Posts Tagged Aufklärung
Lütkehaus über Geiers Buch “Aufklärung”
Posted by Björn in Geschichte, Philosophiegeschichte, Politische Philosophie, Religion on 2012/04/04
Ludger Lütkehaus, unter anderem bekannt durch sein Buch “Nichts” und als Herausgeber der Schopenhauer-Ausgabe im Haffmanns-Verlag, rezensiert in der Neuen Zürcher Zeitung Manfred Geiers Buch “Aufklärung. Das europäische Projekt“.
Vor einigen Jahren schon hatte Geier “Kants Welt” geschrieben, das ich gut, aber ambivalent finde. Von der Kritik hochgelobt, enthält es zu den wichtigsten Aspekten des Kantschen Denkens hervorragende Beschreibungen, die manchmal ein wenig ins Mäandern geraten.
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Nussbaum-Interview: Aufklärung im 21. Jahrhundert
Posted by Björn in Akademisches, Erziehung, Ethik, Kulturphilosophie, Moralphilosophie, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte, Politische Philosophie, Psychologie on 2011/02/16
Die RSA hat in der letzten Zeit Videos einiger Vorträge veröffentlicht, die im Netz viel Aufmerksamkeit fanden. Vor zwei Monaten war Martha Nussbaum eingeladen, über Aufklärung im 21. Jahrhundert zu sprechen. In den USA und Großbritannien ist ihr kürzlich erschienenes Buch “Not for Profit: Why Democracy Needs the Humanities” viel diskutiert worden, weil die Relevanz der Geisteswissenschaften in der politischen Agenda in Frage gestellt wird.
Im Video legt Martha Nussbaum einige ihrer Positionen zu Fragen der Moral und Politik in kurzer, anschaulicher Form dar. Es kann hier heruntergeladen werden (hier nur Audio).
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Literatur, Kultur, Politik, Internet
Posted by Björn in Buecher, EBooks, Geschichte, Internet, Kulturphilosophie, Literatur, Medien, Philosophiegeschichte, Politik, Sprache on 2010/10/24
Drei Artikel:
Die Provinz, die Schweden ist: Schwedische Kommentatoren sind mit der Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Mario Vargas Llosa nicht einverstanden – weil er auf der falschen politischen Seite stehe. Johan Norberg wundert sich über seine Kollegen: disqualifiziert sich ein Schriftsteller, weil er einen Liberalismus in der Tradition von John Locke und Adam Smith befürwortet? Weil er sich vom Kommunismus abgewendet hat, weil er entsetzt ist über das Leid, das sozialistische Machthaber verursacht haben? “He moved on not because he was no longer able to sympathise with the poor and oppressed, but because he still did when others began to identify more with the revolutionaries than with the people in whose name they made the revolution. He saw that Castro persecuted homosexuals and imprisoned dissenters. While other socialists kept quiet and thought that the dream justified the means, Vargas Llosa began to ask himself the difficult questions about why his ideals looked more like prison camps than socialist utopias when realised.”
James Buchan rezensiert beim Guardian Peter Watsons Buch “The German Genius”
Braucht Poesie Papier? Gefährdet die Veränderung der Medien den Reichtum und die Vielfalt künstlerischen Schaffens? Schrumpft der Kontext und veräbdert dadurch die Sprache, wie Don DeLillo meint?
Neue Einträge in der Stanford Encyclopedia of Philosophy
Posted by Björn in Analytische Philosophie, Antike, David Hume, Links, Logischer Positivismus, Moralphilosophie, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte, Psychologie on 2010/09/28
In der Stanford Encyclopedia of Philosophy tut sich so viel, dass man allein hier genug Lesestoff für lange Herbstabende findet. Unter anderem zu folgenden Personen und Themen gibt es neue (oder revidierte) Artikel, die ich besonders interessant finde:
Jean Jacques Rousseau (neu)
Carl Hempel (neu)
Charlie Dunbar Broad (neu)
Hume’s Moral Philosophy (revidiert)
Leukipp (revidiert)
Demokrit (revidiert)
Aristoteles’ Psychologie (revidiert)
Aufklärung (neu)
Simone de Beauvoir (revidiert)
Otto Neurath (neu)
Folk Psychology als Theorie (revidiert)
Hans Albert über Fundamentalismus
Posted by Björn in Akademisches, Geschichte, Leute, Liberalismus, Philosophiegeschichte, Religion, Sozialphilosophie on 2009/12/15
Die Dankesrede, die Hans Albert zur Annahme der Ehrendoktorwürde der Universität Klagenfurt im Jahr 2007 gehalten hat, ist als PDF-Datei auf der Webseite der Uni downloadbar. Offenbar handelt es sich um das Originalmanuskript, das eine Handvoll kleinerer handschriftlicher Änderungen enthält.
Soweit ich sehe, enthält die Rede nichts Neues gegenüber den bisherigen Veröffentlichungen Alberts. Er beschreibt die religiösen Wurzeln bekannter Fundamentalismen, und deren Funktion zur Steuerung und Stabilisierung von Erkenntnissen und Autoritäten. Kritikimmunität und privilegierter Erkenntniszugang sind wesentliche Kennzeichen des Fundamentalismus. Dies steht dem Kritizismus der Aufklärung entgegen. Man kann daher nicht fordern, wie Jürgen Habermas es tut, dem religiösen Denken eine Sonderstellung einzuräumen.
Roger Scruton über die Notwendigkeit des Humanismus
Posted by Björn in Erziehung, Geschichte, Leute, Liberalismus, Philosophiegeschichte, Politik, Religion on 2009/03/24
Im American Spectator schreibt Roger Scruton eine Art nostalgische Verteidigung des Humanismus – The New Humanism: “I recognize that it was not only noble in itself, but was also a serious attempt to retain the belief in nobility without the theological vision on which that belief had once depended. It was, in effect, a proof of the ideal that it proposed: an example of how human beings can provide themselves with values, and then live up to them.“
Moral ohne Gott. Natürlich.
Posted by Björn in Buecher, David Hume, Ethik, Geschichte, Religion, Wissenschaft on 2008/09/10
Ronald Aronson hat “Living Without God: New Directions for Atheists, Agnostics, Secularists, and the Undecided” veröffentlicht, das Doug Ireland im New Humanist sehr begrüßt. Gut. Wichtig. Zurecht. Aber wtf? Die Moralphilosophie füllt seit 2500 Jahren ganze Bibliotheken mit Konzepten, die ohne Gott und übernatürliche Wesen auskommen. Das ist state of the art. Wie wäre es mit Aristoteles, mit David Hume, Voltaire, Immanuel Kant, Arthur Schopenhauer, John Stuart Mill, Bertrand Russell, John Leslie Mackie, John Rawls, Richard M. Hare, usw. usw.?
Also, vermutlich ein interessantes Buch. Aber mal grundsätzlich zur heißen Luft, die da derzeit umgewälzt wird: religiöse Konzeptionen sind weit zurück in der Defensive, weit und breit kein argumentatives Land zu sehen für sie. [via TPM]
Die Relevanz von Wissenschaft und Aufklärung
Posted by Björn in Naturwissenschaft, Religion, Wissenschaft on 2008/07/28
Telepolis: Im August (2006) berichtete das Wissenschaftsmagazin “Science”, dass nur 40 Prozent der amerikanischen Bevölkerung an das Konzept der Evolution glauben.
George Smoot: Das finde ich beunruhigend, geradezu beängstigend. … Zu sagen, es hätte keinen Big Bang gegeben, entspricht der Behauptung, dass die Erde flach ist. Ich denke, dass es sehr wichtig für die Zukunft der Menschheit wäre, dass die Leute wieder aufgeklärter und rationaler werden.
Aus einem Interview mit dem Phyisker George Smoot, der 2006 den Nobelpreis für seine Untersuchung der kosmischen Hintergrundstrahlung, in der es auch um das Echo des Urknalls ging, erhielt. Es erschien in Telepolis special “Kosmologie” 2/2007. Online findet sich das Interview hier.
Religion und Kultur und die Unterdrückung der Frauen
Posted by Björn in Ethik, Persönlichkeitsrechte, Politik, Religion on 2008/05/12
Bei Butterflies and Wheels gibt es eine Übersicht über den aktuellen Status von Frauen in verschiedenen kulturellen Systemen mit zahlreichen weiterführenden Links: “a great many women lead lives of misery and sometimes of plain horror.” Dies ist eine aufrüttelnde Übersicht. Dieses Thema bleibt nach wie vor das Wichtigste für jede emanzipatorische, humanistische, liberale Agenda. Butterflies and Wheels: Women Under Theocracy
Der Welt geht es besser
Posted by Björn in Geschichte, Politik, Politische Philosophie, Verschiedenes on 2007/11/02
Ich habe Poppers Mut und Klarheit bewundert, als er schlicht und einfach sagte, dass es uns besser geht und dass die politischen Systeme der westlichen Demokratien einen guten Schutz vor Despotie und Unrecht bieten. Das war natürlich eine direkte Konsequenz auf die 60er und 70er Jahre mit ihren ideologischen Fanatikern und auf die sozialwissenschaftlichen Debatten mit ihren ideologischen Auswüchsen und Vorurteilen.
Nach wie vor ist Optimismus nicht gefragt. Fortschritt, Aufklärung, Demokratisierung, mehr Freiheit und Wohlstand in allen Teilen der Welt – wenn derartige Thesen überhaupt einmal aufgestellt werden, ist ihnen Hohn sicher.
Stephen Moore vom Opinion Journal bricht auch eine Lanze für den Optimismus. U.a. zitiert er den UN-Report “State of the Future”:
“People around the world are becoming healthier, wealthier, better educated, more peaceful, more connected, and they are living longer.”"
Richard Rorty über Philosophie und Demokratie
Posted by Björn in Geschichte, Politische Philosophie, Sozialphilosophie on 2007/11/01
Ein Vortrag, den Richard Rorty 2004 in Teheran gehalten hat, ist jetzt in überarbeiteter Fassung bei Eurozine online erschienen: “Wagging the Dog – Über Demokratie und Philosophie“. Sein darin enthaltenes Plädoyer gegen Letztbegründung mündet in dem Fazit, “daß für Länder, die keine Säkularisierung durchlaufen haben oder gerade erst am Beginn einer konstitutionellen Regierungsform stehen, die Geschichte der westlichen Philosophie kein besonders lohnenswertes Forschungsgebiet darstellt.”
Ich finde diesen Schluss allerdings äußerst merkwürdig, und behaupte das glatte Gegenteil: gerade weil wir Letztbegründungen nicht zur Verfügung haben, ist die Philosophie und ihre Geschichte interessant (gerade in Teheran.) Es gibt in ihr eine ganze Reihe von Letztbegründungskritikern, die nicht den postmodernen Relativismus unterschreiben würden, und auch nicht bei Habermas ihre Zuflucht suchen, wie zum Beispiel Martha Nussbaum, Hans Albert und Karl Popper.
“Religion ist Opium fürs Volk”
Posted by Björn in Politische Philosophie, Religion on 2006/06/19
Der Schockwellenreiter schreibt ja manchmal ideologisch ein wenig kraus. Dafür hat er oft sehr interessante Links zu Technik und Wissenschaft. Und seine mutige Art, seine Meinung zu äußern, muss man ihm auch zugute halten. Leider geht da gegelentlich das eine oder andere Pferd mit ihm durch. Aber bei dieser Meldung: “Stoiber fordert härtere Strafen für Gotteslästerung. Wer bewußt auf den religiösen Empfindungen anderer Menschen herumtrampele, müsse mit Konsequenzen rechnen in schweren Fällen mit bis zu drei Jahren Gefängnis”, bin ich froh, dass er die Sache so sieht wie ich. Zumal es in der Blogosphäre genug Wirrköpfe gibt, die nicht begreifen, wie sehr sie mit ihrer vermeintlich politisch korrekten Haltung zu “mehr Toleranz” für abstruse Religionspraktiken der Emanzipation in die Eier treten.