Es ist erstaunlich, welches Bild von Adam Smith heute allgemein verbreitet ist. Nun, er war sozusagen im Zentrum der großen ideologischen Auseinandersetzungen der letzten zweihundert Jahre – allerdings von Gegnern und Anhängern dieser Ideologien dort hingestellt. In der Politik wird bekanntlich grob gehobelt, da nimmt man auf Einzelheiten keine Rücksicht. Dennoch ist es unverständlich, dass ausgerechnet ein Wissenschaftler, der auf ein überhöhtes Podest gehoben wird, so wenig bekannt, sein Bild so verzeichnet ist.
Nicholas Phillipson hat jetzt eine neue Adam-Smith-Biografie geschrieben, die beim New Statesman rezensiert wird. Eine kurze, aber vorzügliche deutsche Biografie hat Gerhard Streminger schon vor einigen Jahren in der Reihe Rowohlts Monographien veröffentlicht.
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Es ist erstaunlich, welches Bild von Adam Smith heute allgemein verbreitet ist. Nun, er war sozusagen im Zentrum der großen ideologischen Auseinandersetzungen der letzten zweihundert Jahre - allerdings von Gegnern und Anhängern dieser Ideologien dort hingestellt. In der Politik wird bekanntlich grob gehobelt, da nimmt man auf Einzelheiten keine Rücksicht. Dennoch ist es unverständlich, dass ausgerechnet ein Wissenschaftler, der auf ein überhöhtes Podest gehoben wird, so wenig bekannt, sein Bild so verzeichnet ist.
Nicholas Phillipson hat jetzt eine neue Adam-Smith-Biografie geschrieben, die beim New Statesman rezensiert wird. Eine kurze, aber vorzügliche deutsche Biografie hat Gerhard Streminger schon vor einigen Jahren in der Reihe Rowohlts Monographien veröffentlicht.
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Amartya Sen hat in der New York Review of Books einen erfreulich klaren, analytischen Artikel über die Bewertung der aktuellen ökonomischen Krise und die erforderlichen intellektuellen Konsequenzen geschrieben: Capitalism Beyond the Crisis.
It is hard to ignore the fact that today, in addition to the Keynesian effects of mutually reinforced decline, we are strongly in the presence of “errors of…undue pessimism.” …
Despite huge injections of fresh liquidity into the American and European economies, largely from the government, the banks and financial institutions have until now remained unwilling to unfreeze the credit market. …
One of the problems that the Obama administration has to deal with is that the real crisis, arising from financial mismanagement and other transgressions, has become many times magnified by a psychological collapse. …
The present economic crises do not, I would argue, call for a “new capitalism,” but they do demand a new understanding of older ideas, such as those of Smith and, nearer our time, of Pigou, many of which have been sadly neglected.
Amartya Sen hat in der New York Review of Books einen erfreulich klaren, analytischen Artikel über die Bewertung der aktuellen ökonomischen Krise und die erforderlichen intellektuellen Konsequenzen geschrieben: Capitalism Beyond the Crisis.
It is hard to ignore the fact that today, in addition to the Keynesian effects of mutually reinforced decline, we are strongly in the presence of "errors of...undue pessimism." ...
Despite huge injections of fresh liquidity into the American and European economies, largely from the government, the banks and financial institutions have until now remained unwilling to unfreeze the credit market. ...
One of the problems that the Obama administration has to deal with is that the real crisis, arising from financial mismanagement and other transgressions, has become many times magnified by a psychological collapse. ...
The present economic crises do not, I would argue, call for a "new capitalism," but they do demand a new understanding of older ideas, such as those of Sm Wenige Monate vor seinem Tod im Jahr 1776 schrieb David Hume einen kurzen Abriss über sein Leben, die die Verleger seiner Schriften einer der zukünftigen Ausgaben beifügen sollten. Da Hume mit seinen philosophischen Abhandlungen der Öffentlichkeit als areligiöser Sketipker galt (immerhin wurde ihm Zeit seines Lebens ein akademischer Lehrstuhl verwehrt), wollte er in einer unpolemischen Weise darlegen, dass er sein Lebensende in philosophischer Ausgeglichenheit erlebte.
“I was, I say, a man of mild dispositions, of command of temper, of an open, social, and cheerful humour, capable of attachment, but little susceptible of enmity, and of great moderation in all my passions. Even my love of literary fame, my ruling passion, never soured my temper, … and though I wantonly exposed myself to the rage of both civil and religious factions, they seemed to be disarmed in my behalf of their wonted fury.”
[Quelle: Liberty Fund]
Nach Humes Tod bestätigte Adam Smith in einem veröffentlichten Brief dessen ruhige Gemütsverfassung und Charakterstärke. Dieses “harmlose Blatt Papier” brachte Smith mehr Unannehmlichkeiten in den erhitzten öffentlichen Stellungnahmen ein als sein nach eigenen Worten “heftiger Angriff auf das gesamte Wirtschaftssystem Großbritanniens“.
Beide Texte, Humes Rückblick und Adam Smiths Brief, sind in der Online Library of Liberty abrufbar:
David Hume – MY OWN LIFE
Adam Smith – LETTER FROM ADAM SMITH, LL.D. TO WILLIAM STRAHAN, ESQ.
Wenige Monate vor seinem Tod im Jahr 1776 schrieb David Hume einen kurzen Abriss über sein Leben, die die Verleger seiner Schriften einer der zukünftigen Ausgaben beifügen sollten. Da Hume mit seinen philosophischen Abhandlungen der Öffentlichkeit als areligiöser Sketipker galt (immerhin wurde ihm Zeit seines Lebens ein akademischer Lehrstuhl verwehrt), wollte er in einer unpolemischen Weise darlegen, dass er sein Lebensende in philosophischer Ausgeglichenheit erlebte.
"I was, I say, a man of mild dispositions, of command of temper, of an open, social, and cheerful humour, capable of attachment, but little susceptible of enmity, and of great moderation in all my passions. Even my love of literary fame, my ruling passion, never soured my temper, ... and though I wantonly exposed myself to the rage of both civil and religious factions, they seemed to be disarmed in my behalf of their wonted fury."
[Quelle: Liberty Fund]
Nach Humes Tod bestätigte Adam Smith in einem veröffentlichten Brief dessen