Archive for category Soziologie

Diedrich Diederichsen über Glück

Im kürzlich erschienenen interdisziplinären Handbuch “Glück”, herausgegeben von Dieter Thomä, Christoph Henning und Olivia Mitscherlich-Schönherr, schreibt der Poptheoretiker Diedrich Diederichsen über “Figuren des Glücks in der frühen Pop-Musik“.

Es geht unter anderem um verfehltes Glück, falsches Glück, Glücklosigkeit, Glück unter Bedingungen der Entfremdung / Ausbeutung, Jefferson Airplane, Hippie-Musik, Beatles, Punk und die Kinks.

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Jürgen Habermas über die Bedeutung der emigrierten jüdischen Philosophen für die Bundesrepublik

Auf der Tagung “Jüdische Stimmen im Diskurs der sechziger Jahre” hat Jürgen Habermas einen Vortrag gehalten, der bei der NZZ unter dem Titel “Grossherzige Remigranten. Über jüdische Philosophen in der frühen Bundesrepublik. Eine persönliche Erinnerung” zu lesen ist.
Habermas berichtet von der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nur langsam einsetzenden Rezeption deutscher jüdischer Emigranten, die auch nur teilweise und mit größeren Abständen an die deutschen Universitäten zurückkehrten. Das Emigrantenschicksal Ernst Cassirers, Karl Löwiths oder Helmuth Plessners habe die junge Generation argwöhnisch gemacht gegen das spezifisch Deutsche. So habe bspw. Plessners “auf gegenseitige Schonung und Takt angelegtes Konzept vom Menschen” eine Gegenposition zum autoritären Institutionalismus Arnold Gehlens dargestellt, der zu den Kollegen gehört hatte, die im Nationalsozialismus “munter weitermachten“.

Adorno und Horkheimer haben mit ihrem Frankfurter Institut in der Soziologie einen der Pole dargestellt, aber innerhalb der Philosophie ein geringes “standing” gehabt. Adornos Fremdheit unter den Kollegen habe sich in äußeren Gesten und im Stil gespiegelt. Wirkungsgeschichtlich sei eine Kluft zu beachten “zwischen dem reformistischen, geradezu sozialdemokratischen Tenor des Volkspädagogen und dem rabenschwarzen Totalitätsdenken des Philosophen Adorno“:
Der eine schrieb über «die Wunde Heine» und betrieb «Aufarbeitung der Vergangenheit», der andere arbeitete in Einsamkeit und Freiheit an der «negativen Dialektik».

Auch den emigrierten Philosophen der analytischen Philosophie erging es in der frühen Bundesrepublik nicht besser. Institutionell schwach verankert, fasste sie erst durch eine neue Aneignung bspw. durch Ernst Tugendhat und Günter Patzig Fuß. Heute bestimme sie die Standards der Argumentation, die Konkurrenz der Schulen sei überwunden.

Entscheidend für die öffentliche Wirkung seien aber auch die nicht zurückgekehrten jüdischen Philosophen, die die wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussionen geprägt haben: Ludwig Wittgenstein, Karl Popper, Vertreter des Wiener Kreises oder Hans Jonas, aber auch Intellektuelle wie Walter Benjamin und Gershom Scholem.

Die Zivilisierung der politischen Kultur der Bundesrepublik verdanke sich zu einem großen Teil den jüdischen Emigranten, so Habermas’ Fazit.

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Marshall McLuhan über das globale Dorf

Marshall McLuhan hat schon in den 1960ern behauptet, dass die Welt mit den elektronischen Medien zum globalen Dorf wird, und viele kommunikationssoziologischen Implikationen daraus benannt. Bei seinen Erläuterungen in dem folgenden Video habe ich aber auch den Eindruck, dass er einige Seifenblasen produziert, mit denen wir uns auch in der Internetdebatte herumschlagen.

[via Open Culture]

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Lost generation

Ein Meme, das man schon vor 40 Jahren gehört hat, und immer noch aktuell ist.

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Hot or not?

Eine Studie hat sich der wichtigen Frage angenommen, wie sexy die Professoren und Professorinnen 36 verschiedener akademischer Disziplinen sind. Ich lese Folgendes aus den Ergebnissen:

1. Akademiker sind NICHT sexy.
2. Sprachkompetenz macht (relativ) attraktiv.
3. Philosophen erringen einen respektablen 9. Platz (von 36) – da muss es in den hinteren 26 Disziplinen (Psychologie, Sport, Ökonomie, Mathematik …) aber finster aussehen.

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Kostenlose amerikanische Bücher online

Bei eScholarship Editions sind 2000 Buchtitel aus verschiedenen Disziplinen online. 500 davon sind frei für die Öffentlichkeit zugänglich, beispielsweise aus der Philosophie, Psychologie, Psychiatrie oder Soziologie.

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Anthropologie – soziokulturell oder evolutionär?

Innerhalb der Anthropologie gibt es einen fundamentalen Graben zwischen soziokulturellen und evolutionären Erklärungsansätzen. Oft ist die Auseinandersetzung unversöhnlich, eine Integration ist in der Regel nicht in Sicht. Hannah Fearn fragt in Times Higher Education, ob eine Überwindung des Streits möglich ist: The great divide

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Interview mit Hans Albert über Rational Choice

Aus dem The Popper Newsletter (4) 1/2 (offenbar aus dem Jahr 1992) ist ein Interview mit Hans Albert über Rational Choice im Web verfügbar, das Fred Eidlin geführt und übersetzt hat: “Hans Albert on Rational Choice Theory“.

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Die Glücksungleichheit nimmt ab

In den USA ist das durchschnittliche Gesamtniveau, auf dem die Leute ihr Glücksempfinden ansiedeln, seit den 1970ern ungefähr gleich geblieben, während die Varianz, die Ungleichheit des Glücksniveaus, seitdem stark gesunken ist. Mehr dazu hier und hier, und hier die vollständige Studie (PDF). Möglicherweise liegt das daran, dass für zahlreiche soziale Gruppen (Schwarze, Homosexuelle, Frauen, Familien …) seit den 70ern rechtliche und ökonomische Verbesserungen kontinuierlich stattgefunden haben. [via]

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Was spricht für (gegen) Unterschiede zwischen den Geschlechtern?

There is no biological evidence that suggests that women should stay home and raise babies. Nor is there proof that men and women are indistinguishable, and with the same opportunities will value the same things and behave the same way” schreibt Susan Pinker, Autorin des Buches “The Sexual Paradox: Troubled Boys, Gifted Girls and the Real Difference Between the Sexes”, das von Viv Groskop beim New Statesman rezensiert wird.

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Hat ökonomische Ungleichheit ihre Wurzeln in Erziehung und Bildung?

America’s inequality problem — and I mean the stagnation at the lower end, not the hedge funds guys at the top — does indeed seem to stem from dysfunctional families and bad education” [Marginal Revolution]

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Neues Soziologie-Blog

Martin Booker schreibt seit Dezember letzten Jahres das Weblog “homo sociologicus – Besser Leben mit Soziologie“. Unter anderem hat er bisher ein Video über Max Webers Amerikabesuch ausgegraben. Als Teilsoziologe werde ich da wohl mal öfter vorbeischauen.
Herzlich Willkommen jedenfalls! :-)

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