Archive for category Wissenschaft

Wird die Hirnforschung Psychologie und Philosophie überflüssig machen?

In Amsterdam findet vom 1. bis 3. April 2011 die Konferenz “Imaging the mind” statt. Sie soll, so Stephan Schleim, einer der Organisatoren, den aktuellen Stand der Hirnforschung ermitteln und einen Ausblick auf die Entwicklung von Psychologie, Philosophie und Hirnforschung werfen.
Die bildgebende Hirnforschung hat manche in dem Optimismus bestärkt, die letzten Fragen des menschlichen Bewusstseins klären zu können – und eventuell sogar Psychologie und Philosophie überflüssig zu machen. “Doch es häufen sich auch kritische Stimmen, welche die Erklärungskraft dieser Methoden für das Verständnis des menschlichen Geistes infrage stellen”, wie Stephan Schleim in seinem Blogeintrag berichtet.

Starke Zweifel haben beispielsweise Philosophen wie Julian-Nida Rümelin oder Ansgar Beckermann in ihren Büchern formuliert. (Links zu Amazon)

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Hacker-Kritik an Neurowissenschaftlern

Der für seine Studien zu Wittgenstein bekannte und in Oxford lehrende Philosoph Peter Hacker wird im Philosopher’s Magazine porträtiert. Darin geht es um Hackers Kritik an philosophischen Einlassungen von Neurowissenschaftlern, die meistens Unsinn seien – worin er mit vielen anderen Philosophen (wie beispielsweise Peter Bieri und Ernst Tugendhat) übereinstimmt. Außerdem betrachtet Hacker die Philosophie nicht als kognitive Wissenschaft in dem Sinn wie es die Naturwissenschaften seien, die gesichertes Wissen anstreben. Philosophie befasse sich dem gegenüber mit dem Verständnis unserer Wissens: “philosophy is not a quest for knowledge about the world, but rather a quest for understanding the conceptual scheme in terms of which we conceive of the knowledge we achieve about the world.

Ein Interview zu Hackers Kritik an den Neurowissenschaften ist auf deutsch auch bei Gehirn & Geist online nachzulesen.
Auf deutsch ist zuletzt bei Suhrkamp “Neurowissenschaft und Philosophie: Gehirn, Geist und Sprache” erschienen: eine Auseindersetzung um die philosophischen Grundlagen der Neurowissenschaften zwischen Maxwell Bennett, Peter Hacker, John Searle und Daniel Dennett.

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Ist Hawkings Kritik der Philosophie gerechtfertigt?

Bei der BBC gibt es einen Audiomitschnitt einer Sendung, in der Susan Greenfield und AC Grayling zu Stephen Hawkings jüngst geäußerter Auffassung Stellung nehmen, dass die Philosophen nicht Schritt gehalten hätten mit den Entwicklungen der Physik, und ihre Beiträge daher nicht mehr zeitgemäß seien.

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Der normale Weg der Wissenschaft

Science works because scientists disagree.

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Rechenmaschinen

Das Internet ist eine großartige Schatztruhe. Heute habe ich mich auf Seiten zu Rechenmaschinen getummelt. Sie bieten einen Überblick über die faszinierende Gabe der Menschen, ebenso faszinierende Hilfsmittel für Denkoperationen zu erfinden. Auf Rechenmaschinen Illustrated und bei Mechanische Rechenhilfsmittel bekommt man einen Einblick in die Geschichte der Rechenmaschinen. Erstere basiert auf dem Standardwerk zum Thema: Ernst Martins “Die Rechenmaschinen” (1925). Und es gibt zahlreiche weitere Seiten zu diesem Thema im Internet.

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Albert Einstein gegen Astrologie

Bei Letters of Note wurde ein kurzer Brief Albert Einsteins veröffentlicht, in dem dieser die Astrologie als Pseudowissenschaft und Aberglaube bezeichnet – was im klaren Gegensatz zur Behauptung einiger Astrologen steht, Einstein habe der Astrologie Sympathien entgegengebracht.

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Steven Weinberg über Philosophie in seiner Jugend

In der New York Times beschreibt der Physiker und Nobelpreisträger Steven Weinberg, wie er als junger Mann an Deutsch- und Philosophiekursen interessiert war – und daran scheiterte. Ob man das als Beleg nehmen kann, dass Weinberg taub für philosophische Probleme ist? Umgekehrt haben ja auch Philosophen und Geisteswissenschaftler oft genug ihre Taubheit gegenüber den Naturwissenschaften als geradezu konstitutiv für ihre Disziplin zelebriert. Ich fand jedenfalls während des Studiums Weinbergs Buch “Die ersten drei Minuten” faszinierend und philosophisch inspirierend, und ebenso habe ich später seinen “Traum von der Einheit des Universums” gelesen

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Rezension von Gatteis “Karl Popper’s Philosophy of Science”

Friedrich Stadler und Miles MacLeod rezensieren in den Notre Dame Philosophical Reviews Stefano Gatteis “Karl Popper’s Philosophy of Science: Rationality Without Foundations” (Routledge, 2009):

In sum, Gattei’s Karl Popper’s Philosophy of Science is an important reassertion of the value, novelty, and coherency of Popper’s programme. It is an important historiographical contribution, particularly because it leads us to reevaluate our tradition of painting Kuhn as an epistemological radical, when that title more properly belongs to Popper.

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“Spektrum der Wissenschaft” philosophisch interessant

Selbst wenn man in seinem philosophischen Weltbild den Naturwissenschaften keinen Platz in der 1. Reihe einzuräumen bereit ist, hat die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “Spektrum der Wissenschaft” einige Beiträge zu bieten, die von besonderem philosophischen Interesse sind.
Da ist einmal ein Beitrag von Martin A. Nowak (Harvard), der mich schon vor über zehn Jahren in einem Vortrag an der Uni Bremen zur Simulation der Evolution von kooperativem Verhalten inspirierte. Nun erläutert er anhand mathematischer Modelle: “Großzügige Menschen sind erfolgreicher.”
Christoph Pöppe rezensiert ein neues Buch von Bernulf Kanitscheider: “”Entzauberte Welt – Über den Sinn des Lebens in uns selbst”.
Der Historiker James Webb veröffentlichte zwei Studien über die Ursprünge und Entwicklung des Zeitalters des Irrationalen. Hakan Baykal findet dieses Werk epochal und rezensiert es – “The Occult Establishment” (1976) liegt nun auf Deutsch vor, die Übersetzung von “Flight from Reason” (1972) ist für September vorgesehen.

Bloggerkollege Lars Fischer vom Fischblog hat übrigens auch einen Artikel zur Ausgabe beigetragen.

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Zweifel an der Existenz von Spiegelneuronen?

Spiegelneurone sind eine verheißungsvolle Entdeckung – wenn es sie denn wirklich gibt. Derzeit bestehen noch Zweifel:
- All smoke and mirror neurons?
- Can fMRI adaptation demonstrate (or refute) the existence of mirror neurons?

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Moral und Gefühl bei Säugetieren?

Der Ökologe Marc Bekoff (University of Colorado, Boulder) glaubt, dass in den Gehirnen aller Säugetiere eine moralische Komponente hart verdrahtet sei. Bekoff, der zusammen mit Jane Godall ein Buch über die Verpflichtung zum Erhalt der Umwelt geschrieben hat, hat jetzt mit der Moralphilosophin Jessica Pierce “Wild Justice” veröffentlicht, worin argumentiert wird, dass es bei Säugetieren einen angeborenen Sinn für Gerechtigkeit und Empathie gebe, der helfe, in sozialen Gruppen Aggression einzudämmen und Kooperation zu fördern. Es gäbe immer mehr Belege dafür, heißt es in einem Artikel des Telegraph: “Recent neurology work has also revealed that distantly related mammals such as whales and dolphins have the same structures in their brains that are thought to be responsible for empathy in humans. Other findings have also suggested that some animals may even be capable of showing empathy with the suffering of other species.
Bekoffs Thesen stoßen auf Skepsis und Widerspruch bei anderen Wissenschaftlern. Der Telegraph zitiert Frans de Waal: “I don’t believe animals are moral in the sense we humans are – with well developed and reasoned sense of right and wrong – rather that human morality incorporates a set of psychological tendencies and capacities such as empathy, reciprocity, a desire for co-operation and harmony that are older than our species. Human morality was not formed from scratch, but grew out of our primate psychology. Primate psychology has ancient roots, and I agree that other animals show many of the same tendencies and have an intense sociality.” [via]

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Die Analytische Philosophie verhilft der Philosophie zu Fortschritten

Brian Leiter zitiert eine interessante Passage von Jeff McMahan, in der dieser konstatiert, dass die Philosophie, und speziell die Ethik, in den letzten Jahren gute Fortschritte gemacht hat. Es kommt heute nicht mehr darauf an, ein persönliches philosophisches System zu verteidigen und die interessanten Fragen dadrunter abzuhandeln. Stattdessen würden einzelne Fragestellungen sehr detailliert behandelt und in einem kollektiven Unternehmen (der Diskussion) viel gründlicher beantwortet als dies eine einzelne Person je leisten könnte:

Unlike many other disciplines in the humanities and social sciences, which in recent years were seduced by bad French philosophy into a lot of silly “post-modern” theorizing that exposed them to derision and reduced them to irrelevance, analytic philosophy is flourishing. … philosophy has become more of a collective endeavour than it was in the past … When the results of the individual efforts are combined, we may achieve a collective product that exceeds in depth, intricacy, and sophistication what any individual could have produced by working on the larger problem in isolation.” (Jeff McMahan, zitiert bei Brian Leiter)

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