Auf Philosophy Bites ist der neue Podcast mit Michael Sandel erschienen. Es geht um die Frage “What Shouldn’t Be Sold“. Was sind die moralischen Grenzen des Marktes? Dies ist übrigens der 100. Podcast der Reihe Philosophy Bites von Nigel Warburton.
Hat ökonomische Ungleichheit ihre Wurzeln in Erziehung und Bildung?
“America’s inequality problem — and I mean the stagnation at the lower end, not the hedge funds guys at the top — does indeed seem to stem from dysfunctional families and bad education” [Marginal Revolution]
Digitale Wasserzeichen in Apples Musikdownloads
Digitale Wasserzeichen in Musikdateien sind nichts Neues. Das Fraunhofer-Institut bewirbt sie schon länger, weshalb ich vor über einem Jahr schon einmal darüber geschrieben habe.
Nun macht Apple also einen neuen Schritt [via EDV], weg vom umständlichen DRM, hin zum verborgenen Merkmal, dass den Kunden eindeutig identifziert. Die Probleme – und zwar auch die jenseits der immer in den Vordergrund gestellten Piraterie – sind damit also nicht vom Tisch. Der Kunde kann nicht uneingeschränkt über das gekaufte Gut verfügen, er kann es bspw. nicht veräußern, wie er es mit Tonträgern konnte. Oder mal auf eine private Party mitnehmen – was, wenn er das gute Stück vergisst, wieder mitzunehmen, oder per USB-Stick auf den Laptop mit der Mixsoftware geladen hat. Wie soll er es da wieder runterbekommen? Etc. pp – so normal und zahlreich, wie die Alltagssituationen sind, in denen wir Musik hören, ohne Verbrechen zu begehen, so zahlreich sind die Probleme von gekaufter Musik mit Benutzermerkmalen in Form von Wasserzeichen.
Nachtrag:
Wie ich heute lese (Electronic Frontier Foundation, via Franztoo) bezeichnet man die von Apple in die Musikdateien eingebrachten Kundendaten nicht als Wasserzeichen. Die Problematik bleibt die gleiche.
Peter Singer sieht Erfolg von Tierschützern in den USA
Der größte Produzent von Schweinefleisch hat angekündigt, die Haltung von Sauen in schmalen Einzelboxen schrittweise über die nächsten Jahre abzuschaffen. Für Peter Singer ist das ein “very major development“. Diese Entwicklung verdanke sich dem Einfluss der Konsumenten auf Lebensmittelhersteller wie McDonald’s, die dadurch wiederum veranlasst seien, ihre Lieferanten zur Einführung und Einhaltung ethischer Standards zu drängen. Singer führt weitere Beispiele aus den USA auf, in denen Konsumentenbewusstsein zur Verbesserung der Tierhaltung geführt habe. Der Schlüssel, sagt Singer, liege in der Schärfung des Bewusstseins der Konsumenten davon, was sie essen.
DRM und Digitales Wasserzeichen
In vielen Downloadshops für Musik wird ein Digitales Rechtemanagement angewendet, das die Verwendungsmöglichkeit der erworbenen Dateien einschränkt. Alternativ kommen Digitale Wasserzeichen zum Einsatz, die vordergründig keine Einschränkungen bewirken. Sie verändern die akustische Information in lauteren Bereichen der Musikdatei durch ein eindeutiges, nicht wahrnehmbares Identifikationsmerkmal des Käufers, das nicht manipulierbar ist. »Wer nicht über den Schlüssel des Wasserzeichens verfügt, kann noch nicht einmal feststellen, ob überhaupt ein Wasserzeichen in eine Datei eingebettet ist. Damit dürfte in der Praxis das Wasserzeichen kaum entfernbar sein, da kein Angreifer überprüfen kann, ob er erfolgreich war. Tests haben gezeigt, dass die IPSI-Wasserzeichen selbst eine analoge Rundfunkübertragung und Aufnahme vom Lautsprecher auf Tonband überstehen« (Martin Steinebach vom Fraunhofer IPSI).
Faktisch bringt das Digitale Wasserzeichen gleichwohl Einschränkungen mit sich – die akustische Qualität ist manipuliert, was empfindsame Liebhaber feiner Musik (bspw. Jazz, Klassik) stören dürfte. Außerdem lässt sich die erworbene Musik nicht mehr problemlos veräußern (verschenken, verkaufen (wie die alte Plattensammlung auf dem Flohmarkt)), denn der ursprüngliche Käufer hat keine Handhabe bezüglich des Tuns des neuen Besitzers. Drittens sind die Daten des Käufers mit den Signaturinformationen auf lange Sicht bei einem Unternehmen hinterlegt, was Fragen des Datenschutzes und des Schutzes der Privatsphäre aufwirft.

