Archive for category Philosophiegeschichte
Henry E. Allisons Kommentar zu Kants “Grundlegung”
Posted by Björn in Buecher, Ethik, Moralphilosophie, Philosophiegeschichte, Quellen, rezensionen on 2012/04/07
In der “Notre Dame Philosophical Review” rezensiert Dieter Schönecker den Kommentar des amerikanischen Kantexperten Henry E. Allison zu Kants “Grundlegung zur Metaphysik der Sitten”: “Kant’s Groundwork for the Metaphysics of Morals: A Commentary” (Oxford University Press).
Schönecker hat selbst, zusammen mit Allen Wood, einen “einführenden Kommentar” in deutscher Sprache zu Kants “Grundlegung zur Metaphysik der Sitten” verfasst, der innerhalb weniger Jahre bereits in der vierten Auflage erscheint, sowie die jüngste Ausgabe der “Grundlegung” im Meiner-Verlag besorgt.
Henry E. Allison hat 2005 den Kant-Preis erhalten.
Zu dessen neuem Kommentar meint Schönecker nun, dass Vieles, was Allison zu Kants “Grundlegung” sage, zweifelhaft sei, während es gleichzeitig der beste Kommentar sei, der jemals dazu geschrieben wurde. Er geht detailliert auf einige Details ein und schließt: “Allison’s commentary is a masterpiece.”
.
. .
Lütkehaus über Geiers Buch “Aufklärung”
Posted by Björn in Geschichte, Philosophiegeschichte, Politische Philosophie, Religion on 2012/04/04
Ludger Lütkehaus, unter anderem bekannt durch sein Buch “Nichts” und als Herausgeber der Schopenhauer-Ausgabe im Haffmanns-Verlag, rezensiert in der Neuen Zürcher Zeitung Manfred Geiers Buch “Aufklärung. Das europäische Projekt“.
Vor einigen Jahren schon hatte Geier “Kants Welt” geschrieben, das ich gut, aber ambivalent finde. Von der Kritik hochgelobt, enthält es zu den wichtigsten Aspekten des Kantschen Denkens hervorragende Beschreibungen, die manchmal ein wenig ins Mäandern geraten.
.
. .
Die professionelle Unfähigkeit zu schreiben
Posted by Björn in Akademisches, Analytische Philosophie, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte, Psychologie, Rationalität, Wissenschaft on 2012/03/24
John Gray rezensiert in der Literary Review ein Buch von Mikkel Borch-Jacobsen und Sonu Shamdasani über Sigmund Freud und die frühen Jahre der Psychoanalyse: “The Freud Files: An Inquiry into the History of Psychoanalysis“. Er geht auf bekannte Streitpunkte der “Freud Wars” ein, gibt seine eigene Einschätzung dazu ab und ergänzt ein paar interessante Details. So soll Karl Popper seine Kritik, dass Freuds Psychoanalyse unfalsifizierbar und deshalb nicht wissenschaftlich sei, nicht erst in der “Offenen Gesellschaft” und in “Conjectures and Refutations”, sondern bereits um 1919 formuliert haben.
Aber ein anderer Aspekt der Rezension von John Gray beschäftigt mich hier: Freud sei ein deutlicher und direkter Autor gewesen, wohingegen das besprochene Buch von Borch-Jacobsen und Shamdasani oft unverständlich sei (als Gegenbeispiel lobt er Janet Malcolms “Psychoanalysis: The Impossible Profession” und “In the Freud Archives“). Gray bezeichnet dies als “the professional inability to write, which has become a requirement of academic life” – also die professionelle Unfähigkeit zu schreiben, die eine Anforderung des akademischen Lebens geworden sei.
Schaut man sich die im akademischen Betrieb jeweils vorherrschende Scholastik an – Analytische Philosophie, Postmoderne, “Kontinentale” Philosophie oder welche Geschmacksrichtung auch immer – so fällt die fehlende Bereitschaft, und möglicherweise ja auch Unfähigkeit, auf, den einen oder anderen allgemein verständlichen Text zustande zu bringen. Nun kann man über die Kriterien für Verständlichkeit geteilter Meinung sein. Ich würde hier zwei Anforderungen in Anschlag bringen: Nachvollziehbarkeit der Position für Interessenten mit anderen Hobbies, sowie einen Informationsgehalt, der über die 5 oder 6 Jahre, nach denen eine heiße Spezialistenthese wieder für alle Zeiten vergessen wird, erhalten bleibt.
Ich will damit nicht sagen, dass dies Standards für akademische Forschung sind. Es sind ausreichend Megabytes vorhanden, um kurioses Vokabular, interessante Formeln und kreative Schlussfolgerungen zu veröffentlichen. Verständlichkeit, Klarheit, Nachvollziehbarkeit sind vielleicht keine Kriterien, oder keine wichtigen, für wissenschaftliche Forschung. Aber zur Darstellung für ein interessiertes Publikum, dass über die drei Dutzend Fachkollegen hinausgeht, sind sie es. Die Fähigkeit, diese Kriterien anzuwenden, wird nur selten unter Beweis gestellt. Vielleicht ja auch, weil es mit dem Kult von Superhelden nicht vereinbar wäre.
Gibt es eine säkulare und eine religiöse Vernunft?
Posted by Björn in Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte, Rationalität, Religion on 2012/03/02
Jürgen Habermas’ Begriff einer “postsäkularen Gesellschaft” findet bei Theologen bekanntlich große Resonanz. Zuletzt hat nun Kardinal Karl Lehmann in seiner Predigt vor der Deutschen Bischofskonferenz über “Das Geheimnis des Glaubens in der Auslegung der Theologie” darauf Bezug genommen (hier auch als PDF erhältlich).
Nach seiner Auffassung hat Vernunft zwei Aspekte, die er anhand des Begriffs “Vernehmen” veranschaulicht.
1. In der Neuzeit wird Vernunft so verstanden, dass “[a]lles, was einen geistigen und moralischen Anspruch erhebt, [...] vor den Gerichtshof der menschlichen Vernunft gebracht [wird], um dort auf Herz und Nieren überprüft zu werden“. Diese Vernunft sei mit einer ständigen Skepsis verbunden und erscheine als “das Maß aller Dinge schlechthin“. Ein Konfilkt zwischen diesem Vernunftbegriff und der Theologie sei unvermeidbar.
2. Der andere Aspekt der Vernunft habe mehr mit dem Vernehmen als Hören zu tun. Dies sei nicht nur passivisch, sondern “aktiv offen“. “Aber dieses Vernehmen ist stärker ein Empfangen.” Diese Vernunft sei bescheidener.
Lehmann stimmt Habermas zu, dass die säkulare Gesellschaft “von wichtigen Ressourcen der Sinnstiftung abgeschnitten” sei. Dazu zitiert er Habermas: “Die verlorene Hoffnung auf Resurrektion hinterlässt eine spürbare Leere.”
A propos “Sinn in einer säkularen Gesellschaft“: Ich hatte die geneigten Leserinnen hier gefragt, welche konkreten Beispiele für “naturalistischen Enthusiasmus”, den man auch säkularen Enthusiasmus nennen könnte, es gibt.
Bentham-Workshop in Darmstadt
Posted by Björn in Liberalismus, Philosophiegeschichte, Politische Philosophie, Termine on 2012/02/09
Wie das Theorieblog berichtet, wird es am 23. und 24. März in Darmstadt einen Workshop “Beyond the New Bentham” geben. Gäste sind u.a. Philip Schofield, Paul Kelly und Michael Quinn. Mehr dazu im Theorieblog.
Ein Buch, das alle (Psychologen) lesen sollten
Posted by Björn in Buecher, Philosophie des Geistes, Philosophiegeschichte, Psychologie, Quellen on 2012/01/24
Ein Buch, das alle lesen sollten? Auf eine solche Frage wird man 4 Antworten bei 3 Befragten erwarten. Das scheint auch auf diese Linkliste für Psychologen zuzutreffen, mit Ausnahme einer Empfehlung – der einzigen nämlich, die mehrfach genannt wurde: William James‘ “Principles of Psychology” aus dem Jahr 1890.
Dieses Buch ist ein Klassiker und ein Meisterwerk der Wissenschaftsprosa. Er setzt sich darin unter anderem mit Positionen von David Hume, Immanuel Kant, John Stuart Mill, Wilhelm Wundt und Ernst Mach auseinander. James nimmt sowohl zum Materialismus als auch zum Dualismus eine differenzierte, pragmatische Haltung ein.
Digitalisierte Ausgaben der “Principles of Psychology” sind hier zu finden – leider nur auf englisch. Eine deutsche Übersetzung gibt es aktuell nicht.
John Coopers Locke-Lectures über Philosophie als Lebensweise
Posted by Björn in Antike, Ethik, Geschichte, Glück, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte, Rationalität, Religion on 2012/01/21
Neben der anspruchsvollen akademischen Philosophie, die sich damit beschäftigt, was anspruchsvolle akademische Philosophie ist und welche Denkschulen nicht als richtige Philosophie akzeptiert werden können, hat es immer – prominent besonders in der antiken griechischen und römischen Philosophie – eine zweite, zusätzliche Auffassung von Philosophie als Lebensweise oder als Methode für einen gelingendes Leben gegeben. Diese Auffassung ist für Autoren wie Platon, Epikur, Chrysippos, Cicero oder Seneca integraler Bestandteil der Philosophie.
John M. Cooper (Harvard) hat 2011 die John Locke Lectures in Oxford gehalten – unter dem Titel “Ancient Greek Philosophies as a Way of Life“. Er spricht darüber, dass für antike griechische Philosophen die philosophisch gebildetete Vernunft, und nicht etwa Religion oder Tradition, die einzige Autorität in der Frage des richtigen Lebens und des richtigen Handelns ist. Diese pagane Konzeption verfolgt Cooper von Sokrates, Platon und Aristoteles, über die Stoiker, Epikur, die Pyrrhonische Skepsis bis zu Plotin und den spätantiken Platonismus.
Es hat den Anschein, dass diese Locke-Lectures die Grundlage für Coopers neues Buch “Pursuits of Wisdom: Six Ways of Life in Ancient Philosophy from Socrates to Plotinus” sind, das im April bei Princeton University Press erscheinen wird.
John Cooper ist Herausgeber einer vielbeachteten neueren Platongesamtausgabe (siehe dazu diesen informierten Kommentar eines Amazon-Users) und Übersetzer einiger Schriften Senecas. Einige seiner Aufsätze zur antiken Philosophie sind 1986 in “Reason and Human Good in Aristotle” und 1998 in “Reason and Emotion: Essays on Ancient Moral Psychology and Ethical Theory” erschienen.
.
. .
Newtons Apfel, Hawking und die Philosophie
Posted by Björn in Antike, Naturwissenschaft, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte, Wissenschaft on 2012/01/20
In einem ausführlichen Interview bei The Atlantic beschreibt Tim Maudlin, der zusammen mit Kollegen von Columbia, Yale und NYU das “neue Feld” (siehe dazu hier) der Philosophie der Kosmologie ins Leben gerufen hat, unter anderem worin die besondere Bedeutung von Newton liegt – was exemplarisch ja gern anhand des “Apfel-Ereignisses” veranschaulicht wird. Es sei nicht die Entdeckung der Tatsache, dass auf der Erde Schwerkraft herrsche – das habe natürlich jeder gewusst. “Es ist nicht so, dass er die Schwerkraft tatsächlich entdeckt hat.” Aber seit der Antike habe man in der Astronomie Himmelsobjekte anders behandelt als Objekte auf der Erde. “Dies waren total verschiedene Bereiche … Newton erkannte, dass es eine Kraft geben muss, die den Mond im Orbit um die Erde hält, die ihn hindert, davon zu wandern, und er wusste auch, dass es eine Kraft gibt, die den Apfel runter auf die Erde zieht. Was ihm also plötzlich aufging war, dass dies ein und dieselbe Sache sein könnte, dieselbe Kraft.” Dies sei eine enorm wichtige Entdeckung gewesen, sowohl physikalisch als auch philosophisch, denn zwei bislang getrennte Bereiche wurden nun in ein einheitliches Bild eingefügt.
Zu Hawkings Behauptung, dass die Philosophie tot ist (siehe dazu hier und hier), stellt Maudlin fest, dass Hawking brilliant sei, aber kein Experte für Philosophie. Philosophie der Physik sei seit 30 Jahren nahtlos in die Arbeit an Grundlagenfragen in der Physik integriert. “Tatsächlich ist die Situation das genaue Gegenteil von dem, was er beschreibt. Ich denke, er weiß einfach nicht, wovon er da redet.”
Auch zur Feinabstimmung des Universums äußert sich Maudlin. “Keiner der Physiker, mit denen ich rede, möchte sich auf die Feinabstimmungsargumente stützen, um für eine Kosmologie zu argumentieren, die viele Welten hat.” Wenn man das theoretische Ziel der Physik anstrebt, tendiere das Feinabstimmungsproblem dazu, zu verschwinden.
.
. .
Naturalistischer Enthusiasmus
Posted by Björn in Glück, Humanismus, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte, Quellen on 2012/01/16
Der Titel “Naturalistischer Enthusiasmus” ist erklärungsbedürftig, und möglicherweise auch falsch gewählt. Der “Enthusiasmus” im hier gemeinten Sinn ist vielleicht von Shaftesbury her geläufig. Insofern ist nicht etwa ein Enthusiasmus (oder gar Fanatismus) für den Naturalismus gemeint, sondern vielmehr eine grundsätzliche Einstellung zum Leben, zur Natur und den menschlichen Bestrebungen. (Über den Unterschied des philosphischen Naturalismus zu Stilbezeichnungen in der Kunst mit dem gleichen Namen siehe die Kommentare.)
Manchmal hilft der Verweis auf – beliebte oder unbeliebte – Autoritäten, eine Sache verständlich zu machen. Richard Dawkins schreibt in seinem “Blinden Uhrmacher”, dass er, wenn es um die Ehrfurcht vor Lebendigem geht, hinter niemandem zurückstehe. Er werde zwar die theistische Erklärungshypothese, wie sie beispielsweise William Paley formuliert hat, mit Hilfe einer besseren Erklärung (der darwinschen) widerlegen. “Eines aber werde ich nicht tun“, so Dawkins. “Ich werde das Wunder der lebenden ‘Uhren’, die Paley mit solcher Begeisterung erfüllten, nicht herunterspielen.” (München, dtv, 1990, S. 18)
Hier ist also auch von Begeisterung die Rede. Und Dawkins führt weiter aus, dass man nicht, nur weil man eine alternative Erklärung (zur teleologischen) liefere, die “Komplexität und Schönheit des biologischen Plans” unterschätzt.
Meine Frage an geneigte Leser ist: gibt es literarische, poetische, philosophische Texte von Naturalisten, die in diesem Sinne “positiv” oder begeistert sind? Gibt es eine naturalistische Poesie, naturalistische Erbauungslektüre, naturalistische Ermunterungs- und Inspirationsratgeber? Gibt es Autoren, die mehr oder weniger als Naturalisten zu verstehen sind, und den Menschen ermuntern, Natur, Gesellschaft, Kultur, Psyche, Vernunft und Emotionen wertzuschätzen?
Möglicherweise könnte man Heine so lesen, und einige Äußerungen Russells und Einsteins gehen in diese Richtung.
. .
Michael Dummett (1925-2011)
Posted by Björn in Analytische Philosophie, Leute, Logik, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte on 2012/01/02
Der britische Philosoph Michael Dummett ist am 27. Dezember 2011 gestorben.
Dummett ist unter anderem als Interpret von Gottlob Frege und Ludwig Wittgenstein bekannt. In seinem Buch “Ursprünge der analytischen Philosophie” zeigt er, dass zu den Vorreitern der Analytischen Philosophie Brentano, Frege und Husserl gehören. Gegen den Realismus, für den Wahrheit durch einen Zustand in der “wirklichen Welt” verbürgt wird, hat Dummett im Anschluss an Wittgenstein einen Anti-Realismus vertreten.
Zuletzt hat er “The Nature and Future of Philosophy” veröffentlicht, worin er für eine Überwindung der Gräben zwischen unterschiedlichen philosophischen Denkschulen plädiert.
Dummett hat sich politisch aktiv gegen Rassismus engagiert. Während des Zweiten Weltkrieges trat er zum katholischen Glauben über und hat später gelegentlich die katholische Orthodoxie verteidigt.
Nachrufe auf Dummett gibt es beim Guardian und beim Telegraph. (Update: Der blinde Hund hat auf die Nachrufe und Erinnerungen von Hilary Putnam, Crispin Wright und vielen anderen im Opinionator-Blog der New York Times hingewiesen.)
Biografische Notizen gibt es bei den Gifford-Lectures und bei Wikipedia (englisch und deutsch)
.
. .
Auszeichnung für Ursula Renz
Posted by Björn in Akademisches, Buecher, Emotionen, Philosophiegeschichte on 2011/12/30
Ursula Renz hat für ihr Buch “Die Erklärbarkeit von Erfahrung: Realismus und Subjektivität in Spinozas Theorie des menschlichen Geistes”, erschienen bei Klostermann, den Preis des Journal of the History of Philosophy für die beste Veröffentlichung zur Philosophiegeschichte im Jahr 2010 erhalten.
Eine Rezension des Buches hat Martin Saar im September bei NDPR veröffentlicht.
.
.
Scholastische Streitereien
Posted by Björn in Akademisches, Analytische Philosophie, Argumentation, Logischer Positivismus, Philosophie allgemein, Philosophiegeschichte on 2011/12/29
Es scheint akademischen Philosophen ein Bedürfnis zu sein, sich abzugrenzen. Zunächst natürlich einmal gegen die Vulgär- und Popularphilosophie. Aber dann auch gegen Traditionen und Denkschulen innerhalb des eigenen Faches. Invektiven in diese Richtung wird jeder Philosoph vermutlich kennen, wenn er sich nicht sogar selbst daran beteiligt.
Ein neues schönes Beispiel liefert die aktuelle Debatte um Clark Glymours Manifest, in dem nicht gekleckert, sondern geklotzt wird. Man würde Nichts verlieren, so Glymour, wenn einige Geisteswissenschaftler entlassen würden und mit dem Besen in der Hand arbeiten müssten. Ihm gefällt die “formale Philosophie” besser als die “kontinentale”, und er bezeichnet den von ihm bevorzugten Ansatz als “materiale Philosophie”. Die Beispiele, die er gibt, haben mit Computern, Statistik, Spieltheorie usw. zu tun. Mit Logik, Mathematik und Programmierkenntnissen könne man eben besser philosophieren als nur mit Intuition. Deshalb würde sich die “konventionelle” analytische Philosophie auch überflüssig machen (die “kontinentale” wurde zuvor ja schon in den Sack gesteckt). Die Arbeiten von Philosophen seien ohne Einfluss, und deshalb könne man Philosophy Departments schließen, außer sie würden Mittel in Millionenhöhe einwerben.
Insofern hat die Art von Scholastik, die Glymour betreibt und als materiale Philosophie bezeichnet, also auch materiale Konsequenzen. Seine großzügig selbstherrliche Einschätzung provozierte denn auch ein großes Hallo in den Weblogs, bspw. hier und hier. Eine deutliche Tendenz in den Kommentaren ist ein gewisser Überdruss darüber, dass derartige Haltungen wie die von Glymour immer noch virulent sind.