Scholastische Metaphysik und Thomismus

Bei NDPR gibt es eine Rezension zu Edward Fesers Buch “Scholastic Metaphysics: A Contemporary Introduction”. Das Buch reiht sich in die jüngsten Beiträge zu einem “Analytischen Thomismus” ein. Fesers Standpunkt richtet sich gegen den Naturalismus.

Feser hat 1999 eine Dissertation mit dem Titel “Russell, Hayek, and the mind-body problem” verfasst. In den letzten Jahren hat er die “New Atheists”, insbesondere Richard Dawkins, kritisiert, und zugleich das “Intelligent Design” abgelehnt. Er hat unter anderem Bücher zu Robert Nozick, Hayek und John Locke verafsst.

Analytischer Thomismus – Von Wittgenstein zum Katholizismus

Philosophieinteressierte Leserinnen konnten in den letzten Tagen häufiger die Bezeichnung “Analytischer Thomismus” lesen, und zwar in Nachrufen auf Peter Geach, der am 21. Dezember 2013 gestorben ist.

Geach war seit 1941 verheiratet mit Elizabeth Anscombe, die wie er zum Katholizismus konvertiert war. Beide studierten in Oxford und traten früh mit Arbeiten zur Analytischen Sprachphilosophie hervor. Zusammen mit Anthony Kenny, der – zum katholischen Priester ordiniert – 1961 in Oxford seinen Ph.D. erhielt (später Agnostiker und 1965 exkommuniziert), belebten sie das Interesse an Thomas von Aquin in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts neu.

Sie verbanden Fragestellungen und Methoden der modernen analytischen Philosophie (Frege, Wittgenstein, Kripke, Quine) mit den Gedanken des Thomas von Aquin (1225-1274) – wofür John Haldane in den 1990er-Jahren den Begriff “Analytical Thomism” einführte. Auch Alasdair MacIntyre zählt zu den Philosophen, die thomistische Ideen in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten stellen. Eine ganze Reihe weiterer englischsprachiger Philosophen ist diesem Interesse zuzuordnen, allerdings kann man wohl nicht von einer homogenen Schule reden. Ein (nicht ganz günstiger) Sammelband dazu ist: C. Paterson / M.S. Pugh (Hg.), Analytical Thomism: Traditions in Dialogue, Ashgate Publishing, 2006.

Die katholische Kirche hat im 19. und 20. Jahrhundert durch die Enzykliken “Aeterni Patris” und “Fides et Ratio” Thomas von Aquin zur philosophischen Grundlage der theologischen Ausbildung gemacht. Thomas setzt sich in seinen Schriften insbesondere mit Aristoteles auseinander

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