Lütkehaus über Geiers Buch “Aufklärung”

Ludger Lütkehaus, unter anderem bekannt durch sein Buch “Nichts” und als Herausgeber der Schopenhauer-Ausgabe im Haffmanns-Verlag, rezensiert in der Neuen Zürcher Zeitung Manfred Geiers Buch “Aufklärung. Das europäische Projekt“.
Vor einigen Jahren schon hatte Geier “Kants Welt” geschrieben, das ich gut, aber ambivalent finde. Von der Kritik hochgelobt, enthält es zu den wichtigsten Aspekten des Kantschen Denkens hervorragende Beschreibungen, die manchmal ein wenig ins Mäandern geraten.

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Philosophischer Humor

Sind Philosophen ein Haufen humorloser Misanthropen? Nicht notwendig.

Auch wenn ein beachtlicher Teil philosophischer Theorien, Vertreter und Texte ziemlich “unspirited” ist, so gibt es doch auch Ausnahmen. (Schopenhauer ist ein interessantes Beispiel eines Philosophen, dem man sowohl Humorlosigkeit als auch feinste Beiträge zum philosophischen Humor attestieren kann.)

Die klassische Sammlung philosophischen Humors im Internet findet man auf der Webseite “Philosophical Humor” von David Chalmers (dem David Chalmers), die seit den 90er Jahren besteht (und die sich seitdem ihren “ästhetischen Charme” bewahrt hat). Es hat den Eindruck, als wenn sie nicht mehr auf dem Laufenden gehalten wird. So sind einige Links obsolet. Aber Klassiker wie die “Philosophical lightbulb jokes” oder den über 10 Jahre alten “Postmodernism Generator” (angesichts der deutschen Internetdebatten topaktuell) sollte man kennen.

Im englischsprachigen Bereich ist der leichtfüßige Zugang zu tiefschürfenden philosophischen Reflexionen gebräuchlicher. Ein Meilenstein ist da der Bluffer’s Guide to Philosophy, der eine Weile vergriffen war, aber neuerdings wieder aufgelegt wird. Hier gewinnt man so essentielle Erkenntnisse wie die, dass englische Veröffentlichungen in Philosophie drei Substantive im Buchtitel aufzählen (“Language, Truth, and Logic” etc.), während es in der kontinentaleuropäischen Philosophie zwei sein müssen (“Sein und Zeit”, “Das Sein und das Nichts”). Mit solchen Weisheiten ausgestattet, steht dem Selbstdenken quasi nichts mehr im Wege.

Einen interessanten Hinweis hat der Blinde Hund in den Kommentaren hinterlassen: Thomas Cathcart und Daniel Klein erklären Philosophie (hier auf deutsch) und philosophisch gefärbten Politsprech anhand von Witzen – das Publikum ist offenbar begeistert.

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Vortrag von Dieter Birnbacher über Schopenhauer

Aus Anlass des 10-jährigen Bestehens der Schopenhauer-Forschungsstelle der Universität Mainz hat Dieter Birnbacher einen Vortrag mit dem Titel “Was lässt sich von Schopenhauer lernen?” gehalten. Darin verrät Birnbacher, dass Schopenhauer der erste Philosoph gewesen sei, mit dem er als Schüler in Berührung gekommen sei, weil er altbacken wirkende Texte von ihm im Bücherregal seiner Großvaters gefunden habe. Der Vortrag ist als MP3-Datei auf der Seite der Schopenhauer-Forschungsstelle abrufbar.

Birnbacher über Schopenhauer im Philosophischen Radio

Im Philosophischen Radio von WDR5 war zuletzt Dieter Birnbacher zu Gast, der über Schopenhauer, aus Anlass seines 150. Todestages, sprach. Birnbacher gibt allgemeine Überblicke zu Schopenhauer und einigen der von ihm behandelten Themen. Außerdem schildern zahlreiche Zuhörer ihre Eindrücke oder stellen Fragen, so dass der Podcast dieser Sendung ziemlich allgemeinverständlich ist. Hier kann er direkt heruntergeladen werden.

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Poschenrieder und Safranski über Schopenhauer

In der Sendung “Sternstunde Philosophie” des Schweizer Fernsehens vom 26.09.2010 sprechen Christoph Poschenrieder und Rüdiger Safranski über Arthur Schopenhauer. Anlass ist die Veröffentlichung von Poschenrieders Schopenhauer-Roman “Die Welt ist im Kopf”. Die Aufzeichnung der Sendung ist im Videoportal des SF zu sehen.

Gedenkveranstaltung zum 150. Todestag von Arthur Schopenhauer

Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste in Düsseldorf hat für Freitag, den 30.4.2010, von 15 bis ca. 19 Uhr, eine Gedenkveranstaltung zum 150. Todestag von Arthur Schopenhauer organisiert. Wolfram Hogrebe, Markus Gabriel, Dieter Birnbacher und Kai Vogeley werden zu verschiedenen Themen Vorträge halten. Die Veranstaltung ist nach vorheriger Anmeldung frei zugänglich.

Das Vortragsprogramm:
Prof. Dr.Wolfram Hogrebe: Einführung

Prof. Dr. Markus Gabriel: Im Spiegelkabinett. Die Welt als Vorstellung

Prof. Dr. Dieter Birnbacher: Nahmoral und Fernmoral. Ein Dilemma für die Mitleidsethik

Prof. Dr. Dr. Kai Vogeley: Die Welt: Fiktion des Gehirns

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Serie über deutsche Philosophen bei RP-Online

In den letzten Wochen ist auf RP-Online eine 18-teilige Serie mit kurzen Überblicksartikeln zu deutschen Philosophen erschienen. Die Auswahl führt die bekannten klassischen Namen auf (bedauerlich, dass die Öffentlichkeit wieder keine Chance erhält, andere wichtige aktuelle Philosophen kennenzulernen und uns Habermas noch lange als der bedeutendste deutsche Philosoph der Gegenwart in Erinnerung bleiben wird): behandelt werden beispielsweise Kant, Hegel, Schopenhauer, Nietzsche, Marx, Bloch, Adorno, Arendt, Habermas und Sloterdijk.
Abgerundet wird die Serie mit einer brauchbaren Auflistung von weiterführender Literatur zu den jeweiligen Autoren (dort auch die Links zu den jeweiligen Artikeln)

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Woody Allen über Philosophie

Edgar Dahl hat in seinem Weblog Libertarian ein fabelhaftes Interview mit Woody Allen veröffentlicht, das er mit ihm in Allens Lieblingsrestaurant „Elaine’s“ geführt hat. Woody Allen plaudert zwanglos und gewohnt ironisch über sein Verhältnis zur Philosophie. Als Quelle seines Pessimismus führt er Schopenhauer an. Er hat die klassischen Autoren des Existenzialismus und deutschen Idealismus gelesen, und gibt als seinen Philosophielehrer Sandor Nadelmann aus. Ob es diesen Nadelmann wirklich gibt, habe ich nicht herausfinden können. Im Internet stieß ich nur auf eine Anekdote über Nadelmann, die Allen in den 80ern geschrieben hat und die voller Übertreibungen ist, sowie auf einen Artikel in der taz, dessen Autor diesen Namen vermutlich als Pseudonym verwendet.

Frei zugängliche Texte (englisch)

Die Bibliothek der Universität Adelaide hat eine Webseite mit einen umfangreichen Angebot frei zugänglicher Texte in englischer Sprache, darunter sehr viele philosophische Klassiker wie Aristoteles, Francis Bacon, Cicero, Epikur, Erasmus, David Hume, John Stuart Mill, Arthur Schopenhauer, Voltaire sowie von zahlreichen Schriftstellern und Ökonomen.

Schopenhauers “Parerga und Paralipomena” bei Google Books

Die 1851 von Weichert veröffentlichten “Parerga und Paralipomena” Arthur Schopenhauers, also die Erstausgabe, kann man bei Google Books als Digitalisat lesen oder als PDF (28.3 MB) herunterladen.

Wer eine nette Sonntagslektüre sucht, der findet dort die Aphorismen zur Lebensweisheit, die den populärsten Bestandteil der “Parerga” darstellen.

Während Schopenhauers frühere Veröffentlichungen vom Publikum kaum zur Kenntnis genommen worden waren, wurde er mit den Parerga und Paralipomena und den Aphorismen schlagartig berühmt.

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Moral ohne Gott. Natürlich.

Ronald Aronson hat “Living Without God: New Directions for Atheists, Agnostics, Secularists, and the Undecided” veröffentlicht, das Doug Ireland im New Humanist sehr begrüßt. Gut. Wichtig. Zurecht. Aber wtf? Die Moralphilosophie füllt seit 2500 Jahren ganze Bibliotheken mit Konzepten, die ohne Gott und übernatürliche Wesen auskommen. Das ist state of the art. Wie wäre es mit Aristoteles, mit David Hume, Voltaire, Immanuel Kant, Arthur Schopenhauer, John Stuart Mill, Bertrand Russell, John Leslie Mackie, John Rawls, Richard M. Hare, usw. usw.?
Also, vermutlich ein interessantes Buch. Aber mal grundsätzlich zur heißen Luft, die da derzeit umgewälzt wird: religiöse Konzeptionen sind weit zurück in der Defensive, weit und breit kein argumentatives Land zu sehen für sie. [via TPM]