Julian Baggini hat seine Abhandlungen über bekannte, aber falsche Argumentationsformen, die er zum Teil schon in der Serie “Bad Moves” bei Butterflies and Wheels veröffentlicht hatte, jetzt in einem Buch herausgegeben: The duck that won the lottery – and 99 other bad arguments.
In diesem Zusammenhang kann man noch einmal auf das ausgezeichnete Buch von Hubert Schleichert hinweisen – Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren.
Nietzsche hat bei der Untersuchung von Kunst und Wahrheit unter anderem die dionysischen und appollonischen Elemente unterschieden. Aaron Ridley spricht bei Philosophy Bites darüber.
Es ist gar nicht so leicht, einen glaubwürdigen amerikanischen Akzent zu sprechen – einmal abgesehen davon, dass es in den USA in den verschiedenen Regionen (New England, Südstaaten, Texas, Kalifornien …) unterschiedliche Akzente gibt. Aber normalerweise verfügen wir über ein Klischee, wie ein Amerikaner klingt und glauben, wir könnten dies leicht nachahmen.
Auf der Website der BBC findet man einen Beitrag inklusive Video darüber, was man beachten muss, um wie ein Amerikaner zu klingen: “How not to do an American accent“.
[via Crooked Timber]
Brian Leiter sammelt Vorschläge zur Beantwortung der Frage, welche Philosophen man Studenten empfehlen sollte, wenn man ihnen guten Stil zeigen will. John McDowell, Martin Heidegger, Jacques Derrida (und ich würde Hegel hinzufügen) sollte man stilistisch nicht zum Vorbild nehmen.
Aus den Kommentaren kann ich vielen Vorschlägen für guten Stil zustimmen: Hilary Putnam, Bertrand Russell, Karl Popper, David Hume, Peter Singer, vielleicht auch Descartes. Aus dem gegenwärtigen deutschsprachigen Raum fallen mir auf Anhieb Günther Patzig und Hans Albert ein. Welche Vorschläge haben Sie?
Da mich Otto Neuraths Isotype-System fasziniert, haben die symbolischen Wegweisersysteme von Lance Wyman meine Aufmerksamkeit geweckt. Bei Webesteem erklärt Wyman seine Arbeiten.
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In seinem Aufsatz “A nice derangement of epitaphs” hat Donald Davidson seine berühmte These formuliert, dass es so etwas wie Sprache nicht gibt. Anhand zahlreicher Beispiele versucht er zu belegen, dass es nicht so ist, dass Sprache aus einem Satz vordefinierter Bedeutungen und Regeln besteht, die man nur erlernen und anschließend korrekt anwenden muss. Versprecher, Malapropismen oder absichtliche spontane Neuschöpfungen zeigen, dass wir keine starren Konventionen in der Kommunikation benutzen.
Eine kurze deutschsprachige Skizze von Davidsons Auffassung hat Christian Pentzold in “LEO – Lingua et Opinio” veröffentlicht.
Die von Kirk Ludwig herausgegebene Aufsatzsammlung “Donald Davidson” (Cambridge, 2003) befasst sich ausführlicher mit den Beiträgen Davidsons zu verschiedenen Bereichen der Philosophie. Darin untersucht u.a. Samuel Wheeler die Bedeutung des No-Language-Argumentes für die Literatur. Eine ausführliche Rezension dieses Bandes hat Anthony Dardis in den Notre Dame Philosophical Reviews veröffentlicht.
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Für das Times Literary Supplement hat David Papineau einen lesenswerten und gut lesbaren Artikel, “Power and consciousness on the Clapham omnibus“, über die Entwicklung der Philosophie John Searles vom ersten Aufsatz in Mind 1958 bis zu seinem jüngsten Buch “Freedom and Neurobiology” geschrieben.
“During the course of his intellectual lifetime, philosophy has become a dry and technical business. Most philosophers today write only for other philosophers about issues that can accurately be termed scholastic. Against this background, Searle is a beacon of accessible expertise, a throwback to a time when philosophy was part of public debate. His work is devoted to some of the most fundamental questions in philosophy, yet he never gets bogged down in the kind of esoteric disputation that forgets why the issues matter in the first place.“
Welches ist der richtige Stil in Analytischer Philosophie? Was sind die Kriterien für Analytische Philosophie? Gibt es noch Analytische Philosophie nach Rortys Kritik?
Einen weiteren Beitrag zu dieser Diskussion findet man bei Brian Leiter im Anschluss an eine Kritik des Stils von John McDowell – die ich auch deshalb interessant finde, weil mir während meines Studiums McDowells Texte dunkel und unerfreulich verkompliziert vorkamen.
Die Philobar berichtet, dass Gregory Landini ein Buch über die Auffassungen von Russell und Wittgenstein geschrieben hat: ‘Wittgenstein’s Apprenticeship with Russell
‘ (Cambridge : Cambridge UP, 2007). Landini revidiert die übliche Sichtweise und versucht anhand der bislang unveröffentlichten Manuskripte von Russell zu zeigen, dass Russell und Wittgenstein als Verbündete an einem Forschungsprogramm arbeitete, dass logische Analyse und Rekonstruktion ins Zentrum der philosophischen Tätigkeit stellt.
Ein Auszug aus dem Buch ist hier verfügbar.
Der amerikanische Philosoph Richard Rorty ist am Freitag, 9. Juni, im Alter von 75 Jahren gestorben. Seine Bücher “Der Spiegel der Natur” und “Kontingenz, Ironie und Solidarität” haben mich sehr beeindruckt, und davon, dass dieser Eindruck nicht täuschte, konnte ich mich überzeugen, als ich den Menschen hinter diesen Büchern, Richard Rorty, bei der Verleihung des Karl-Jaspers-Preises in Oldenburg erlebt habe.
Rorty hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zuletzt die Thomas Jefferson Medal der American Philosophical Society. Zahlreiche Nachrufe sind in Internet und Zeitungen bereits erschienen, in der NYT, auf Marginal Revolution, Manfred Geier in der SZ, Jörg Lau in seinem Weblog, besonders informativ bei Marc von der Wissenswerkstatt, Christian Schlüter in der FR, die FAZ, Jürgen Habermas in der SZ oder auch Todd Gitlin auf TPM Cafe.
Wittgensteins Tractatus als (aufklappbare) Menübaumstruktur. [via Philosophieblog]