Messaging, Messenger

Innerhalb weniger Jahre haben weite Teile der Bevölkerung Social Media und Messaging-Apps angenommen, aber kaum jemand versteht die Restriktionen für die Kommunikation, die in den Tools eingebaut sind.

Die Offenheit von E-Mail wird von keiner Messaging-App erreicht. Fast immer ist man eingesperrt und muss rumeiern, will man mal etwas da rausholen. Und andere sind ausgesperrt. “other than email, chat apps are walled gardens“, sagt Volker Weber. Egal, solange die Faszination anhält, ist man mit Dysfunktionalität völlig zufrieden.

Und man akzeptiert das “Verbessern des Erlebnisses” durch App-Updates – bis sie nicht mehr brauchbar sind und (das ist das Entscheidende) die Horde weitergezogen ist. “So far they have not ruined WhatsApp, but I trust they eventually will.

Computer und Internet als elektronisches Fegefeuer

Noam Chomsky hat im März soziale Medien als “extremely rapid, very shallow communication” bezeichnet, die menschliche Beziehungen erodiere und sie “more superficial, shallow, evanescent” mache. In einem weiteren Interview hat er diese Einschätzung bekräftigt. In digitalen sozialen Medien hat Chomskys Auffassung jüngst durch eine Kritik von Nathan Jurgenson bei Salon Aufmerksamkeit erhalten. Der Twitter-User @wrongwatch hat das folgendermaßen kommentiert:

“Chompksy isn’t wrong about twitter being shallow, evanescent, whatever that means. But I can’t remember why”

David Gelernter, der in seinem Buch “Mirror Worlds” von 1991 viele Entwicklungen des Internet sowie das Cloud-Computing vorweggenommen hat, plädiert in der FAZ dafür, dass Kinder jünger als 14 kein Handy und kein “iSpielzeug” haben sollten, weil sie sonst im elektronischen Fegefeuer landeten.

Die New York Times berichtet, dass im Silicon Valley Mitarbeiter von Firmen wie eBay, Google, Apple, Yahoo und Hewlett-Packard ihre Kinder auf die Waldorf-Schule schicken würden, in deren Klassenzimmer keine Computer erlaubt seien.

Axel Kossel beschreibt im Editorial der c’t, wie ihn seine Apps im Griff haben.