Ein Meme, das man schon vor 40 Jahren gehört hat, und immer noch aktuell ist.
Hot or not?
Eine Studie hat sich der wichtigen Frage angenommen, wie sexy die Professoren und Professorinnen 36 verschiedener akademischer Disziplinen sind. Ich lese Folgendes aus den Ergebnissen:
1. Akademiker sind NICHT sexy.
2. Sprachkompetenz macht (relativ) attraktiv.
3. Philosophen erringen einen respektablen 9. Platz (von 36) – da muss es in den hinteren 26 Disziplinen (Psychologie, Sport, Ökonomie, Mathematik …) aber finster aussehen.

Kostenlose amerikanische Bücher online
Bei eScholarship Editions sind 2000 Buchtitel aus verschiedenen Disziplinen online. 500 davon sind frei für die Öffentlichkeit zugänglich, beispielsweise aus der Philosophie, Psychologie, Psychiatrie oder Soziologie.
Anthropologie – soziokulturell oder evolutionär?
Innerhalb der Anthropologie gibt es einen fundamentalen Graben zwischen soziokulturellen und evolutionären Erklärungsansätzen. Oft ist die Auseinandersetzung unversöhnlich, eine Integration ist in der Regel nicht in Sicht. Hannah Fearn fragt in Times Higher Education, ob eine Überwindung des Streits möglich ist: The great divide
Interview mit Hans Albert über Rational Choice
Aus dem The Popper Newsletter (4) 1/2 (offenbar aus dem Jahr 1992) ist ein Interview mit Hans Albert über Rational Choice im Web verfügbar, das Fred Eidlin geführt und übersetzt hat: “Hans Albert on Rational Choice Theory“.
Die Glücksungleichheit nimmt ab
In den USA ist das durchschnittliche Gesamtniveau, auf dem die Leute ihr Glücksempfinden ansiedeln, seit den 1970ern ungefähr gleich geblieben, während die Varianz, die Ungleichheit des Glücksniveaus, seitdem stark gesunken ist. Mehr dazu hier und hier, und hier die vollständige Studie (PDF). Möglicherweise liegt das daran, dass für zahlreiche soziale Gruppen (Schwarze, Homosexuelle, Frauen, Familien …) seit den 70ern rechtliche und ökonomische Verbesserungen kontinuierlich stattgefunden haben. [via]
Was spricht für (gegen) Unterschiede zwischen den Geschlechtern?
“There is no biological evidence that suggests that women should stay home and raise babies. Nor is there proof that men and women are indistinguishable, and with the same opportunities will value the same things and behave the same way” schreibt Susan Pinker, Autorin des Buches “The Sexual Paradox: Troubled Boys, Gifted Girls and the Real Difference Between the Sexes”, das von Viv Groskop beim New Statesman rezensiert wird.
Hat ökonomische Ungleichheit ihre Wurzeln in Erziehung und Bildung?
“America’s inequality problem — and I mean the stagnation at the lower end, not the hedge funds guys at the top — does indeed seem to stem from dysfunctional families and bad education” [Marginal Revolution]
Neues Soziologie-Blog
Martin Booker schreibt seit Dezember letzten Jahres das Weblog “homo sociologicus – Besser Leben mit Soziologie“. Unter anderem hat er bisher ein Video über Max Webers Amerikabesuch ausgegraben. Als Teilsoziologe werde ich da wohl mal öfter vorbeischauen.
Herzlich Willkommen jedenfalls! :-)
Führen Blogs zu mehr Ideenaustausch oder zu größerer Polarisierung?
Mein Eindruck von den politischen Diskussionen in der deutschsprachigen Blogosphäre der letzten vier Jahre ist eher negativ. Ich kann mich nicht an viele Beispiele einer offenen und interessierten Diskussion gegensätzlicher Standpunkte erinnern, vielmehr dagegen an Gruppen- und Grüppchenbildung um einen Standpunkt herum, wobei die Diskussion einen bestimmten Radius des sozialen Netzwerkes nicht überschritt. Mein Eindruck ist zudem, dass dies ganz gut zum Diskussionsverhalten in der deutschen poltischen Kultur außerhalb des Internets passt.
Auf Crooked Timber gibt es einen interessanten Beitrag zu “Deliberation vs. participation in blogs“. Cass Sunstein vertritt in einem Videodialog mit Henry Farrell eine eher skeptische Auffassung zum Beitrag, den Blogs zur Diskussionskultur leisten:
“Cass is pretty skeptical about the virtues of Internet communication; he believes that it is quite likely to lead to political polarization and perhaps extremism, and not to the kinds of thoughtful, deliberative exchanges between left and right that he’d like to see.“
Allerdings haben Blogs möglicherweise ein größeres Potenzial in der Frage der Partizipation, also der Mobilisierung. Politische Kampagnen könnten davon profitieren. Sie müssten allerdings vermeiden, kontroverse Debatten in ihren eigenen Foren zu führen, um nicht den gegenteiligen Effekt hervorzurufen. Kampagnen müssen ihre Anhänger mitreißen – kritische Fragen würden sie dagegen verunsichern.
Heißt das auch, dass erfolgreiche Blogs unter ihren Lesern wenig Kontroversen auslösen – oder überhaupt eher unkontroversen Mainstream produzieren?
Nachtrag: Dazu passend fragt Richard Chappell nach “Good political blogs?” Um die gepflegte Kontroverse zu entfachen, würde ich einfach mal das Antibürokratieteam ins Rennen schicken.
Umgekehrte Geschlechterdifferenz in der Bildung
Becker und Posner beschreiben in ihrem Blog “The new gender gap in education”: Frauen haben nicht nur aufgeholt, sondern sogar einen höheren Anteil bei höheren Bildungsabschlüssen. Vermutlich wird dies in den nächsten Jahrzehnten einen großen Einfluss bei der Einkommensverteilung und Besetzung von Schlüsselpositionen haben.


