Archive for category Wissenschaftstheorie

Konferenz der Gesellschaft für Wissenschaftsphilosophie

Die neugegründete Gesellschaft für Wissenschaftsphilosophie (Gründungsmitglieder u.a. Andreas Bartels, Carsten Held, Holger Lyre, Meinard Kuhlmann, Gregor Schiemann) wird vom 11. bis 13. März 2012 ihre erste internationale Konferenz, die zugleich Kick-Off-Meeting ist, in Hannover veranstalten.

Thema der Konferenz ist “How Much Philosophy in the Philosophy of Science?” Es geht um die Frage, wie weit sich die Wissenschaftstheorie den methodologischen Standards der Einzelwissenschaften angenähert und dabei möglicherweise von der philosophischen Tradition entfernt hat, und wie dies zu bewerten ist. Gibt es zwischen Philosophie der Physik, Philosophie der Biologie, Philosophie der Sozialwissenschaften etc. etwas Verbindendes? Und zeigen die jüngsten Debatten um Begriffe wie Kausaliät, Mechanismen und Komplexität, dass es einheitliche Hintergrundorientierungen in diesen zunächst disparaten Bereichen gibt?

Keynote-Speaker der Konferenz sind Peter Godfrey-Smith, Stephan Hartmann, James Ladyman, Sandra Mitchell, Chrysostomos Mantzavinos, Margaret Morrison und Wolfgang Spohn.

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Wissenschaftliche Standards der Ökonomie prüfen

Eric Schliesser:

here is the weirdness: philosophers have spent a huge amount of energy exposing psycho-analysis, intelligent design, and Marxism as pseudo-science, yet we remain remarkably reluctant to say anything about our good friends, the economists.

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Errol Morris über Thomas Kuhn und Inkommensurabilität

Im Opinionator-Blog der New York Times schreibt der Filmemacher Errol Morris über seine persönlichen Erfahrungen mit Thomas Kuhn und dessen Theorie des Paradigmenwechsels und der Inkommensurabilität. Morris hat in den frühen 70er-Jahren in Princeton und Berkeley studiert.

Kuhn habe ihm untersagen wollen, ein Seminar von Saul Aaron Kripke zu besuchen. Und als Morris ein halbes Jahr später Zweifel an der Idee der Inkommensurabilität äußerte wurde diese Auseinandersetzung persönlich und Kuhn warf schließlich einen Aschenbecher nach Morris.
In dem 5-teiligen Blogbeitrag schreibt Morris, warum er Kuhns (verschiedene) Theorien des Paradigmenwechsels, der Inkommensurabilität und dessen Relativismus für falsch hält.

An anderer Stelle schreibt Morris eine Antwort auf Kritiken und Kommentare zu seinem Beitrag.

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Was ist Analytische Philosophie? Nichts als Anti-Metaphysik oder Logik?

Pierre Wagner schreibt bei Eurozine über falsche, weil verkürzende Vorstellungen von Analytischer Philosophie: “The linguistic turn and other misconceptions about analytic philosophy“. Ist Analytische Philosophie dezidiert antimetaphysisch? Heute macht Metaphysik einen großen Teil der analytischen Forschung aus – wenn auch nicht in der Art, wie sie von Hegel oder Bergson betrieben wurde. Ist Analytische Philosophie unhistorisch? Schon einer der “Gründerväter”, Bertrand Russell, hat umfangreich über die Geschichte der Philosophie geschrieben. Wichtige Interpretationen von Platon und Aristoteles stammen aus der Feder von analytischen Philosophen. Ist Philosophie die “Magd der Wissenschaften”? Nicht bei Quine, nicht bei Wittgenstein, und es lassen sich viele Belege in der heutigen Analytischen Philosophie für eine gegenteilige Meinung finden. Sind analytische Philosophen hauptsächlich linguistische Philosophen? Wie ist der “linguistic turn” zu verstehen? Jedenfalls nicht eindeutig in der Weise, so Wagner, dass alle analytischen Philosophen damit auf ein Programm festgelegt wären. Die Analytische Philosophie ist zu vielfältig, als dass sie sich ausschließlich mit einem der genannten Programmpunkte charakterisieren ließe.

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Spiegelneurone – real oder Religion?

In der Debatte um die Existenz von Spiegelneuronen hat es neue interessante Beiträge gegeben.

Eine Studie stellt fest, dass Spiegelneurone in mehreren Bereichen des menschlichen Gehirns vorkommen sollen:
Is this the first ever direct evidence for human mirror neurons?

Demgegenüber ist Greg Hicock der Auffassung, dass die Theorie der Spiegelneurone unfalsifizierbar ist. Er zitiert Patricia Churchland, die in einer Diskussion über dieses Thema gesagt haben soll: “If mirror neurons are all over the brain then don’t they lose their explanatory power? Aren’t we now just back to our old friend, the How Does the Brain Work Problem?”:
Mirror Neurons – The unfalsiable theory

Der Neurocritic greift diese Position auf und führt sie weiter:
Mirror Neurons Join Marilyn Monroe Neurons and Halle Berry Neurons in the Human Hippocampus

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Rezension von Gatteis “Karl Popper’s Philosophy of Science”

Friedrich Stadler und Miles MacLeod rezensieren in den Notre Dame Philosophical Reviews Stefano Gatteis “Karl Popper’s Philosophy of Science: Rationality Without Foundations” (Routledge, 2009):

In sum, Gattei’s Karl Popper’s Philosophy of Science is an important reassertion of the value, novelty, and coherency of Popper’s programme. It is an important historiographical contribution, particularly because it leads us to reevaluate our tradition of painting Kuhn as an epistemological radical, when that title more properly belongs to Popper.

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Philosophie der Neurowissenschaften

Das “Oxford Handbook of Philosophy of Biology”, herausgegeben von Michael Ruse, ist 2008 bei Oxford University Press erschienen. Drei Kapitel daraus können vollständig bei Google Books nachgelesen werden, darunter
- “Philosophy of Neuroscience” von I. Gold & A. Roskies
- “Sociobiology, Evolutionary Psychology, and Cultural Evolution” von Matteo Mameli (Link zum Kapitel im Inhaltsverzeichnis)

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Philosophie der Psychologie – ein e-Journal

Auf das e-Journal Philosophie der Psychologie habe ich vor einiger Zeit schon hingewiesen. Seitdem sind bereits 3 weitere Ausgaben erschienen, die nächste folgt im März.
Damit findet man auf der Webseite bereits eine beachtliche Zahl interessanter Beiträge aus dem Themenspektrum, das die Herausgeber folgendermaßen beschreiben:

Die hier versammelten Beiträge beziehen sich auf drei Problembereiche: Im Sinne einer Wissenschaftstheorie der Psychologie beschäftigen sie sich einerseits mit den begrifflichen Vorgaben und den Erklärungsformen der Psychologie. Eine weitere Gruppe von Aufsätzen untersucht die für gewöhnlich der Psychologie zugeordneten Themen und Phänomene aus philosophischer Sicht und setzt damit die Tradition einer philosophischen Psychologie fort. Und zum Dritten setzen sich einige Arbeiten mit den Ansprüchen von Psychologie und Philosophie auf Verstehen, Heilung oder Linderung psychischen Leidens auseinander.

Interessant ist auch die dort aufgeührte (Amazon-)Liste der Neuerscheinungen.

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Interview mit Hans Albert über Rational Choice

Aus dem The Popper Newsletter (4) 1/2 (offenbar aus dem Jahr 1992) ist ein Interview mit Hans Albert über Rational Choice im Web verfügbar, das Fred Eidlin geführt und übersetzt hat: “Hans Albert on Rational Choice Theory“.

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AC Grayling nimmt Fullers “Intelligent Design” auseinander

Im New Humanist hat A.C. Grayling unter dem herrlichen Titel “Origin of the Specious” ein Buch von Steven Fuller über das sogenannte “Intelligent Design” untersucht – das, so Graylings Fazit, nicht allein schlecht sei, sondern auch einen weiteren Nagel in den Sarg der Theorie des Intelligent Design schlage.

Graylings Beitrag bereitet großes Vergnügen, indem er einerseits die britische Klarheit in der Analyse verworrener Konstrukte exemplifiziert, andererseits mit polemischen Schmankerln garniert ist, die keinen Zweifel an seiner Position aufkommen lassen:

It is sometimes hard to know whether books that strike one as silly and irresponsible, like Dissent over Descent, the latest book from Steve Fuller, are the product of a desire to strike a pose and appear outrageous (the John Gray syndrome), or really do represent that cancer of the contemporary intellect, post-modernism. I suppose putatively sincere extrusions of the post-modern sensibility might henceforth deserve to be known as “the Steve Fuller syndrome”.”

Wer Spaß an bester britischer Kritik eines klaren Kopfes hat, dem sei der Text sehr empfohlen.
Und – the fun continues: Fuller hat auf Graylings Beitrag geantwortet, Grayling schließlich wieder darauf.
[via Brian Leiter]

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Der “Skandal” der deutschen Philosophie

Leonard Nelson (1882 – 1927) hat durch seine gründliche Beschreibung der sokratischen Methode wohl als erster den Anstoß für die Beschäftigung mit dem “sokratischen Gespräch” in neuerer Zeit gegeben. In seiner 1922 erschienen Abhandlung zur sokratischen Methode konstatiert er ein mangelndes Methodenbewusstsein in der Philosophie. Stattdessen herrsche die Dogmatik. Auch sei völlig in Vergessenheit geraten, dass Kant in seinen Kritiken vor allem auch methodische Untersuchungen liefere:

“Es fehlte alles, … daß man die Kritik der reinen Vernunft als ‘Traktat von der Methode nahm’, als den ihr Urheber sie selbst nach seinen eigenen Worten hat verstanden wissen wollen. … Der Dogmatismus blieb in der Herrschaft, ja er triumphierte mehr denn je in willkürlichen Systembildungen, die, eins das andere an Phantasterei überbietend, dem nüchternen und kritischen Philosophieren des kantischen Zeitalters das öffentliche Interesse völlig entfremdeten. …
Warum, so fragt Kant, ist dem ‘Skandal‘ nicht vorgebeugt, der ‘über kurz oder lang selbst dem Volke aus den Streitigkeiten aufstoßen muß, in welche sich Metaphysiker … ohne Kritik unausbleiblich verwickeln’?”
(aus: Das sokratische Gespräch, hg. v. Dieter Birnbacher und Dieter Krohn, Reclam, 2002, Seite 28f)

Buchempfehlung siehe hier.

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Filme über Popper bei YouTube

Ein 1990 unter dem Titel „Lasst Theorien sterben, nicht Menschen” ausgestrahlter Film über Karl Popper ist in fünf Teilen bei YouTube zu sehen:

Links:
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5 (bricht leider 5 Minuten vor Ende ab).

Außerdem gibt es dort zwei Teile eines offenbar fünfteiligen Beitrages, der wohl – wie man dem Titel entnehmen kann – 1974 entstanden ist:
Teil 4 (bspw. über absolute Wahrheit)
Teil 5

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