Posts Tagged Aristoteles
John Coopers Locke-Lectures über Philosophie als Lebensweise
Posted by Björn in Antike, Ethik, Geschichte, Glück, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte, Rationalität, Religion on 2012/01/21
Neben der anspruchsvollen akademischen Philosophie, die sich damit beschäftigt, was anspruchsvolle akademische Philosophie ist und welche Denkschulen nicht als richtige Philosophie akzeptiert werden können, hat es immer – prominent besonders in der antiken griechischen und römischen Philosophie – eine zweite, zusätzliche Auffassung von Philosophie als Lebensweise oder als Methode für einen gelingendes Leben gegeben. Diese Auffassung ist für Autoren wie Platon, Epikur, Chrysippos, Cicero oder Seneca integraler Bestandteil der Philosophie.
John M. Cooper (Harvard) hat 2011 die John Locke Lectures in Oxford gehalten – unter dem Titel “Ancient Greek Philosophies as a Way of Life“. Er spricht darüber, dass für antike griechische Philosophen die philosophisch gebildetete Vernunft, und nicht etwa Religion oder Tradition, die einzige Autorität in der Frage des richtigen Lebens und des richtigen Handelns ist. Diese pagane Konzeption verfolgt Cooper von Sokrates, Platon und Aristoteles, über die Stoiker, Epikur, die Pyrrhonische Skepsis bis zu Plotin und den spätantiken Platonismus.
Es hat den Anschein, dass diese Locke-Lectures die Grundlage für Coopers neues Buch “Pursuits of Wisdom: Six Ways of Life in Ancient Philosophy from Socrates to Plotinus” sind, das im April bei Princeton University Press erscheinen wird.
John Cooper ist Herausgeber einer vielbeachteten neueren Platongesamtausgabe (siehe dazu diesen informierten Kommentar eines Amazon-Users) und Übersetzer einiger Schriften Senecas. Einige seiner Aufsätze zur antiken Philosophie sind 1986 in “Reason and Human Good in Aristotle” und 1998 in “Reason and Emotion: Essays on Ancient Moral Psychology and Ethical Theory” erschienen.
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Bertrand Russell über Klarheit
Posted by Björn in Antike, Argumentation, Bloggen, Rationalität on 2011/09/16
Aristoteles hat die Suche nach Erkenntnis als eine Frage der Einstellung gesehen (Zweite Analytik, II, 19; 99b17), wobei uns die antiken Philosophen die Rationalität als Ausweg aus dem bloßen Meinen und dem gewaltsamen Übertrumpfen anempfehlen. Rationales, nachvollziehbares Argumentieren ist die demokratische, intersubjektive Methode, die von allen denjenigen, die die Welt mit ihrer Überzeugung beglücken wollen, ohne kritische Fragen zuzulassen – auch besonders heute wieder – verachtet wird.
Für die rationale Einstellung sprach sich der Pazifist, Logiker, Lebensberater, Schriftsteller, Philosoph und Nobelpreisträger Bertrand Russell aus:
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Sonderausgabe der Philosophical Quarterly online
Posted by Björn in Analytische Philosophie, Antike, Ethik, Links, Moralphilosophie, Philosophie allgemein, Quellen on 2011/08/19
Wieder eine philosophische Zeitschrift, die in einer Sonderausgabe ausgewählte Artikel aus bisherigen Ausgaben versammelt und als virtuelle Sonderausgabe online stellt – diesmal ist es The Philosophical Quarterly, mit Klassikern von Gilbert Ryle, Gregory Vlastos oder dem bemerkenswerten, möglicherweise technisch überdrehten Aufsatz von Bernard Williams “Aristotle on the Good: A Formal Sketch“
Christoph Rapp über Dorothea Frede
Aus Anlass ihres 70. Geburtstages hat Christoph Rapp bei der SZ einen Artikel über Dorothea Frede veröffentlicht. Frede ist bekannt für ihre Untersuchungen zu Platon, Aristoteles und zur antiken und hellenistischen Philosophie. Unter anderem hebt Rapp ihre bahnbrechenden Untersuchungen zur antiken Philosophie der Emotionen hervor.
Menschliche Bedürfnisse
Posted by Björn in Emotionen, Ethik, Glück, Moralphilosophie on 2011/06/02
Richard Norman schreibt bei TPM über menschliche Bedürfnisse. Es gäbe verschiedene Antworten darauf, wie ein gutes menschliches Leben aussieht. Aber gute Antworten würden jedenfalls den basalen menschlichen Bedürfnissen gerecht – weshalb es wichtig ist, darüber zu reden, welche das sind, und wie gut die verschiedenen Ausgestaltungen funktionierten:
the good life is the fully human life. A good life is one which employs to the full our distinctively human capacities for rich emotional experiences and cooperative relationships with other people, for creativity and imagination, and for making sense of our lives through reflection on who we are and where we belong.
Schließlich kritisiert Norman den konstant vorgebrachten Einwand, ohne Religion sei ein menschliches Leben nicht vollständig. In der Vielfalt der Ausgestaltungen des menschlichen Lebens ist Religion oder Spiritualität eine der Möglichkeiten, aber keineswegs die einzige oder eine notwendige.
Galileos Pisa-Experiment auf dem Mond
Posted by Björn in Antike, Geschichte, Naturwissenschaft, Philosophiegeschichte, Wissenschaft on 2011/05/03
Mit einem einfachen Experiment, das allerdings vermutlich nie real durchgeführt wurde, dafür aber ein berühmtes Beispiel für ein Gedankenexperiment ist, konnte Galileo Galilei die physikalischen Annahmen von Aristoteles über die Fallgeschwindigkeit unterschiedlich schwerer Körper als falsch erweisen. Man stelle sich auf den schiefen Turm von Pisa (der Ort wurde nur der Anschaulichkeit wegen gewählt) und lasse eine 10 Pfund schwere sowie eine 1 Pfund schwere Kugel gleichzeitig fallen. Nach Galileo haben beide Objekte die gleiche Fallgeschwindigkeit.
Der Astronaut David Scott stellte während der Apollo-15-Mission dieses Experiment auf dem Mond nach – mit einem Hammer und einer Feder. Die Bedingungen sind auf dem Mond aufgrund des nicht vorhandenen Luftwiderstands natürlich ideal. Das Ergebnis ist hier zu sehen:
Unterhaltungsshow mit Aristoteles
Posted by Björn in Humor, Medien, Verschiedenes on 2010/12/14
So wäre das Fernsehprogramm erträglich: Stephen Fry hat diese Show bei der BBC moderiert, in der er die Frage aufwirft, wo Aristoteles im Irrtum war. Für diese Art von medialer Berieselung würde ich gerne Gebühren zahlen.
Neue Einträge in der Stanford Encyclopedia of Philosophy
Posted by Björn in Analytische Philosophie, Antike, David Hume, Links, Logischer Positivismus, Moralphilosophie, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte, Psychologie on 2010/09/28
In der Stanford Encyclopedia of Philosophy tut sich so viel, dass man allein hier genug Lesestoff für lange Herbstabende findet. Unter anderem zu folgenden Personen und Themen gibt es neue (oder revidierte) Artikel, die ich besonders interessant finde:
Jean Jacques Rousseau (neu)
Carl Hempel (neu)
Charlie Dunbar Broad (neu)
Hume’s Moral Philosophy (revidiert)
Leukipp (revidiert)
Demokrit (revidiert)
Aristoteles’ Psychologie (revidiert)
Aufklärung (neu)
Simone de Beauvoir (revidiert)
Otto Neurath (neu)
Folk Psychology als Theorie (revidiert)
Der Nutzen von Rhetorik
Posted by Björn in Antike, Argumentation, Quellen, Rationalität, Worte on 2010/09/02
“before some audiences not even the possession of the exactest knowledge will make it easy for what we say to produce conviction. For argument based on knowledge implies instruction, and there are people whom one cannot instruct. Here, then, we must use, as our modes of persuasion and argument, notions possessed by everybody”
(Aristoteles, Rhetorik, Buch I, Kapitel 1 (Alternativlink), in der Übersetzung von W. Rhys Roberts)
“we must be able to employ persuasion, just as strict reasoning can be employed, on opposite sides of a question, not in order that we may in practice employ it in both ways (for we must not make people believe what is wrong), but in order that we may see clearly what the facts are, and that, if another man argues unfairly, we on our part may be able to confute him.”
(Aristoteles, ebd., m. Hvh.)
Griechische und lateinische Texte bei Google Books
Bei Google Books sind über 500 antike griechische und lateinische Texte zum Lesen und Download als zip-file bereitgestellt worden, darunter Texte von Aristoteles, Cicero, Seneca, Galen, Ovid, Horaz u.a.
Willensfreiht in der Antike
Posted by Björn in Antike, Philosophie des Geistes, Philosophiegeschichte on 2009/09/03
Bob Doyle hat auf seiner Webseite The Information Philosopher einen Überblick über Willensfreiheit in der Antike veröffentlicht, und diesen Text ebenfalls im Blog Garden of Forking Paths gepostet:
It tries to answer questions like who was the first determinist?, the first libertarian?, the first compatibilist?, and the first agent-causalist? And who first discovered the traditional “free will problem?”
Candidates for the first thinkers to form these views include Democritus (460-370), Aristotle (384-322), Epicurus (341-270), the Stoic Chrysippus (280-207), and the skeptic Carneades (214-129).
Neu bei Philosophy Bites: Philosophie mit und ohne Akademie, sowie Aristoteles über Glück
Posted by Björn in Antike, Geschichte, Glück, Kulturphilosophie, Leute, Links, Literatur on 2007/11/20
Zwei neue Podcasts bei Philosophy Bites:
Alain de Botton diskutiert mit Nigel Warburton über Philosophie inner- und außerhalb des akademischen Betriebes und über den erforderlichen literarischen Stil.
Miles Burnyeat erläutert Aristoteles’ Konzeption von Glück.