Untergang des Abendlandes aufgehalten – von Kindern

Es ist ja nun schon ein jahrzehntelanger Breitensport, kulturelle Traditionen zu “untergraben” oder über Bord zu werfen, wobei man, sofern man sich berufen fühlt, verzweifelt nach Wegen sucht, dem Ganzen die neueste Plastikkrone aufzusetzen, was einigermaßen aussichtslos ist, da schon annähernd alle Idiotien abgegrast zu sein scheinen (gut, man kann dann auch mal Brecht mit Ernst Jünger und Carl Schmitt aufpeppen und das dann als progressiv verkaufen). So weit, so konventionell.

Oder man macht zur Freude von uns Fans von Kant, Goethe, Humboldt und Brahms einfach mal Kultur und schenkt sich diesen ganzen Überbau da oben – wie diese Kinder aus Louisville:

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Die besten Klassikalben 2014

Was waren die besten Klassikveröffentlichungen 2014? “Don’t ask me!- or any one person alone” sagt Barney Sherman vom Iowa Public Radio. Stattdessen hat er 36 internationale Empfehlungslisten für Klassikaufnahmen des Jahres 2014 ausgewertet und daraus eine eigene Metaliste erstellt. Ergebnis: eine wahre Fundgrube, in der leicht mehr als nur eine Perle nach subjektiven Standards zu finden ist. [via]

Jacques Brel remastered

Jacques Brel hat zahlreiche Künstler mit seinen philosophisch-poetischen Chansons inspiriert – von Marc Almond und David Bowie über Joan Baez und Eartha Kitt bis zu Nirvana und Frank Sinatra, in deutscher Sprache unter anderem Klaus Hoffmann und Herman van Veen. Seine Original-Alben liegen mittlerweile wohl weitgehend remastered vor, aber auch zahlreiche neu zusammengestellte Sampler mit neu abgemischten Stücken sind mittlerweile erschienen.

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Weihevoller Schwulst

Es ist ja bekanntlich eine Bereicherung, sich mit fremden Kulturen auseinander zu setzen.
Über eine bei uns weitgehend unbekannte Kultur, bei der Spießer die Nase rümpfen und die sie in ihrer Umgebung nicht dulden wollen, berichtet auf YouTube ein Herr Kaiser. Er antwortet auf das Ratersuchen eines Briefschreibers:

Mary und das Farbensehen

Frank Jackson beschreibt 1986 ein berühmt gewordenes Gedankenexperiment, in dem Mary keine Farben sehen kann, aber alles darüber weiß, was die Wissenschaft zu Farben herausgefunden hat. Erlebt Mary etwas Neues, wenn sie schließlich doch Farben sehen kann?

Diesem Thema hat Dorian Electra nun einen Song gewidmet und ein Video dazu gedreht:

Einige Jahre zuvor hatte sie schon eine Liebeserklärung an Friedrich Hayek vertont:

Von Nirvana über den Krieg zur Philosophie

Was Leute aus meiner Generation so machen: In der New York Times schreibt Clay Tarver über Jason Everman, der als Gitarist bei den frühen Nirvana einstieg und die legendären 606,17 Dollar für die Aufnahmen zum ersten Album der Band bezahlte. Danach spielte er als Bassist bei Soundgarden, musste die Band aber kurz vor dem ganz großen Durchbruch verlassen. Nach Stationen in einigen weiteren Grunge- und Crossover-Bands ging er schließlich zu den Special Forces mit Einsätzen in Irak und Afghanistan. Nach dem Ende seiner Dienstzeit hat er nun einen Bachelor in Philosophie an der Columbia University in New York erworben, zieht aber einen Job als Bartender einer akademischen Stelle vor.

Dieses Video zeigt den (angeblich) letzten Auftritt von Everman mit Nirvana – der Mann mit dem “Pron”-Shirt, der den ungebetenen Gast am Ende von der Bühne befördert.

Und hier ein Auftritt mit Soundgarden in London 1989 (der Herr am Bass mit der amtlichen Frisur, auf der rechten Seite):

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