Category: Second Life

Psychologie: Forschung und Therapie in virtuellen Welten

June 2, 2009 | Filed Under Internet, Links, Psychologie, Second Life, Virtual Reality | Comments Off

Bislang stößt man hierzulande im Wesentlichen auf Unverständnis, wenn man von den kollaborativen Chancen virtueller Welten spricht, für die Second Life wohl das prominenteste Beispiel ist. Seit einigen Jahren kenne ich englischsprachige Projekte in Second Life zu psychologischen Themen – sei es als Bildungs-, Beratungs- oder Selbsthilfeangebot. Mein Eindruck ist, dass sie recht gut funktionieren und einige Möglichkeiten eröffnen, die in der physischen Welt nicht bestehen. Die jeweiligen Betreiber wissen, welche Probleme dagegen das Internet mit sich bringt, und berücksichtigen dies in der Konzeption ihrer Projekte.
Nun berichtet Christian Jarrett in der aktuellen Ausgabe des Psychologist (Volume 22, Part 6, June 2009), dem Flaggschiff der British Psychological Society, von Vorzügen und Gefahren virtueller Welten für die psychologische Forschung, Therapie und Lehre.

Und ganz zeitgemäß kann der Psychologist auch digital online gelesen werden, als Online-Magazin, das sich durchblättern lässt. Der Artikel “Get a second life” lässt sich direkt anspringen, in dem man direkt über der Präsentationsfläche die Seitenzahl “27″ (von 52) eingibt. Oder indem man den unten eingebetteten Reader anklickt.

(Lesemodus öffnet sich durch Anklicken des Magazins)

Jarrett berichtet in seinem Artikel von konkreten Erfahrungen in psychologischer Forschung, Therapie und Lehre in Second Life.

Article written by Björn

3D-Periodensystem und andere

In Second Life gibt es bei der American Chemical Society ein dreidimensionales Periodensystem, das offenbar als Freebie (kostenlos) erhältlich ist.

Auch im Internet gibt es beeindruckende und sehr informative Darstellungen des Periodensystems, wie diese interaktive Version und diese Seite der Universität Nottingham mit Videos zu jedem Element.

Und hier schließlich eine gesungene Version des Periodensystems:

[via Glaserei]

Article written by Björn

Webcam from Mars / Lichtverschmutzung

August 26, 2008 | Filed Under Internet, Links, Naturwissenschaft, Politik, Second Life, Technik, Verschiedenes, Wissenschaft | Comments Off

Eine besondere Webcam: vermutlich nicht so massentauglich, da keine Verkehrsunfälle, Spannersituationen oder dergleichen aufgenommen werden, sondern … “nur” der Mars, und zwar vom ESA-Mars-Orbiter Mars Express, der brav in einiger Entfernung an unserem Nachbarplaneten hängt. Hier geht es zur Mars-Webcam, für weitere Bilder klicken sie dort auf “Access gallery here”. [via Go for Launch]

Den Link habe ich vom Fischlog. Dort auch der Hinweis auf die Online-Petition gegen Lichtverschmutzung, die voraussichtlich im Oktober vor einen Ausschuss des Deutschen Bundestags zu Umweltfragen kommt. Da derzeit aber Stadtväter- und mütter, Architekten, Discotheken- und Kneipenbesitzer stolz den Nachthimmel mit langweiligen Laserstrahlen zuballern, sehe ich keine Stimmung dafür, uns den Blick auf die Sterne zu erhalten.
Die Übertragung des 8th European Symposium for the Protection of the Night Sky nach Second Life habe ich leider verpasst.

Article written by Björn

Aristoteles, E-Mails, Second Life und Freundschaft

July 27, 2007 | Filed Under Antike, Bloggen, Ethik, Moralphilosophie, Second Life, Sozialphilosophie, Technik | Comments Off

Tim Madigan glaubt, dass E-Mail ganz im Sinne von Aristoteles hilft, Freundschaften zu pflegen.
Ich behaupte meinen Freunden gegenüber, dass dies auch für SMS, Weblogs und ganz besonders sogar für Second Life gilt. Normalerweise glaubt mir aber niemand Letzteres, obwohl die meisten von ihnen ohne Telefon und SMS in der Freundschaft nicht auskommen.

Article written by Björn

IBM engagiert sich weiter in 3D-Welten wie Second Life

July 13, 2007 | Filed Under Internet, Second Life, Virtual Reality | Comments Off

IBM konzentriert sich auch weiterhein “auf die Anwendung virtueller Welten in der Wirtschaft und Gesellschaft”. Das Unternehmen setzt auf diese Form der Interaktion, die, verglichen mit dem zweidimensionalen Web, noch in den Anfängen steckt, und hofft auf offene Standards. “Angesichts der Zukunft dieser Industrie glaubt IBM nicht an eine bestimmte Plattform. Second Life war ein Katalysator.” [Interview mit Ian Hughes, IBM, auf Technology Review]

Der Schriftsteller Neil Stevenson hat übrigens Vorzüge des 2D-Web gegenüber dem 3D-Web herausgestellt, die es auch weiterhin unverzichtbar machen werden:

“In vielen Fällen ist 3-D nicht sinnvoll. Die meisten Inhalte des Internets basieren auf Dokumenten wie Texten, Fotos, Videos und Audio. Die sind extrem benutzerfreundlich, so wie sie sind. Die Frage ist: Was kann eine 3-D-Landschaft anbieten, das den hohen Aufwand rechtfertigen würde? Zwei Antworten sind: Eine naturalistische soziale Interaktion und die Möglichkeit, die Warenwelt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Andere Lösungen werden mit der Zeit sicher kommen. Aber Text, Fotos, Video und Audio werden daneben bleiben.”
[Interview mit Stevenson in der Netzeitung

Article written by Björn

Virtuelle Welten als Lernplattform

January 16, 2007 | Filed Under Second Life | Comments Off

Während die einen rummosern, Second Life sei überflüssig und für Leute, die im echten Leben gescheitert seien, werden die zahlreichen Interaktionsmöglichkeiten virtueller Welten in immer mehr Bereichen erkundet. Willy Hegel (Second Life-Name) befasst sich auf seinem Blog Simteach mit den Potenzialen virtueller Welten als Lernplattform. Auf englisch gibt es bereits simteach.com von Jermey Kemp zu diesem Thema. Eine deutschsprachige Beschäftigung damit ist natürlich für die Information bei uns wichtig. Welcome Willy!

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Ogoglio: Die Zukunft des 3D-Webs ist Open-Source

January 8, 2007 | Filed Under Second Life, Virtual Reality | Comments Off

Die Zukunft des 3D-Webs ist Open-Source und standardbasiert – diese Vermutung bestätigt das Interview, das Urizenus Sklar mit dem Entwickler der 3D-Plattform Ogoglio, Trevor Smith, geführt hat. Ogoglio soll mit Open-Source-Techniken eine 3D-Welt für Webbrowser und Applets ermöglichen. Neben zahlreichen interessanten technischen Details von Ogoglio und Second Life enthält das Interview Einschätzungen allgemeinerer Natur zur Entwicklung von Internet, virtuellen 3D-Welten, Identitätsmanagement und skalierbaren Services.

“We don’t need a better stand alone 3D client and server grid that barely talks to the web. We need the web to get better.”

Article written by Björn

Videos aus / über / in Second Life

November 19, 2006 | Filed Under Second Life | 3 Comments

Man stößt ja nun öfter auf Videos über Second Life – PR-Material von Firmen, “weiterbildende” Berichte oder Videos von Usern mit und ohne tieferen Sinn.

So kann man hier sehen, welches Gedränge am “Geburtsort” neuer Second-Life-Benutzer herrscht – offenbar von einem erfahreneren User aufgenommen, wie die Kameraführung verrät.
Niederländische Parlamentsabgeordnete verschiedener Parteien haben kürzlich aus Anlass der bevorstehenden Wahlen an einer Tour durch Second Life teilgenommen, was man sich hier ansehen kann.
Eine eindrucksvolle Präsentation eines realistischen Modells der Saturn-V-Rakete zeigt dieses Video (mit dem Hinweis auf die bemerkenswerte Tatsache, dass fast alle Avatare von Second-Life-Benutzern unrealistisch groß sind (2 Meter und mehr)).
Dieses Video schließlich zieht alle technischen Register – schließlich geht es um Videoproduktion IN Second Life.
Was mir insbesondere bei den ausgefeilteren Produktionen auffällt, ist, dass die Perfektion keinen Eindruck mehr davon vermittelt, wie sich für den Benutzer die tatsächliche Interaktion mit der Software von Second Life darstellt, mit all den Mausklicks, Kommandos, Ladeverzögerungen etc. Realistischer ist beispielsweise ein Video über eine Aktion einer Gruppe, die sich als Befreiuungsarmee bezeichnet und für Rechte von Avataren eintritt. Diese Gruppe hat kürzlich versucht, einen Laden einer Sportartikelfirma in SL vorrübergehend lahmzulegen – was auch immer man davon halten will. Ich bin kein Freund von Defektion, denn letzten Endes sind es immer die Spinner, die sich berufen fühlen, dieses Mittel fortwährend einzusetzen, um den Gang der Dinge zu beeinflussen. Jedenfalls kann man hier sehen, wie zwei Benutzer interagieren (offenbar nicht kooperativ), wobei die Bedienung des Interfaces mit Menüs, Objektverzeichnissen und Kommandos deutlich zu erkennen ist und einen guten Eindruck vom tatsächlichen Interaktionserlebnis vermittelt – auch in harmlosen und friedlichen Umgebungen.

Eine Übersicht über Videos, die im Netz (GoogleVideo, Youtube …) über Second Life zu finden, bietet SecondLifeVideo.com (derzeit 219 Stück).

Article written by Björn

Metaverse

November 8, 2006 | Filed Under Second Life, Virtual Reality | Comments Off

Nachdem mir gestern der kleine Lapsus mit der Konfusion von “Metaversum” und “Multiversum” passiert ist, will ich nicht aufgeben, und hier ein paar Links und Infos zum “Metaversum” sammeln (als work in progress – der Beitrag wird also peu a peu ein wenig wachsen). Während mir gestern dämmerte, dass man in diesem Zusammenhang häufiger von “Meta” als von “Multi” spricht, fand ich den Begriff Metaversum auch nicht viel sinnvoller. Schließlich sind Technik, Benutzer, Bedürfnisse und Verhaltensmuster doch recht irdischer Natur, oder jedenfalls von dieser Welt. Außerdem sollen in diesen virtuellen Welten keinesfalls rein theoretische Reflexionen über Theorien von Technik, Soziologie und Kommunikation oder was auch immer angestellt werden – wofür der Term “Meta” ja gebräuchlich ist.

Solche begriffshistorischen und etymologischen Überlegungen interessieren widerum auch kaum jemanden, so dass der Begriff unbekümmert davon Verbreitung finden wird. Aber man kann ja mal drüber sprechen.

Dass der Begriff “Metaverse” aus Neal Stephensons durchaus satirischen Science-Fiction-Roman Snow Crash (1992) stammt, erfährt man aus dem betreffenden Eintrag in der Wikipedia, von wo auch der Link zu der interessanten Mauz’s Active Worlds History stammt.

Es gibt – neben den kommerziellen, proprietären virtuellen 3D-Welten, auch ein Open-Source-Projekt, dass sich naheliegenderweise Open Source Metaverse Project (OSMP) nennt.

Die Acceleration Studies Foundation betreibt eine Webseite mit dem Namen Metaverse Roadmap.

Der Metaverse Messenger möchte “A Real Newspaper For A Virtual World” sein.

Nicht zu vergessen ist natürlich das 3pointD-Weblog, das sich auf 3D-Welten spezialisiert hat und natürlich auch ein Tag Metaverse führt.

MetaverseSessions ist eigentlich ein Ableger von SecondCast, dessen Absicht es ursprünglich war, “to cover the culture and events going on in the virtual world Second Life”

Article written by Björn

Das Multiversum, äh, Metaversum ist … oder nicht?

November 7, 2006 | Filed Under Second Life, Virtual Reality | 2 Comments

Ich kenne den Begriff Multiversum aus der Kosmologie, wo er für ein Viele-Welten-Konzept steht, also für die Existenz mehrerer Universen – nacheinander, zeitgleich, nebeneinander etc. In den kosmologischen und naturphilosophischen Debatten war schon oft nicht klar, was mit dem Begriff jeweils gemeint war. In der Populärwissenschaft und der Science-Fiction-Literatur wurde er dann immer mehr zu einem schillernden Schlagwort – wie geschaffen für hippe Theorien über technologische Entwicklungen. In der englischen Wikipedia gibt es deshalb wohl zwei getrennte Artikel für “Multiverse” und “Multiverse (science)“.
Weitere Verbreitung erhält “Multiversum” aktuell als Begriff für soziotechnische Interaktionsplattformen in virtuellen 3D-Realitäten (ich feile noch an einem griffigen Wortungetüm). Der Begriff begegnet einem auf fast allen Seiten, die sich mit dem Thema beschäftigen. Dazu ein paar Links, die von Interesse sein könnten: Multiverse.net [via M. Breuer], Metaverse Technologies, und die Kategorie Multiverse beim 3pointD-Blog.

Article written by Björn

Seriösität, Business und Prekariat

November 7, 2006 | Filed Under Second Life, Sozialphilosophie | Comments Off

Einige stichpunktartige soziologische Beobachtungen:

Obwohl (oder weil) Second Life eine durchaus unseriöse Umgebung darstellt – nach Maßstäben der Hausordnung von Firmen, Büros und Akademien – darf man mit weiterem Zustrom von Unternehmen aus der Fleischwelt in die virtuelle Gummizelle rechnen. Denn Geschäfte werden dort gemacht, wo sich das Volk tummelt. So lange man für die virtuelle Firmenlobby einen Sicherheitsdienst und für die Privatinsel eine Zugangssperre hat – wo ist das Problem mit Elfen, Pelztieren, Griefern, Erotikhype, Gamern, pöbelnden Teenies etc.

Die meistgestellte Frage von “frischgeborenen” 3D-Teilnehmern lautet: “Wo / Wie kann ich zu Geld kommen.” Die lakonische Antwort lautet: “Kauf dir welches.” (1000 virtuelle Linden-Dollar sind nach aktuellem Wechselkurs für ca. 3 bis 4 reale US-Dollar zu haben (zahlbar per PayPal oder Kreditkarte)). Die solidarische Antwort lautet: Es gibt Moneytrees, Camping-Chairs und Dance Pads – da kannst du alle 10 Minuten 3 oder 4 Dollar verdienen. Oder du arbeitest als Türsteher, Tänzerin, Hostess bzw. Escort (sprich: virtuelle Prostituierte), dann bekommst du ein paar Dollar mehr, als AAA-Escort ca. 1000 Lindendollar für eine halbe Stunde, also 4 reale Euro. Wow!
(Nachtrag: *Breaking News* – Die Preise für “Escort Services” sollen angeblich steigen, weil viele neue Clubs eröffnen wollen und die Landpreise gestiegen sind. Der Second Life Herald: “can things possibly get any fucking worse!!!“)

Das virtuelle Proletariat erschafft sich neu, Kandidaten stehen Schlange und betteln um einen Job an der Dancepole oder drängeln sich um freiwerdende Campingchairs. Die virtuelle Realität hat ein soziales Potenzial, dass ausreichend Stoff für einen Charles Dickens oder John Stuart Mill, einen Bertrand Russell oder George Orwell bietet.

Die Möglichkeit, sich virtuell neu zu erschaffen und Rollen einzunehmen, die einem in der Realität verwehrt werden, ist im Übrigen faszinierend: man könnte als mittelalter männlicher Durchschnittseuropäer eine virtuelle blutjunge Edelhure spielen, oder als vermögender Manager Gefallen daran finden, als El Cheapo mit kostenlosem Basisprofil sich am unteren Ende der Sozialskala in Second Life durchzuschlagen und Kontakte zu knüpfen, die in der Realität unerreichbar sind … Nur Reichtum bleibt in der virtuellen Realität ein knappes Gut, das mit Glück oder harter Arbeit erworben werden muss.

Article written by Björn

Virtuelle Interaktionssysteme: Offene Standards, Datenschutz, Sicherheit von Gütern

November 5, 2006 | Filed Under Internet, Second Life, Technik, Virtual Reality | 3 Comments

Stef Wade erwähnt im Second Life Herald die Diskussion in der deutschen Blogosphäre, ob Second Life als Anbieter einer virtuellen 3D-Plattform für soziale Interaktion zukunftsfähig ist. Robert Basic hatte beispielsweise die technischen Probleme des Second-Life-Clients aufgeführt und darauf hingewiesen, dass potentere Konkurrenten mit Know How aus dem Spielebereich (wie Sony oder EA) eine mächtigere Alternative auf den Markt bringen könnten. Markus Breuer hat dagegen eingewendet, dass das Geschäftsmodell von Spielepublishern sich prinzipiell nicht gut mit den Erfordernissen einer Social Software verträgt und Unternehmen wie Google oder Microsoft aufs Tapet gebracht. Ich glaube, dass Virtuelle Realität – als Konzept des zukünftigen Internet, strukturelle und infrastrukturelle Anforderungen stellt, die von einem einzelnen Anbieter (jedenfalls unterhalb der Größe von Google oder Microsoft) nicht bewältigt werden können. Und das Prinzip einer singulären (proprietären) Plattform ist ohnehin eine Sackgasse. Das jetztige Internet ist “offen” – die Abhängigkeit des zukünftigen 3D-Netzes von nur einem Anbieter, oder einen kleinen Zahl von Anbietern jeweils geschlossener Plattformen, wird keine Lösung sein und ist, selbst wenn sich de facto kein offener Zustand einstellt, aus naheliegenden Gründen auch nicht wünschenswert. Sollte es keine offene zugrundeliegende Infrastruktur geben, so müssen Schnittstellen zwischen den Plattformen geschaffen werden, die eine Interkation über Systemgrenzen hinweg ermöglichen. Sonst wird es nichts mit der virtuellen 3D-Realität als neuartigem Internet in einer Form, wie wir sie heute kennen. Ein Kriterium, an der man die Güte der “Offenheit” zukünftiger Systeme wird messen können, ist die Frage, ob sich Nischen etablieren können, und zwar quasi nach Belieben, beispielsweise “Open-Source-Systeme”, die, selbst wenn sie technologisch hinterherhinken sollten (keine Glitzereffekte, kein 3D-Sound oder was auch immer), über die Schnittstellen mit allen anderen Systemen Informationen und Güter austauschen können.

Eine Frage drängt sich bei dieser Form der sozialen Interaktion in der virtuellen Realität unmittelbar auf: wie sicher sind persönliche Daten und Güter? Die Datenspuren in der virtuellen Realität sind noch immenser, als wir sie in den bisher von uns verwendeten Kommunikations- und Interaktionssystemen hinterlassen. Schließlich ist es ja eine unserer Erwartungen, immer mehr unserer Tätigkeiten in einer solchen Form abwickeln zu können. Die dabei entstehenden Datenmengen – wo lagern sie, wer hat Zugriff darauf, wie kann man die Daten, die von den eigenen Aktionen stammen, kontrollieren? Und es geht nicht nur um Datenschutz. Da wirtschaftliche Transaktionen dann in einer virtuellen Ökonomie abgewickelt werden, und zwar mit virtuellen Zahlungsmitteln und virtuellen Gütern, die einen virtuellen Wert haben, der durch reale Werte erkauft wurde – wer schützt diese Werte? Wer schützt meinen Privatbesitz – vor Diebstahl und Missbrauch, oder auch vor dem Bankrott der Plattformbetreiber? Dem Eigentümer sind bislang die Hände gebunden. Sein Hab und Gut besteht nicht aus physischen Gegenständen, die er mit den eigenen Fäusten verteidigen oder zusammenraffen und wegschließen oder im Strumpf unters Kopfkissen legen könnte. Gesetze, Polizei, Justiz – alles das gibt es bislang nicht (oder nur in rudimentären, nicht ausreichenden Ansätzen). Hobbes Naturzustand stellte mehr Mittel zur Selbstverteidigung bereit als die virtuelle Ohnmacht, in die man sich in gegenwärtigen virtuellen Interaktionssystemen begibt. Allerdings haben die Betreiber auch Maßnahmen implementiert, die einen Krieg aller gegen alle von vorneherein unterbinden.

Heerscharen von Gremien, Kommissionen, nationalen und internationalen Räten werden sich noch mit diesen Fragen beschäftigen. Bislang sind die technischen Grundlagen noch nicht voll entwickelt. Aber Second Life gibt zum ersten Mal in ernstzunehmender Weise einen Ausblick auf die zukünftige technische Interaktion.

Article written by Björn
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