Archive for category Religion

Weitere religionsphilosophische Förderprojekte der Templeton Foundation

Die Templeton Foundation, die wissenschaftliche Projekte mit großzügigen Zuwendungen fördert, tut dies in bestimmten Fachgebieten. Eines davon ist “Philosophy and Theology“, in dem religionsphilosophische Studien zum Teil mit Millionenbeträgen unterstützt werden – siehe z.B. diese Meldung oder auch andere.

Nun hat John Hawthorne für sein Projekt “New Insights and Directions for Religious Epistemology” eine Förderzusage von 1,3 Millionen Pfund erhalten. [via]

Ein derzeit noch laufendes Projekt (87.000 Pfund, bis 2013) ist das von Dieter Schönecker (Siegen) unter dem Titel “Alvin Plantinga’s ‘Warranted Christian Belief’ in Germany“, dessen Ziel es ist, die Religionsphilosophie in Deutschland wieder zu stärken und Plantingas Buch ins Deutsche zu übersetzen.

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John Coopers Locke-Lectures über Philosophie als Lebensweise

Neben der anspruchsvollen akademischen Philosophie, die sich damit beschäftigt, was anspruchsvolle akademische Philosophie ist und welche Denkschulen nicht als richtige Philosophie akzeptiert werden können, hat es immer – prominent besonders in der antiken griechischen und römischen Philosophie – eine zweite, zusätzliche Auffassung von Philosophie als Lebensweise oder als Methode für einen gelingendes Leben gegeben. Diese Auffassung ist für Autoren wie Platon, Epikur, Chrysippos, Cicero oder Seneca integraler Bestandteil der Philosophie.

John M. Cooper (Harvard) hat 2011 die John Locke Lectures in Oxford gehalten – unter dem Titel “Ancient Greek Philosophies as a Way of Life“. Er spricht darüber, dass für antike griechische Philosophen die philosophisch gebildetete Vernunft, und nicht etwa Religion oder Tradition, die einzige Autorität in der Frage des richtigen Lebens und des richtigen Handelns ist. Diese pagane Konzeption verfolgt Cooper von Sokrates, Platon und Aristoteles, über die Stoiker, Epikur, die Pyrrhonische Skepsis bis zu Plotin und den spätantiken Platonismus.

Es hat den Anschein, dass diese Locke-Lectures die Grundlage für Coopers neues Buch “Pursuits of Wisdom: Six Ways of Life in Ancient Philosophy from Socrates to Plotinus” sind, das im April bei Princeton University Press erscheinen wird.

John Cooper ist Herausgeber einer vielbeachteten neueren Platongesamtausgabe (siehe dazu diesen informierten Kommentar eines Amazon-Users) und Übersetzer einiger Schriften Senecas. Einige seiner Aufsätze zur antiken Philosophie sind 1986 in “Reason and Human Good in Aristotle” und 1998 in “Reason and Emotion: Essays on Ancient Moral Psychology and Ethical Theory” erschienen.

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Michael Ruse kritisiert Alvin Plantingas neues Buch

Michael Ruse äußert sich im Chronicle of Higher Education zu Alvin Plantingas neuem Buch über Religion und Theismus. Plantinga, der in früheren Auseinandersetzungen mit Ruse behauptet hatte, kein Befürworter des Intelligent Design zu sein, akzeptiert diese Auffassung nun doch in seinem Buch, so Ruse. Außerdem kritisert Ruse, dass Plantinga und andere Vertreter religiöser Auffassungen immer wieder die Thesen ihrer Gegner verzerren, auf Einwände keine Antwort liefern und Abweichler drangsalieren: “because of their unsophisticated versions of these beliefs, they simply are not prepared to engage in mature, responsible scholarship. And they bully those who are.

Plantingas Buch erhält viel Aufmerksamkeit, wie jüngst erst in der New York Times.

Vor zwei Jahren hatte Plantinga mit Daniel Dennett in Chicago diskutiert – ein offenkundig einseitig-parteilicher Bericht hatte in den Philosophieblogs die Runde gemacht. Darin heißt es, Dennett sei nicht auf die Argumente Plantingas eingegangen und habe eher eine spöttische Haltung an den Tag gelegt. Kommentare zu diesem Bericht (hier und hier) legen aber nahe, dass es Plantinga war, der Dennetts Einwand nicht zur Kenntnis nahm.

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Agnostizismus und Atheismus, Russell und Grayling

Benjamin S Nelson schreibt bei Talking Philosophy über den Unterschied von Agnostizismus und Atheismus, und ob es den überhaupt gibt. Russell hat hier differenziert, während A.C. Grayling sagt, man könne keinen Unterschied zwischen beiden Positionen machen. Der Artikel untersucht und kritisiert Graylings Position.

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Charles Taylor, Religion und die New Left der 50er-Jahre

In diesem Interview erzählt Charles Taylor unter anderem von der Zeit in den 50er Jahren, als er und andere (unter anderem Alasdair MacIntyre) bei der New Left Review arbeiteten. Taylor und MacIntyre verstanden sich schon damals als religiös-christliche Sozialisten. Taylor sagt auch einige aufschlussreiche Dinge zur Frage der Moralität von Religion und Atheismus. Mit Blick auf Dawkins und Hitchens räumt er ein, dass Atheisten moralisch sein können. Die weiteren Ausführungen zu dieser Frage entsprechen weitgehend seinen veröffentlichten Thesen.

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Reinhard Brandt berichtet vom abgesagten Weltkongress für Philosophie

In der FAZ berichtet Reinhard Brandt von seiner Teilnahme am Philosophiekongress in Teheran, der zunächst von der UNESCO als Weltkongress für Philosophie angekündigt und dann schließlich nach Protesten von Exiliranern und Intellektuellen als solcher wieder abgesagt wurde.
Brandt reflektiert die Problematik von offener philosophischer Kritik und Bevormundung durch staatliche Ideologie. Er skizziert das Spektrum der Vorträge (“immer wieder der allseits beliebte Heidegger“, “Die fast 300 Fachvorträge an drei Tagen hatten das gute und schlechte Niveau der Vorträge wohl aller Megadebatten“) und der Teilnehmer, schließt den Bericht mit einer ironischen Anekdote über seine “geistige Unterlegenheit” einem Mullah gegenüber, und widmet ihn den zur Steinigung verurteilten Frauen.

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Martha Nussbaum hält Ratzingers Äußerung zum Relativismus für falsch

Anlässlich des Erscheinens der italienischen Übersetzung von Martha Nussbaums Buch “Upheavals of thought” (Affiliate-Link) führte Vera Fisogni ein Interview mit der Philosophin Martha Nussbaum (hier abrufbar).
Darin wird auch Ratzingers Kritik des “westlichen Rationalismus” als angebliche Ursache des Relativismus angesprochen. Nussbaum erwidert, dass sie Ratzingers Diagnose für falsch hält.

Fisogni: “The origin of ethical relativism, according to the Pope Ratzinger, belongs to the development of modern Western thought. …”

Nussbaum: “I don’t think he is correct about relativism; it has many origins in many different ethical traditions. And I don’t think that the Western philosophical tradition has typically separated rationality from emotion. … it would be wrong to call Hume a relativist, and just as wrong to call William James a relativist. So I don’t see any interesting connection between these two issues.”

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Habermas als Schattenpapst?

Jonathan Rée fragt im New Humanist (“Shadow pope“), was der Papst und Jürgen Habermas gemein haben. Er zeichnet Habermas’ intellektuelle Entwicklung nach von der Konsenstheorie über das postmetaphysische zum postsäkularen Denken, das Habermas zuletzt ausgerufen hat. Die Betonung des Konsens verkenne, dass – gerade in religiösen Weltanschauungsfragen – die Differenz den Befürwortern dezidierter Ansichten besonders wichtig ist.

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Biografisches Detail über Alfred Jules Ayer

Peter Foges berichtet über ein biografisches Detail aus Alfred Jules Ayers letzten Lebensjahren. Ayer, dedizierter und stolzer Atheist, hatte 1988 aufgrund Sauerstoffmangels einen intensivmedizinischen Vorfall, den er beinahe nicht überlebt hatte. Foges berichtet, dass Ayer danach Vergnügen an metaphysischen Gesprächen mit einem Jesuiten fand, allerdings darauf bestand, dass sich an seiner atheistischen Überzeugung nichts geändert hat.

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Porträt von AC Grayling

Bei der australischen The Age gibt es ein sehr lesenswertes, kurzes Porträt von AC Grayling. Es enthält einige biografische Informationen, erwähnt einige seiner Bücher und zitiert seine pointierten Meinungen zu Politik, Religion und Internet.

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Linksammlung 2009-01-27

Ein Video eines im November 2009 in Moskau gehaltenen Vortrages von Jürgen Habermas mit dem Titel “Religion, Law and Politics – On Political Justice in a Multicultural World Society” ist hier zu sehen. (Das Weblog Political Theory verlinkte es unter dem Titel “The Internal Relationship Between Human Dignity and Human Rights”. Von dort auch der Link zu einem Video einer Diskussion von Habermas mit russischen Kollegen).

Die Beiträge zur jüngsten Ausgabe der Hume Studies, Volume 34, Number 1, April 2008 sind als HTML- und als PDF-Version kostenlos erhältlich. Darin u.a.:
- Politeness, Paris and the Treatise
- Reason in Hume’s Passions
- A Conversation between Annette Baier and Anik Waldow about Hume’s Account of Sympathy
- The Miseries of Life: Hume and the Problem of Evil

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Hans Albert über Fundamentalismus

Die Dankesrede, die Hans Albert zur Annahme der Ehrendoktorwürde der Universität Klagenfurt im Jahr 2007 gehalten hat, ist als PDF-Datei auf der Webseite der Uni downloadbar. Offenbar handelt es sich um das Originalmanuskript, das eine Handvoll kleinerer handschriftlicher Änderungen enthält.
Soweit ich sehe, enthält die Rede nichts Neues gegenüber den bisherigen Veröffentlichungen Alberts. Er beschreibt die religiösen Wurzeln bekannter Fundamentalismen, und deren Funktion zur Steuerung und Stabilisierung von Erkenntnissen und Autoritäten. Kritikimmunität und privilegierter Erkenntniszugang sind wesentliche Kennzeichen des Fundamentalismus. Dies steht dem Kritizismus der Aufklärung entgegen. Man kann daher nicht fordern, wie Jürgen Habermas es tut, dem religiösen Denken eine Sonderstellung einzuräumen.

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