Es ist erstaunlich, welches Bild von Adam Smith heute allgemein verbreitet ist. Nun, er war sozusagen im Zentrum der großen ideologischen Auseinandersetzungen der letzten zweihundert Jahre – allerdings von Gegnern und Anhängern dieser Ideologien dort hingestellt. In der Politik wird bekanntlich grob gehobelt, da nimmt man auf Einzelheiten keine Rücksicht. Dennoch ist es unverständlich, dass ausgerechnet ein Wissenschaftler, der auf ein überhöhtes Podest gehoben wird, so wenig bekannt, sein Bild so verzeichnet ist.
Nicholas Phillipson hat jetzt eine neue Adam-Smith-Biografie geschrieben, die beim New Statesman rezensiert wird. Eine kurze, aber vorzügliche deutsche Biografie hat Gerhard Streminger schon vor einigen Jahren in der Reihe Rowohlts Monographien veröffentlicht.
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Es ist erstaunlich, welches Bild von Adam Smith heute allgemein verbreitet ist. Nun, er war sozusagen im Zentrum der großen ideologischen Auseinandersetzungen der letzten zweihundert Jahre - allerdings von Gegnern und Anhängern dieser Ideologien dort hingestellt. In der Politik wird bekanntlich grob gehobelt, da nimmt man auf Einzelheiten keine Rücksicht. Dennoch ist es unverständlich, dass ausgerechnet ein Wissenschaftler, der auf ein überhöhtes Podest gehoben wird, so wenig bekannt, sein Bild so verzeichnet ist.
Nicholas Phillipson hat jetzt eine neue Adam-Smith-Biografie geschrieben, die beim New Statesman rezensiert wird. Eine kurze, aber vorzügliche deutsche Biografie hat Gerhard Streminger schon vor einigen Jahren in der Reihe Rowohlts Monographien veröffentlicht.
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Pierre Wagner schreibt bei Eurozine über falsche, weil verkürzende Vorstellungen von Analytischer Philosophie: “The linguistic turn and other misconceptions about analytic philosophy“. Ist Analytische Philosophie dezidiert antimetaphysisch? Heute macht Metaphysik einen großen Teil der analytischen Forschung aus – wenn auch nicht in der Art, wie sie von Hegel oder Bergson betrieben wurde. Ist Analytische Philosophie unhistorisch? Schon einer der “Gründerväter”, Bertrand Russell, hat umfangreich über die Geschichte der Philosophie geschrieben. Wichtige Interpretationen von Platon und Aristoteles stammen aus der Feder von analytischen Philosophen. Ist Philosophie die “Magd der Wissenschaften”? Nicht bei Quine, nicht bei Wittgenstein, und es lassen sich viele Belege in der heutigen Analytischen Philosophie für eine gegenteilige Meinung finden. Sind analytische Philosophen hauptsächlich linguistische Philosophen? Wie ist der “linguistic turn” zu verstehen? Jedenfalls nicht eindeutig in der Weise, so Wagner, dass alle analytischen Philosophen damit auf ein Programm festgelegt wären. Die Analytische Philosophie ist zu vielfältig, als dass sie sich ausschließlich mit einem der genannten Programmpunkte charakterisieren ließe.
Pierre Wagner schreibt bei Eurozine über falsche, weil verkürzende Vorstellungen von Analytischer Philosophie: "The linguistic turn and other misconceptions about analytic philosophy". Ist Analytische Philosophie dezidiert antimetaphysisch? Heute macht Metaphysik einen großen Teil der analytischen Forschung aus - wenn auch nicht in der Art, wie sie von Hegel oder Bergson betrieben wurde. Ist Analytische Philosophie unhistorisch? Schon einer der "Gründerväter", Bertrand Russell, hat umfangreich über die Geschichte der Philosophie geschrieben. Wichtige Interpretationen von Platon und Aristoteles stammen aus der Feder von analytischen Philosophen. Ist Philosophie die "Magd der Wissenschaften"? Nicht bei Quine, nicht bei Wittgenstein, und es lassen sich viele Belege in der heutigen Analytischen Philosophie für eine gegenteilige Meinung finden. Sind analytische Philosophen hauptsächlich linguistische Philosophen? Wie ist der "linguistic turn" zu verstehen? Jedenfalls nicht eindeutig in der Weise, so Wagner Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste in Düsseldorf hat für Freitag, den 30.4.2010, von 15 bis ca. 19 Uhr, eine Gedenkveranstaltung zum 150. Todestag von Arthur Schopenhauer organisiert. Wolfram Hogrebe, Markus Gabriel, Dieter Birnbacher und Kai Vogeley werden zu verschiedenen Themen Vorträge halten. Die Veranstaltung ist nach vorheriger Anmeldung frei zugänglich.
Das Vortragsprogramm:
Prof. Dr.Wolfram Hogrebe: Einführung
Prof. Dr. Markus Gabriel: Im Spiegelkabinett. Die Welt als Vorstellung
Prof. Dr. Dieter Birnbacher: Nahmoral und Fernmoral. Ein Dilemma für die Mitleidsethik
Prof. Dr. Dr. Kai Vogeley: Die Welt: Fiktion des Gehirns
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Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste in Düsseldorf hat für Freitag, den 30.4.2010, von 15 bis ca. 19 Uhr, eine Gedenkveranstaltung zum 150. Todestag von Arthur Schopenhauer organisiert. Wolfram Hogrebe, Markus Gabriel, Dieter Birnbacher und Kai Vogeley werden zu verschiedenen Themen Vorträge halten. Die Veranstaltung ist nach vorheriger Anmeldung frei zugänglich.
Das Vortragsprogramm:
Prof. Dr.Wolfram Hogrebe: Einführung
Prof. Dr. Markus Gabriel: Im Spiegelkabinett. Die Welt als Vorstellung
Prof. Dr. Dieter Birnbacher: Nahmoral und Fernmoral. Ein Dilemma für die Mitleidsethik
Prof. Dr. Dr. Kai Vogeley: Die Welt: Fiktion des Gehirns
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. . David Mikics hat eine intellektuelle Biografie über Jacques Derrida geschrieben – “Who Was Jacques Derrida?” – die von David Kaufmann im Onlinemagazin Tablet rezensiert wird. In den 80er-Jahren war Mikics ein Anhänger Derridas – zu einer Zeit, als Derridas Dekonstruktivismus die amerikanischen Geisteswissenschaften dominierte: so vehement, wie Derridas Skeptizismus vertreten wurde, so heftig wurde er kritisiert. Mikics zeichnet die biografischen Stationen von Derridas subversiver Polemik nach, und zeigt die Widersprüche seiner Position. Derridas moralisch-praktische Indifferenz sind der wichtigste Grund für Mikics, die Philosophie des Stars der 80er aufzugeben.
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David Mikics hat eine intellektuelle Biografie über Jacques Derrida geschrieben - "Who Was Jacques Derrida?" - die von David Kaufmann im Onlinemagazin Tablet rezensiert wird. In den 80er-Jahren war Mikics ein Anhänger Derridas - zu einer Zeit, als Derridas Dekonstruktivismus die amerikanischen Geisteswissenschaften dominierte: so vehement, wie Derridas Skeptizismus vertreten wurde, so heftig wurde er kritisiert. Mikics zeichnet die biografischen Stationen von Derridas subversiver Polemik nach, und zeigt die Widersprüche seiner Position. Derridas moralisch-praktische Indifferenz sind der wichtigste Grund für Mikics, die Philosophie des Stars der 80er aufzugeben.
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Bernard-Henri Lévy ist offenbar einer Ente aufgesessen, auf die er sich ungeprüft in seinem neuesten Buch bezieht. Einen einigermaßen ausführlichen Artikel dazu findet man in der TimesOnline. Im Mittelpunkt der Affäre steht das Buch The Sex Life of Immanuel Kant von Jean-Baptiste Botul. Botul, so schreibt Bernard-Henry Lévy, habe ein für allemal erwiesen, dass Kant eine Fiktion sei. Das Pikante daran: Botul ist eine Erfindung eines französischen Journalisten – was Lévy selbst aus der Wikipedia hätte erfahren können.
Seitdem das bekannt wurde, verbreiten sich in Internet und Feuilleton Häme über Lévy, die meist nicht ohne Seitenhiebe auf seine Selbstinszenierung als eitler Medienstar auskommen.
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Bernard-Henri Lévy ist offenbar einer Ente aufgesessen, auf die er sich ungeprüft in seinem neuesten Buch bezieht. Einen einigermaßen ausführlichen Artikel dazu findet man in der TimesOnline. Im Mittelpunkt der Affäre steht das Buch The Sex Life of Immanuel Kant von Jean-Baptiste Botul. Botul, so schreibt Bernard-Henry Lévy, habe ein für allemal erwiesen, dass Kant eine Fiktion sei. Das Pikante daran: Botul ist eine Erfindung eines französischen Journalisten - was Lévy selbst aus der Wikipedia hätte erfahren können.
Seitdem das bekannt wurde, verbreiten sich in Internet und Feuilleton Häme über Lévy, die meist nicht ohne Seitenhiebe auf seine Selbstinszenierung als eitler Medienstar auskommen.
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Ein Video eines im November 2009 in Moskau gehaltenen Vortrages von Jürgen Habermas mit dem Titel “Religion, Law and Politics – On Political Justice in a Multicultural World Society” ist hier zu sehen. (Das Weblog Political Theory verlinkte es unter dem Titel “The Internal Relationship Between Human Dignity and Human Rights”. Von dort auch der Link zu einem Video einer Diskussion von Habermas mit russischen Kollegen).
Die Beiträge zur jüngsten Ausgabe der Hume Studies, Volume 34, Number 1, April 2008 sind als HTML- und als PDF-Version kostenlos erhältlich. Darin u.a.:
- Politeness, Paris and the Treatise
- Reason in Hume’s Passions
- A Conversation between Annette Baier and Anik Waldow about Hume’s Account of Sympathy
- The Miseries of Life: Hume and the Problem of Evil
Ein Video eines im November 2009 in Moskau gehaltenen Vortrages von Jürgen Habermas mit dem Titel "Religion, Law and Politics – On Political Justice in a Multicultural World Society" ist hier zu sehen. (Das Weblog Political Theory verlinkte es unter dem Titel "The Internal Relationship Between Human Dignity and Human Rights". Von dort auch der Link zu einem Video einer Diskussion von Habermas mit russischen Kollegen).
Die Beiträge zur jüngsten Ausgabe der Hume Studies, Volume 34, Number 1, April 2008 sind als HTML- und als PDF-Version kostenlos erhältlich. Darin u.a.:
- Politeness, Paris and the Treatise
- Reason in Hume's Passions
- A Conversation between Annette Baier and Anik Waldow about Hume's Account of Sympathy
- The Miseries of Life: Hume and the Problem of Evil