritisert Ruse, dass Plantinga und andere Vertreter religiöser Auffassungen immer wieder die Thesen ihrer Gegner verzerren, auf Einwände keine Antwort liefern und Abweichler drangsalieren: “because of their unsophisticated versions of these beliefs, they simply are not prepared to engage in mature, responsible scholarship. And they bully those who are.”
Plantingas Buch erhält viel Aufmerksamkeit, wie jüngst erst in der New York Times.
Vor zwei Jahren hatte Plantinga mit Daniel Dennett in Chicago diskutiert – ein offenkundig einseitig-parteilicher Bericht hatte in den Philosophieblogs die Runde gemacht. Darin heißt es, Dennett sei nicht auf die Argumente Plantingas eingegangen und habe eher eine spöttische Haltung an den Tag gelegt. Kommentare zu diesem Bericht (hier und hier) legen aber nahe, dass es Plantinga war, der Dennetts Einwand nicht zur Kenntnis nahm.
E-Books aktuell in Deutschland
Posted by Björn in Buecher, Technik, Verschiedenes on 2011/11/01
Die Zeit hat ein Video mit Interviews erstellt, in dem junge Verleger auf der Frankfurter Buchmesse zur aktuellen Situation von E-Books und Büchern in Deutschland Stellung nehmen. Das Video vermittelt ein guten Eindruck von der derzeitigen Stimmung.
Google Bookstore im Android Market – nicht in Deutschland
Posted by Björn in Buecher, Verschiedenes on 2011/07/26
Die neue Version des Android Market wurde von Google so überarbeitet, dass Bücher aus dem Google Bookstore leichter zu finden sind. Die 3 Millionen Titel, die bislang im Bookstore verfügbar sein sollen, sind allerdings nicht in Deutschland erhältlich. Der Link zur Books-Webseite im Android Market führt hierzulande lediglich zu dem Hinweis: “Leider ist das gewünschte Dokument nicht in Ihrem Land verfügbar.“. Informationen dazu, wann “Books” im Android Market auch aus Deutschland abrufbar sein werden, sind nicht zu finden.
Auch die Android-App “Google eBooks for Android” ist in Deutschland nicht im Android Market beziehbar: “Google eBooks for Android is currently not available in your country“.
Der seit Dezember 2010 bestehende Google eBookstore ist dagegen auch aus Deutschland aufrufbar, allerdings beschränkt auf Bücher in der Public-Domain: “The latest Google eBooks are not available for sale in your location, yet…“
Oikeiosis: Vernunft oder Natur?
Posted by Björn in Antike, Ethik, Moralphilosophie, Philosophiegeschichte, Quellen, Sozialphilosophie, Soziobiologie on 2011/03/27
Robert Bees hat 2004 den ersten Band seiner Untersuchungen zur Oikeiosis-Lehre der Stoa, die in den letzten Jahren zunehmendes Interesse findet, veröffentlicht: “Die Oikeiosislehre der Stoa I: Rekonstruktion ihres Inhaltes“. Bees schlägt aufgrund seiner korrigierenden philologischen Studie eine Neuinterpretation vor: oikeiosis sei nicht wie in der bislang gängigen Interpretation ein vernunftgesteuerter sondern vielmehr ein naturgesteuerter Prozess. Und diesbezüglich sieht Bees zudem Parallelen zur modernen Soziobiologie.
Bei “sehepunkte” hat Claudia Horst dieses Buch rezensiert. Sie begrüßt die erste, und kritisiert die zweite These.
In seinem Buch “The Stoic Life” widmet Tad Brennan das 10. Kapitel dieser Theorie: “Oikeiosis and Others.”
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Fähigkeiten schaffen – Martha Nussbaums neues Buch
Posted by Björn in Uncategorized on 2011/03/09
Bei Harvard University Press erscheint Martha Nussbaums neues Buch “Creating Capabilities: The Human Development Approach” (Amazon-Link).
Die Lebensqualität nur am Bruttoinlandsprodukt eines Landes zu messen hält Martha Nussbaum seit langem schon für fragwürdig, weil dadurch die wichtigsten und grundlegendsten Bedürfnisse der Menschen nicht in den Blick geraten. Zusammen mit Armatya Sen hat sie den Fähigkeitenansatz entwickelt, den sie in ihrem neuen Buch erneut vorstellt, aber auch durch neues Material bekräftigen will.
Anfang März sprach sie an ihrer Heimatuniversität in Chicago über dieses Buch. Die Audiodatei dazu ist hier verfügbar.
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Der neue EPUB3-Standard – eine fatale Weichenstellung?
Strahinja Marković, der Entwickler von Sigil, regt sich über Inhalte der neuen EPUB-Spezifikation auf. Seine Anmerkungen sind interessant.
Die im neuen Standard nun hinzugekommene optionale Unterstützung von JavaScript ist ihm ein Dorn im Auge, weil dadurch die Portabilität von eBooks auf unterschiedliche Lesesysteme behindert wird. Zwar warne die IPDF vor der Nutzung von Scripting mit der Feststellung: “it greatly increases the likelihood that content will not be portable across all Reading Systems and creates barriers to accessibility and content reusability“, aber niemand werde darauf hören, so Marković. Die Tore zur Portabilitätshölle seien nun geöffnet. Man werde epub-Bücher herstellen, die alleine für iBooks gedacht sind, und zwar mit teilweise schlechtem, zusammengestoppelten Code, so dass Nutzer anderer Lesesysteme das Nachsehen haben.
Wer vermeintlich “brilliante” Designideen und die notorische Interaktivität in sein eBook bringen will, der solle eine App erstellen, und nicht ein EPUB. Bücher bräuchten zwar keine Kuhglocken; aber die, die sie dennoch haben sollen, seien Apps, keine epubs.
Eine Erweiterung im neuen EPUB3-Standard, die sich Marković erhofft hatte, die aber nicht implememtiert wurde, ist die mandatorische Abdeckung einer minimalen Anzahl von Schriftzeichen. Einige epubs, die nur auf dem iPad getestet wurden, zeigen auf Lesegräten, die Adobes RMSDK verwenden, nur einen Haufen von Fragezeichen. Dieses Problem sei viel dringender als das Anliegen, bunte Videos in epubs abzuspielen.
Außerdem erwähnt Marković, dass Adobes Lesesystem ADE zwar nicht großartig, aber das beste verfügbare sei. Das Schlechteste dagegen sei mit Sicherheit iBooks. Apple schere sich nicht um die EPUB-Spezifikationen, und dies füge sich in die Reihe von absichtlichen Standardverletzungen, die Apple praktiziere. Markovićs Ausführungen sind besonders in diesem Punkt nicht jugendfrei.
Nachtrag zu diesem Thema: Liza Daly hat ihre Präsentation “Cost-effective enhanced ebooks with EPUB3” bei Slideshare bereitgestellt.
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British Library publiziert griechische Manuskripte im Web
Posted by Björn in Antike, Buecher, Verschiedenes on 2010/09/29
Die British Library wird zunächst ein Viertel der etwa 1000 in ihrem Besitz befindlichen handschriftlichen griechischen Manuskripte im Internet veröffentlichen. Weitere Schriften sollen in den nächsten Jahren folgen. [via via]
Aggregierte Charts vom Kindle
Paul Lamere hatte im März Whispersync, das in Amazons Kindle eingebaut ist, mit Audioscrobler verglichen (hier berichtet) und sich gewünscht:
“I hope Amazon aggregates their Whispersync data and give us some Last.fm-style charts about how people are reading.”
Amazon hat nun tatsächlich einen ersten Schritt in diese Richtung getan, und listet nun die Highlight-Charts auf.
Mobileread – Kostenlose E-Books und Infos
Bei Mobileread gibt es kostenlose E-Books, darunter eine Auswahl deutschsprachiger Bücher. Im Wiki finden sich außerdem viele Hintergrundinformationen.