Es gibt ein zweites Leben, derzeit prominent in Form der virtuellen Online-Realität “Second Life“. In den letzten Wochen überschlägt sich die Medienaufmerksamkeit zu dieser 3D-Internet-Pattform, Firmen ziehen in die Spielewelt mit ganz realen Geschäftsinteressen ein, die Nutzerzahlen steigen rasant, vor wenigen Tagen wurde die Marke von einer Millionen registrierter Teilnehmer geknackt, heute sind es schon 1,2 Millionen. Das zweite Leben nimmt Formen an.
Doch es ist nicht alles Gold was glänzt. Die Nörgeleien über Second Life sind ebenso Legende wie die euphorischen Berichte. Aber, das haben auch schon andere gesagt: es geht gar nicht um Second Life, sondern um neue Techniken der globalen Interaktion, ums neue Web, um eine neue Art von Betriebssystem. Und letzten Endes wird es einmal kein zweites Leben mehr sein, sondern zum ersten dazugehören, wie das Telefon oder das Handy. Man wird sein “zweites Leben” auf einem Mobilgerät mit sich herumtragen, die Grenzen werden verschwimmen und oft auch aus dem Bewusstsein verschwinden.
Zielvorgaben, die SL (Second Life) so nie erreichen wird. Man darf gespannt sein, welche Muskelprotze einen Konkurrenten auf den Markt werfen werden. Google? Wohlmöglich. Microsoft? Auch, aber wer würde denen eine Chance geben? T-Online, 1&1, RTL/SAT1? Hallo, wir sind in Deutschland! Das Internet ist jedoch eine offene Technologie. Das neue Internet, “Web 3.0″ vielleicht – wird es von einem Monopol betrieben werden? Oder werden verschiedene große Anbieter zwar ihr Ding machen (ihre eigene Plattform anbieten), aber mit offenen Schnittstellen? Dann käme es genau auf diese Schnittstellen an. Und dem Zwang, sich ihnen nicht zu verschließen.
For the time being – der heißeste Scheiß ist Second Life. Hier noch ein bisschen mehr Zusammenschau dessen, was da los ist.
Der Travel-Guide von Wired reißt alles an, was man für den Anfang wissen muss: “Taking a trip to the coolest destination on the Web? Our guide tells you where to go, what to do – and how to buy sex organs.“. Eine deutsche Einführung gibt es bei der Netzwelt.
Dieser Artikel gibt eine Übersicht über einige der jüngeren Berichte über Second Life in größeren Medien.
Ok, Second Life ist also cool und angesagt. Unter Umständen kann man auch viel Geld verdienen. Wie bspw. der größte Grundstücksmakler in SL: Anshechung. Anshe Chung (eine Chinesin in Hessen) war 2005 der Avatar mit dem größten Impact auf die Ökonomie in SL.
Die Shortcomings (aktuell):
Der Second Life Herald grantelt
Zur aktuellen Business-Seifenblase: A Gallery of Lies
Bericht aus der Zukunft: Second Life jetzt glattgebügelt (interessante Screenshots früher/heute !) A propos, so etwas hat man schon 2004 da gebaut (mit Cheffe Philip Linden in schickem Outfit)
PR-Angriff aus der Meat-World: Hates on PR Fucktards
Teurer, schöner, größer – der SL-Plebs klagt an: Betrug!
Aber – reden die Lindens überhaupt noch mit dem Volk?
Andere Real-Life-Metaversen
Es gibt auch Alternativen, bislang hat aber noch keine das Potenzial von SL entwickelt.
Entropia (in der Wikipedia dt., engl.). Da geht’s um Geld, bei dem der Spaß irgendwann aufhört.
Und schließlich noch There.
Tipp: Wer die Chats im “Metaversum”, den virtuellen Online-Realitäten, nicht nur ertragen, sondern auch überleben will, kann gelegentlich diese Kommunikationskrücke zu Rate ziehen: MMORPG-Jargon.