Bei Paper C, einer Plattform, auf der Fachbücher kostenlos online gelesen werden können (Herunterladen oder Drucken kostet 10 Cent pro Seite), gibt es auch eine kleine Auswahl aktueller philosophischer Titel. Hier einige besonders prominente Beispiele:
Bei Vandenhoeck & Ruprecht ist eine Aufsatzsammlung mit dem Titel “Von der Neuroethik zum Neurorecht?” erschienen, herausgegeben von Stephan Schleim, Tade Matthias Spranger und Henrik Walter. Er befasst sich mit den philosophischen, psychologischen und rechtswissenschaftlichen Fragen, die der Fortschritt der modernen Neurowissenschaften aufwirft. Wie sind die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung zu verstehen, und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die genannten Disziplinen? Das Buch enthält elf Beiträge, unter anderem von Dieter Birnbacher, Stephan Schleim, Henrik Walter und Klaus Günther.
Kevin Timpe beschreibt zwei prinzipielle Möglichkeiten abzustreiten, dass Willensfreiheit exisitiert: die kontingente und die kategorische. Ich habe die Vermutung, dass Gerhard Roths Strategie (die mich nicht überzeugt) damit noch nicht ganz erfasst ist. (Da ich gerade in meiner Frühstsückspause hier schreibe, fehlt mir die Zeit, dass durchzudenken.)
Seit Jahren lese ich Texte von (oder über) David Chalmers; der Name ist international bekannt – da ist es sehr interessant, ihn einmal in einem Videointerview zu sehen. Chalmers ist ein Kritiker des Physikalismus, der seine Thesen lebendig darstellen kann. Er spricht in dem Interview über seine Ansichten zu Bewusstsein und Gehirn:
It tries to answer questions like who was the first determinist?, the first libertarian?, the first compatibilist?, and the first agent-causalist? And who first discovered the traditional “free will problem?”
Candidates for the first thinkers to form these views include Democritus (460-370), Aristotle (384-322), Epicurus (341-270), the Stoic Chrysippus (280-207), and the skeptic Carneades (214-129).
Arvid Leyh hat mit dem Philosophen Stephan Schleim ein Videointerview zum Thema Neuro-Enhancement geführt, dessen erster Teil jetzt auf seinem Weblog Braincasts erschienen ist.
Stephan Schleim hat auch eine Webseite zu Neuro-Enhancement.
Das “Oxford Handbook of Philosophy of Biology”, herausgegeben von Michael Ruse, ist 2008 bei Oxford University Press erschienen. Drei Kapitel daraus können vollständig bei Google Books nachgelesen werden, darunter
- “Philosophy of Neuroscience” von I. Gold & A. Roskies
- “Sociobiology, Evolutionary Psychology, and Cultural Evolution” von Matteo Mameli (Link zum Kapitel im Inhaltsverzeichnis)
Bereits im Juni 2008 ist bei Elsevier eine Sonderausgabe der Zeitschrift “Consciousness and Cognition” mit dem Titel “Social Cognition, Emotion, and Self-Consciousness” (Volume 17, Issue 2), herausgegeben von Albert Newen, Kai Vogeley und Alexandra Zinck, erschienen. Sie enthält 15 Artikel und 2 Kommentare, darunter beispielsweise:
- Minds, persons, and space: An fMRI investigation into the relational complexity of higher-order intentionality
- Elucidating the neural correlates of egoistic and moralistic self-enhancement
- Conscious emotional experience emerges as a function of multilevel, appraisal-driven response synchronization (von Didier Grandjean, David Sander, Klaus R. Scherer) (online hier abrufbar)
Das Vorwort zu der Ausgabe ist auf der Webseite von Albert Newen online.
In der Stanford Encyclopedia of Philosophy ist ein neuer Artikel zur “Modularität des Geistes” (Modularity of Mind) von Philip Robbins erschienen. Ausgehend von Jerry Fodors Thesen in The Modularity of Mind (1983) erläutert Robbins drei Varianten der These: Fodorian modules, modest modularity und massive modularity. Der Artikel schließt mit einer Bibliografie und weiterführenden Internetlinks ab.
Die jüngste Ausgabe der Zeitschrift “American Psychologist” (2009 Volume 64, Issue 2 (Feb-Mar)) widmet sich dem Thema Darwin and Psychology. 16 Aufsätze beschäftigen sich unter anderem mit der Bedeutung von Darwins Theorie für Francis Galton, James Baldwin, die Psychologie der Gefühle und die Evolutionäre Psychologie. Die Beiträge sind online abrufbar.
Die Society for Neuroscience hat eine 74-seitige Einführungsbroschüre erstellt, die man kostenlos von ihrer Webseite herunterladen kann: “Brain Facts. A Primer on the Brain and Nervous System“. Auf der Webseite findet sich auch das Inhaltsverzeichnis, über das man direkt einzelne Kapitel herunterladen kann, wie “The Neuron”, “Brain Development”, “Sensation and Perception”, “Learning, Memory, and Language”, “Sleep”, “Stress” oder “Neuroethics”.