Texte des Wiener Kreises

Moritz Schlick hatte 1904 bei Max Planck über klassische Strahlenoptik promoviert. Die philosophischen Grundlagen und Konsequenzen der Naturwissenschaften waren in seiner akademischen Tätigkeit eines seiner Hauptarbeitsgebiete. Seit 1915 pflegte er einen regen Briefwechsel mit Albert Einstein, der öfter bei Schlick in Rostock Station machte. Nachdem Schlick an die Universität Wien gekommen war, begründete er den Wiener Kreis, dem Rudolf Carnap, Otto Neurath, Herbert Feigl, Victor Kraft und andere angehörten. In diesem Kreis gab es intensive Diskussionen über die Prinzipien einer wissenschaftlichen Weltauffassung, die entscheidend zur Herausbildung der Analytischen Philosophie und der Wissenschaftstheorie im 20. Jahrhundert beitragen sollten.

Bei Reclam ist 2013 eine Sammlung einiger zentraler Texte des Wiener Kreises erschienen: “Der Wiener Kreis: Ausgewählte Texte” – darin das Gründungsmanifest, Aufsätze zur Protokollsatzdebatte und zur wissenschaftlichen Erkenntnis allgemein oder auch die frühe Auseinandersetzung mit Poppers Falsifikationismus. Die Texte stammen von Schlick, Carnap und Neurath und der Vollständigkeit halber wurde im Anhang auch ein Text von Popper abgedruckt.

Eine umfangreichere Textsammlung (mit 803 Seiten) ist 2009 unter dem Titel “Wiener Kreis: Texte zur wissenschaftlichen Weltauffassung” bei Meiner erschienen.

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Naturalistischer Enthusiasmus

Der Titel “Naturalistischer Enthusiasmus” ist erklärungsbedürftig, und möglicherweise auch falsch gewählt. Der “Enthusiasmus” im hier gemeinten Sinn ist vielleicht von Shaftesbury her geläufig. Insofern ist nicht etwa ein Enthusiasmus (oder gar Fanatismus) für den Naturalismus gemeint, sondern vielmehr eine grundsätzliche Einstellung zum Leben, zur Natur und den menschlichen Bestrebungen. (Über den Unterschied des philosphischen Naturalismus zu Stilbezeichnungen in der Kunst mit dem gleichen Namen siehe die Kommentare.)

Manchmal hilft der Verweis auf – beliebte oder unbeliebte – Autoritäten, eine Sache verständlich zu machen. Richard Dawkins schreibt in seinem “Blinden Uhrmacher”, dass er, wenn es um die Ehrfurcht vor Lebendigem geht, hinter niemandem zurückstehe. Er werde zwar die theistische Erklärungshypothese, wie sie beispielsweise William Paley formuliert hat, mit Hilfe einer besseren Erklärung (der darwinschen) widerlegen. “Eines aber werde ich nicht tun“, so Dawkins. “Ich werde das Wunder der lebenden ‘Uhren’, die Paley mit solcher Begeisterung erfüllten, nicht herunterspielen.” (München, dtv, 1990, S. 18)
Hier ist also auch von Begeisterung die Rede. Und Dawkins führt weiter aus, dass man nicht, nur weil man eine alternative Erklärung (zur teleologischen) liefere, die “Komplexität und Schönheit des biologischen Plans” unterschätzt.

Meine Frage an geneigte Leser ist: gibt es literarische, poetische, philosophische Texte von Naturalisten, die in diesem Sinne “positiv” oder begeistert sind? Gibt es eine naturalistische Poesie, naturalistische Erbauungslektüre, naturalistische Ermunterungs- und Inspirationsratgeber? Gibt es Autoren, die mehr oder weniger als Naturalisten zu verstehen sind, und den Menschen ermuntern, Natur, Gesellschaft, Kultur, Psyche, Vernunft und Emotionen wertzuschätzen?
Möglicherweise könnte man Heine so lesen, und einige Äußerungen Russells und Einsteins gehen in diese Richtung.

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Albert Einstein gegen Astrologie

Bei Letters of Note wurde ein kurzer Brief Albert Einsteins veröffentlicht, in dem dieser die Astrologie als Pseudowissenschaft und Aberglaube bezeichnet – was im klaren Gegensatz zur Behauptung einiger Astrologen steht, Einstein habe der Astrologie Sympathien entgegengebracht.