Archive for category Sozialphilosophie

Edna Ullman-Margalit gestorben

Edna Ullmann-Margalit (1946 – 2010) ist gestorben. Sie ist bekannt durch Aufsätze und Monografien, in denen sie Konzepte der praktischen und politischen Philosophie durchleuchtet und auf konkrete Problemfelder angewendet hat. So dürfte ihr Aufsatz “Invisible Hand Explanations” (1978: Synthese 39 (2)) eine der ersten gründlichen philosophischen Analysen zu diesem Thema sein. Eine ihrer jüngeren Arbeiten heißt “Trust out of Distrust” (2002: Journal of Philosophy 99 (10): S. 532-548).
1999 gab sie bei OUP “Reasoning Practically” heraus, und 2001 “Isaiah Berlin: A Celebration” (mit Aufsätzen von Autoren wie Sidney Morgenbesser, Charles Taylor, Ronald Dworkin, Alfred Brendel, Bernard Williams und anderen).

Es scheint nicht viele Nachrufe im Internet zu geben. Eine Meldung gibt es bei Brian Leiter und eine bei Crooked Timber.

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Rezension von Gellners ‘Conditions of Liberty’

Vor einigen Wochen ist John Halls Biografie über Ernest Gellner erschienen, die in den (natürlich nicht deutschen) Blogs einige Beachtung fand. Eines der Bücher Gellners, “Conditions of Liberty”, hat kürzlich Jacob Levy lesenswert rezensiert. [via]

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Jeremy Rifkin setzt seine Hoffnungen auf Spiegelneurone

Seit Jahrzehnten entwickelt Jeremy Rifkin Visionen für die gesellschaftliche Entwicklung und versucht mit seinen zahlreichen Büchern seine Leser zu diesen Veränderungen zu motivieren (u.a. “Das Ende der Arbeit”). Derzeit wirbt er für die empathische Gesellschaft. Als wissenschaftlichen Unterbau beruft er sich dabei auf Spiegelneurone, die, wie hier, hier und hier berichtet, nicht ganz unumstritten sind. Allerdings schon ohne Spiegelneurone hegte Adam Smith Sympathie für die Empathie (“Theorie der ethischen Gefühle”).


[via Nerdcore]

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Philosophische Bücher online: Birnbacher, Beckermann, Mill

Bei Paper C, einer Plattform, auf der Fachbücher kostenlos online gelesen werden können (Herunterladen oder Drucken kostet 10 Cent pro Seite), gibt es auch eine kleine Auswahl aktueller philosophischer Titel. Hier einige besonders prominente Beispiele:

Dieter Birnbacher – Natürlichkeit (2006)

Ansgar Beckermann – Analytische Einführung in die Philosophie des Geistes (3. Auflage, 2008)

John Stuart Mill – Über die Freiheit (Meiner-Ausgabe, 2009)

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Hayek vs. Keynes – als Rap

Die Seite econstories.tv von John Papola und Russ Roberts will über ökonomisches Denken aufklären. Dort ist jetzt ein Musikvideo erschienen, in dem John Maynard Keynes und F. A. Hayek in Form eines Rap-Songs ihre Ansichten zu Ökonomie und Wirtschaftspolitik zum Besten geben. Der Text ist auf der Seite ebenfalls zu lesen. Das Alles ist ziemlich gut gemacht und auch inhaltlich erstaunlich gut – mit einer Ausnahme, die bei weissgarnix erwähnt wird, die das Video aber auch als “genial” bezeichnen. Dort findet sich in den Kommentaren auch eine deutsche Übersetzung.
Der Song ist bei econstories.tv kostenlos erhältlich.

Update: Jetzt gibt es auch eine neue Version davon.

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Gier und die Rationalität nichtoptimaler Strategien

Johannes Koelman hat einen einführenden Artikel zu Gier und spieltheoretischen Strategien gepostet [via Boing Boing], der sehr gut das Nash-Equilibrium veranschaulicht:

“You are in a game show with nineteen other players. You don’t know the other players, you can’t see them, and you can’t communicate with them. The game you are in is called ‘Greed!’, and is straightforward to explain. You are asked to write down a whole dollar amount in the range $1 – $1,000,000 on a piece of paper. You will be paid the amount you asked for if it is deemed to be ‘non-greedy’. Whether your request is indeed ‘non-greedy’ will be decided once all twenty request have been received by the host of the show. Your requested amount will be labeled ‘non-greedy’ if no other player has asked for less, and at least one player has asked for more.

How do you play?” [Weiter]

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Hans Albert über Fundamentalismus

Die Dankesrede, die Hans Albert zur Annahme der Ehrendoktorwürde der Universität Klagenfurt im Jahr 2007 gehalten hat, ist als PDF-Datei auf der Webseite der Uni downloadbar. Offenbar handelt es sich um das Originalmanuskript, das eine Handvoll kleinerer handschriftlicher Änderungen enthält.
Soweit ich sehe, enthält die Rede nichts Neues gegenüber den bisherigen Veröffentlichungen Alberts. Er beschreibt die religiösen Wurzeln bekannter Fundamentalismen, und deren Funktion zur Steuerung und Stabilisierung von Erkenntnissen und Autoritäten. Kritikimmunität und privilegierter Erkenntniszugang sind wesentliche Kennzeichen des Fundamentalismus. Dies steht dem Kritizismus der Aufklärung entgegen. Man kann daher nicht fordern, wie Jürgen Habermas es tut, dem religiösen Denken eine Sonderstellung einzuräumen.

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Diverse Links

Adorno beim Fasching

Ein Kommentar zur “Sloterdjik-Honneth-Debatte”. Die relevanten Links dazu findet man bei den Philosophischen Schnipseln.

Carlin Romano über Heideggers Nazismus

Zu Nigel Warburtons Buch Free Speech gibt es eine begleitende Webseite

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Milton Friedman über Gier und Kapitalismus


[via]

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Podcast und Bericht zu Amartya Sens Buchvortsellung

Am Montag hat Amartya Sen an der LSE einen Vortrag aus Anlass der Veröffentlichung seines neuen Buches “The Idea of Justice” gehalten.

Die LSE bietet den Vortrag als MP3-Datei zum Download an.
Die Zeitung The Telegraph aus Kalkutta berichtet über das Ereignis.

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Porträt über und Vortrag von Amartya Sen

The Independent hat ein ausführliches Porträt von Amartya Sen (Nobelpreis für Ökonomie 1998) [via greater or smaller].
Aus Anlass der Veröffentlichung seines neuen Buches “The Idea of Justice” hält Sen nächsten Montag an der London School of Economis einen Vortrag (6.30-8pm britische Zeit), der als Live Webcast verfolgt werden kann.



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Band mit Aufsätzen von Viktor Vanberg (Einführung Hans Albert)

Anlässlich des 65. Geburtstags Viktor Vanbergs haben Nils Goldschmidt und Michael Wohlgemuth einen Band mit Aufsätzen Vanbergs herausgegeben, der nun als unveränderte Studienausgabe vorliegt: “Wettbewerb und Regelordnung“. Eine Einführung mit dem Titel “Viktor Vanberg und das sozialwissenschaftliche Erkenntnisprogramm” hat Hans Albert verfasst.
Vanberg war unter anderem Mitarbeiter James Buchanans, Leiter des Walter Eucken-Instituts und Professor für Wirtschaftspolitik. Seine Texte zeichnen sich durch klare Argumentation und leichte Lesbarkeit aus. Er untersucht die methodologischen und sozialphilosophischen Grundlagen eines Programms, das Buchanans Verfassungsökonmik und den durch den Evolutionsgedanken geprägten Liberalismus Friedrich August Hayeks ausformulieren will. Er plädiert für eine Ökonomik als erfahrungswissenschaftlich orientierte “Lebenswissenschaft”, und knüpft damit an Hans Alberts Kritik des ökonomischen “Modell-Platonismus” an.

Sein Ansatz steht in der individualistischen Tradition der Schottischen Moralphilosophie, den er 1975 in dem Buch “Die zwei Soziologien. Individualismus und Kollektivismus in der Sozialtheorie” dargestellt hat. Dieses Buch ist ein Meilenstein der sozialphilosophischen Literatur, in dem es die zwei gegensätzlichen Leitbilder, die die Sozialwissenschaften der letzten Jahrhunderte geprägt haben, analysiert.

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