Simon Blackburn rezensiert Fred Inglis’ Biografie “History Man: The Life of R.G. Collingwood”. Collingwood war ein brillianter Philosoph und Historiker, so Blackburn. Neben seinen bekannten historischen und philosophiegeschichtlichen Arbeiten sind seine philosophy of mind und seine philosophy of art bemerkenswert modern. Allerdings findet Collingwood in der heutigen Philosophie meist nur in Fußnoten Beachtung, was möglicherweise auch, so vermutet Blackburn, an seiner ostentativen Unbescheidenheit liegt (wie er im Vergleich zu Wittgenstein verdeutlicht).
Enttäuschung über Derrida
David Mikics hat eine intellektuelle Biografie über Jacques Derrida geschrieben – “Who Was Jacques Derrida?” – die von David Kaufmann im Onlinemagazin Tablet rezensiert wird. In den 80er-Jahren war Mikics ein Anhänger Derridas – zu einer Zeit, als Derridas Dekonstruktivismus die amerikanischen Geisteswissenschaften dominierte: so vehement, wie Derridas Skeptizismus vertreten wurde, so heftig wurde er kritisiert. Mikics zeichnet die biografischen Stationen von Derridas subversiver Polemik nach, und zeigt die Widersprüche seiner Position. Derridas moralisch-praktische Indifferenz sind der wichtigste Grund für Mikics, die Philosophie des Stars der 80er aufzugeben.
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The Wittgenstein madhouse
Terry Eagleton, Drehbuchautor des Films “Wittgenstein”, schreibt im Guardian zu Alexander Waugh’s Buch “The House of Wittgenstein“. Ausführlich beschreibt er das “madhouse”, das die Familie Wittgenstein dargestellt haben soll. Eine Rezension des Buches ist es nur insofern, als Eagleton in nur zwei Sätzen darauf eingeht: “Alexander Waugh’s eminently readable, meticulously researched account of the Wittgenstein madhouse might have speculated a bit more on how this background helped to shape the most celebrated of all the Wittgensteins. It certainly casts some light on Ludwig’s extraordinary contradictions.”
Es ist soweit – Kritikon hat die ersten Rezensionen online
Das vor einiger Zeit angekündigte (hier bemerkt) Online-Projekt “Kritikon” zur Rezension philosophischer Literatur hat den “1. Band” für November 2008 ins Netz gestellt. Er enthält zehn Rezensionen zu Texten aus unterschiedlichen Bereichen der Philosophie – Sprachphilosophie, Dialektik, Analytische Philosophie, Postmoderne, Religionsphilosophie und andere.
Joachim Eberhardt von der Philobar ist auch daran beteiligt und weiß ein bisschen mehr. [via]

