Category: Politik

Ekel und Menschlichkeit in der Politik – ein Interview mit Martha Nussbaum

Bei The Nation ist ein Interview mit Martha Nussbaum über ihr neues Buch “From Disgust to Humanity: Sexual Orientation and Constitutional Law” erschienen. Darin geht es darum, dass Aversionen gegen Fremdartiges nicht als moralische Rechtfertigung politischer Regelungen taugen.

I don’t think any emotion should be trusted on its own without being constantly in dialogue with moral principles. At every point, whether it’s anger or fear or any emotion–even compassion, which can, of course, lead you to favor your family against other people–you should always be asking, Is this consistent with the idea of a society of people who are free and equal?“.

Vor diesem Hintergrund seien Argumente gegen homosexuelle Ehen nicht haltbar, weil inkonsistent. “We don’t think that heterosexuals who are flaky, silly or awful, Britney Spears marrying on a whim and then divorcing almost immediately, we don’t think that that taints the institution of heterosexual marriage.“.

Nussbaum plädiert für eine Politik der Menschlichkeit, die auf der Fähigkeit beruht, andere Personen als uns ähnlich wahrzunehmen und sie zu respektieren. Unterschiedliche sexuelle Orientierungen rechtfertigen keine unterschiedliche Behandlung vor dem Gesetz. John Stuart Mill hat besonders sorgfältig die Frage gesellschaftlicher Regulierung privaten Verhaltens untersucht – daran möchte Nussbaum anknüpfen und hofft, dass seine Einsichten sich in diesen Fragen weiter verbreiten.

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Heiner Geißlers Achtzigster – das deutsche Symptom

March 3, 2010 | Filed Under Politik, Verschiedenes | 1 Comment

Warum sollte man sich anlässlich seines achtzigsten Geburtstages ausgiebig mit Heiner Geißler beschäftigen? Er hat vor dreißig Jahren krauses Zeug geredet, und redet heute krauses Zeug – mit umgedrehten Vorzeichen. Und die politischen Kommentare waren vor dreißig Jahren so stereotyp kontra und uninformativ wie sie heute wohlwollend intellektualisierend und uninformativ sind.
Das Phänomen Geißler und seine Kritiker zeigt nur, dass, zumal da, wo große Öffentlichkeit und Radau herrscht, es scheißegal ist, was einer denkt und sagt, keine zwei Dekaden später behauptet er das Gegenteil und alles wird in den Feuilletons und Kommentaren durchventiliert – ebenfalls egal, was und wie gestern kritisiert wurde, und wie es sich mit der Sache in der Realität verhält.
Woran man sieht, dass man sich hier in Gefilden der Populärkultur befindet, bei den Maßstäben von Bohlen und Madonna – im politischen Diskurs realisiert.

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Der Dekadenzvorwurf in der politischen Debatte

February 18, 2010 | Filed Under Geschichte, Links, Politik, Verschiedenes | Leave a Comment

Drüben im Theorieblog hat Eva Hausteiner einen informativen Beitrag zum Begriff “Dekadenz” in politischen Debatten geschrieben – und zwar nicht allein bezogen auf die derzeit aktuelle Polemik über die Gestaltung des Sozialstaates in Deutschland.

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Diverse Links

November 3, 2009 | Filed Under Buecher, Leute, Links, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte, Politik, Rechte, Sozialphilosophie | Comments Off

Adorno beim Fasching

Ein Kommentar zur “Sloterdjik-Honneth-Debatte”. Die relevanten Links dazu findet man bei den Philosophischen Schnipseln.

Carlin Romano über Heideggers Nazismus

Zu Nigel Warburtons Buch Free Speech gibt es eine begleitende Webseite

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Peter Singer über die Gesundheitsreform in den USA

August 24, 2009 | Filed Under Ethik, Medizinethik, Moralphilosophie, Politik, Ökonomie | 3 Comments

Peter Singer hat CNN ein Interview zur Gesundheitsreform in den USA gegeben. Er trägt einige sachliche Gründe vor, die die aufgeregten Gegner der Reform beruhigen könnten, wenn sie Argumenten zugänglich wären. Besonders interessant finde ich einen Punkt, der genauso für Deutschland gilt, wie ich leidvoll selbst erfahren musste – die absurden, national unterschiedlichen Preise für manche Medikamente, die in anderen Ländern erheblich günstiger verkauft werden: “another area of saving is in the costs of pharmaceuticals. We can see the same drug that we’re buying in the United States is on sale for much less money in Britain because the British National Health Service says we will not provide that at that price.” Hier wird durch staatliche Regulierung das öffentliche Gesundheitssystem durch private Interessen gemolken, und das schlägt bei den Kosten ganz erheblich zu Buche, so dass die Versicherten Kürzungen in anderen Bereichen hinnehmen müssen. [via]

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Milton Friedman über Gier und Kapitalismus

July 31, 2009 | Filed Under Geschichte, Liberalismus, Politik, Politische Philosophie, Sozialphilosophie, Ökonomie | Comments Off


[via]

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Außenminister Steinmeier (SPD) sendet Habermas Glückwunschschreiben

Außenminister Steinmeier hat Jürgen Habermas zu dessen 80. Geburtstag ein offizielles Glückwunschschreiben übersandt, das auf der Webseite des Auswärtigen Amtes nachzulesen ist.
Steinmeier schreibt, Habermas stehe als kritischer Aufklärer “in einer der besten Traditionen unseres Landes“. Ohne Habermas “wäre das Nachdenken über und das politische Handeln für ein soziales und demokratisches Europa nicht möglich“. “Ihre Anregungen und Hinweise haben mein politisches Denken und Handeln nachhaltig beeinflusst. Für ein soziales Europa, gegen Marktradikalismus und Neoliberalismus und für eine weltweite Verantwortungsgemeinschaft.” Habermas sei die europäische Stimme der Vernunft, die die “Neubegründung der großen europäischen Werte” gestärkt habe.

Der ehemalige Kulturstaatsminister unter Gerhard Schröder, Julian Nida-Rümelin, würdigt Jürgen Habermas im Tagesspiegel. Dabei blickt er zurück auf Gespräche mit Habermas beim Kulturforum der Sozialdemokratie in den Jahren 1998 und 2008.

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Russells Reith-Lecture online hören

Bei der BBC gibt es jährlich die Reith Lectures, deren Ziel so beschrieben wird: “Series of annual radio lectures on significant contemporary issues, delivered by leading figures from the relevant fields.
Die Lectures der vergangenen zehn Jahre werden regelmäßig auf der Webseite der BBC als Audiodatei zur Verfügung gestellt. Aber auch einige ältere sind dort abrufbar, darunter die erste aus dem Jahr 1948, von Bertrand Russell mit dem Titel “Authority and the Individual” (Format: Real Audio). [via]

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Isaiah Berlins 100. Geburtstag

Nick Fraser schreibt im Independent einen ausführlichen Artikel über Isaiah Berlin anlässlich dessen 100. Geburtstages. Berlin ist für seine Charakterisierung der Freiheit berühmt und bei manchen auch bekannt für seine kulturphilosophischen Studien. Fraser rühmt ihn für seine klare Analyse der politischen Verhältnisse und der potenziellen Konflikte und theoretischen Alternativen.

What he says about liberty seems to speak profoundly to our own apathetic moment. Berlin says, again and again, that freedom isn’t a bonus or an accessory, to be taken up or jettisoned at will. “Everything is what it is,” he concludes. “Liberty is liberty, not equality or justice or culture, or human happiness or a quiet life.”

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Amartya Sen über die ökonomische Krise und eine Rückbesinnung auf Adam Smith und Arthur Pigou

March 24, 2009 | Filed Under Liberalismus, Politik, Politische Philosophie, Psychologie, Ökonomie | Comments Off

Amartya Sen hat in der New York Review of Books einen erfreulich klaren, analytischen Artikel über die Bewertung der aktuellen ökonomischen Krise und die erforderlichen intellektuellen Konsequenzen geschrieben: Capitalism Beyond the Crisis.

It is hard to ignore the fact that today, in addition to the Keynesian effects of mutually reinforced decline, we are strongly in the presence of “errors of…undue pessimism.” …
Despite huge injections of fresh liquidity into the American and European economies, largely from the government, the banks and financial institutions have until now remained unwilling to unfreeze the credit market. …
One of the problems that the Obama administration has to deal with is that the real crisis, arising from financial mismanagement and other transgressions, has become many times magnified by a psychological collapse. …
The present economic crises do not, I would argue, call for a “new capitalism,” but they do demand a new understanding of older ideas, such as those of Smith and, nearer our time, of Pigou, many of which have been sadly neglected.

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Roger Scruton über die Notwendigkeit des Humanismus

March 24, 2009 | Filed Under Erziehung, Geschichte, Leute, Liberalismus, Philosophiegeschichte, Politik, Religion | Comments Off

Im American Spectator schreibt Roger Scruton eine Art nostalgische Verteidigung des Humanismus – The New Humanism: “I recognize that it was not only noble in itself, but was also a serious attempt to retain the belief in nobility without the theological vision on which that belief had once depended. It was, in effect, a proof of the ideal that it proposed: an example of how human beings can provide themselves with values, and then live up to them.

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Von Havel zu Habermas

December 1, 2008 | Filed Under Geschichte, Politik, Politische Philosophie | 1 Comment

Paul Linden-Retek untersucht Havels und Habermas’ Analyse der gegenwärtigen Politik nach 1989. Habermas verpasse mit seiner Kritik die aktuellen Möglichkeiten politischen Engagements – schreibt der Economist. “What, for example, does e-democracy (for example, wiki-style public input to lawmaking) mean for Mr Habermas’s deliberative model? Those planning next year’s anniversary festivities in Prague could do worse than to invite Messrs Havel and Habermas to a public discussion.

Article written by Björn
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